Der Schauspieler im Interview

Elyas M'Barek hat Lust auf "Fack Ju Göhte 3"

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Elyas M'Barek kann sich durchaus vorstellen, noch einen Teil von "Fack Ju Göhte" zu drehen 

Unterföhring - Mit „Fack Ju Göhte“ hat Elyas M'Barek jetzt schon ein Stück Kinogeschichte geschrieben. Seither ist er für viele Drehbuchschreiber auf die Rolle des zu bekehrenden Lovers ziemlich festgelegt. Das findet er schade.

Mit „Fack Ju Göhte“-Star Elyas M'Barek (33) will der Bezahlsender Sky darauf aufmerksam machen, dass er mehr zu bieten hat als Fußball - zum Beispiel Kino und Serien. Mit der Deutschen Presse-Agentur hat M'Barek in München über beides gesprochen - und über Pläne für „Fack Ju Göhte 3“.

Was schauen Sie selbst im Kino?

M'Barek: Alles, was mich interessiert. Ich schaue auch gerne Dokumentarfilme im Kino. Ich mag gerne Programmkinos und genau so die Multiplexe mit den richtigen Blockbustern. Ich gucke alles querbeet, aber wirklich viel. Kino ist nach wie vor ein Erlebnis für mich.

Und für was schalten Sie den Fernseher ein?

Dschungelcamp! Ich finde es zwar toll, dass man inzwischen Dinge aufnehmen und auf Stopp drücken kann. Beim Fernsehen ist das aber irgendwie nicht dasselbe Erlebnis. Das ist vergleichbar mit jemandem, der ein aufgezeichnetes Fußballspiel guckt. Dschungelcamp habe ich immer versucht, live zu gucken.

Sie sind großer Serien-Fan, Ihre eigenen Erfahrungen als Serien-Schauspieler liegen aber schon etwas zurück. Hätten Sie Lust, das noch einmal zu machen?

Ich hab damals mit „Türkisch für Anfänger“ angefangen, und das war für die Zeit total wichtig für mich. Nur durfte ich im Laufe der Jahre immer mehr machen und bin jetzt halt im Kino angelangt. Kino ist nach wie vor Champions League, auch wenn es unfassbar gute Serien gibt und dieser neue Serientrend nicht zu verachten ist. Es gibt da für mich keine Qualitätsunterschiede in dem Sinn. Es ist aber für mich als Schauspieler wahrscheinlich immer interessanter, einen Film machen zu dürfen als Episoden.

Was sind Ihre neuesten Pläne?

Ich werde einen Film mit Simon Verhoeven drehen - eine witzige Komödie mit sehr toller Besetzung. Aber inhaltlich möchte ich mich da noch ungern äußern.

Kinofilme müssen einzigartig sein

Sie haben sich in letzter Zeit auf Komödien spezialisiert. Fühlen Sie sich in dem Genre wohl, oder denken Sie manchmal, es wäre an der Zeit, einen Serienkiller zu spielen?

Die Frage ist ja auch immer, ob man so etwas angeboten bekommt. Ich habe in den letzten Jahren gar nicht so viel gedreht. Es war alles dabei, aber die Gewichtung war eher mehr Komödie als Drama. Die Komödien werden aber auch stärker wahrgenommen und erreichen ein größeres Publikum. Meine Erfahrung ist, dass es mehr gute Komödien-Drehbücher gibt als gute Dramen, die dann wirklich für das Kino geeignet sind. Oft sind es dann doch nur bessere Fernsehfilme. Ich glaube, dieser Spagat ist noch nicht so wirklich vorhanden - und darum mache ich jetzt auch wieder eine Komödie.

Was sind für Sie die Unterschiede zwischen Kino- und Fernsehfilmen?

Antwort: Beim Fernsehen kann der Zuschauer jederzeit wegklicken, kann sich umentscheiden und doch lieber Fußball schauen. Kino ist wirklich eine bewusste Entscheidung, und die Leute bezahlen dafür. Ich finde es vermessen zu sagen, man macht einen Kinofilm, zieht den Leuten acht bis zehn Euro aus der Tasche und unterhält dann nicht. Man muss dem Zuschauer im Kino wirklich was liefern. Es gilt nicht für alle Kinofilme und nicht für alle Fernsehfilme, aber ich glaube, dass Kinostoffe einzigartig sein müssen.

Wenn Sie von der Verpflichtung für das Publikum sprechen - wie wichtig ist es Ihnen, dass „Fack Ju Göhte 2“ wieder mehr als sieben Millionen Zuschauer hatte?

Es wäre total vermessen, einen Film zu machen, der etliche Millionen kostet und dann im Vorfeld schon davon auszugehen, dass nur 5000 Leute ihn sehen. Das ist ein Verrat an allen, die investiert haben und an der Filmförderung. Die Produzenten haben jetzt übrigens am Samstag erst die Fördersumme zurückgezahlt. Ich will unterhalten - das ist zumindest mein Anspruch, wenn ich diese Art von Filmen mache.

Dieser Hype um „Fack Ju Göhte“, macht der Ihnen manchmal Angst?

Angst nicht. Es ist eher beunruhigend. Man denkt sich so: warum? Es ist zum einen total erfreulich und schön, dass Leute einen sehen wollen, mit dieser Marke so viel anfangen können und Spaß haben mit den Filmen, aber man selbst denkt die ganze Zeit: Das ist total absurd. Man kann es selber natürlich überhaupt nicht nachvollziehen.

Wie weit sind Ihre Überlegungen für einen möglichen dritten Teil gediehen?

Das ist eine Frage, die ich absolut Bora Dagtekin überlassen werde, dem Regisseur und Autor. Ich habe ihm schon vor Monaten signalisiert, dass ich dabei bin, wenn er das machen will - und dass ich auch gern dabei bin, wenn er was anderes machen will. Ich bin für alles offen.

Freiheit als Privileg

Jetzt ist Ihre Privatsphäre nach Teil zwei wahrscheinlich noch kleiner geworden...

Ja.

War es das wert?

Ja, natürlich. Absolut. Ich kann total verstehen, dass Leute sagen, sie könnten damit nichts anfangen und möchten niemals populär sein, aber ich glaube, das ist eine Entscheidung, die man als Schauspieler zu einem frühen Zeitpunkt in der Karriere treffen und dabei bleiben muss. Wenn es dann soweit ist, darf man nicht davon überrascht sein, und man muss immer beide Seiten sehen. Klar gibt man viel auf, was Privatsphäre angeht, andererseits wird man ja in einer Tour dafür belohnt. Ich darf Dinge erleben, die ich niemals erlebt hätte, wenn ich einen anderen Job gewählt hätte. Ich habe ganz bestimmte Privilegien inzwischen, ich verdiene natürlich auch Geld, und das beschert mir wiederum sehr viele Freiheiten. Ich muss bis zum jetzigen Zeitpunkt schon sagen, dass die Vorteile absolut überwiegen und ich sehr froh bin, so eine Karriere machen zu dürfen.

Was meinen Sie mit Privilegien?

Freiheit zu haben. Beruflicher Erfolg bringt auch finanziellen Erfolg, finanzieller Erfolg bringt finanzielle Freiheit. Ich hab zum Beispiel jetzt einfach mal ein Dreivierteljahr nicht gedreht. Ich hab natürlich auch gearbeitet und so, aber ich könnte jetzt nächste Woche in den Urlaub fahren, wenn ich will. Das könnte ich in anderen Berufen nicht. Und das genieße ich, so lange es noch so geht. Das ist ein großer Luxus, sich Zeit leisten zu können und es sich auch leisten zu können, Dinge nicht zu machen.

Wunsch nach mehr Information

Gibt es Filmideen, die an Sie herangetragen werden, mit denen Sie gar nichts anfangen können?

Nee, das wäre ja auch falsch. Man freut sich ja über die Ideen, die außergewöhnlich sind und überraschen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Die meisten Angebote, die ich in letzter Zeit bekomme, sind alle dasselbe. Romance-Komödie, der Lover, der am Schluss bekehrt wird und so. Dinge, die man schon 500-mal gemacht hat. Da denke ich manchmal: schade! Es wäre auch schön, wenn die Leute mal mit etwas Innovativem kommen oder mit etwas, womit ich selber nicht rechnen würde.

Wären Sie denn bereit, für eine Rolle, die Sie vielleicht etwas mehr reizt als das, was Ihnen bislang hauptsächlich so angeboten wurde, auf Zahlen wie bei „Fack Ju Göhte“ zu verzichten?

Ja, natürlich. Das war ja bei „Who am I“ zum Beispiel der Fall. Da wusste ich, dass der Film wahrscheinlich nicht über eine Million Zuschauer haben würde. Aber da ging es darum, mal etwas zu wagen und einen Film zu machen, der innovativ ist. Den Spagat zu schaffen im deutschen Kino, einen innovativen Film zu machen und damit ein großes Publikum zu erreichen, das ist sehr schwierig.

Stellen Sie sich eigentlich Ihre eigenen DVDs ins Regal?

Nein. Ich habe auch kein Plakat ... doch, ein einziges! Das einzige, was in meiner Wohnung irgendwie auf meine Filmografie hinweist, ist ein „Wholetrain“-Plakat. Der erste Film, den ich gemacht hatte. Der hatte 5000 Zuschauer oder 6000. Das Plakat hängt im Flur, aber das ist wirklich das einzige. Ich glaube, meine Putzfrau weiß bis heute nicht, was ich beruflich mache.

dpa

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