Unheilig geschlagen

Song Contest: Sensation bei deutschem Vorentscheid

+
Das Damen-Trio Elaiza (hier Frontfrau Ela) fährt zum ESC.

Köln - Jubelschreie, enttäuschte Gesichter und „Ein bisschen Frieden“: In der Kölner Lanxess-Arena spielte sich am Donnerstagabend ein heißer Kampf um die Teilnahme am Eurovision Song Contest ab.

Nach gut zwei Stunden war die Überraschung perfekt: Die bisher noch völlig unbekannte Frauenband Elaiza hat den deutschen Vorentscheid zum diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) gewonnen. Das Trio setzte sich am Donnerstagabend in Köln gegen sieben zum Teil hochkarätige Konkurrenten durch. Für Elaiza geht es nun am 10. Mai in Kopenhagen auf die große ESC-Bühne.

Tränen hatten die drei Frauen, die erst seit dem vergangenen Jahr miteinander Musik machen und sich im Februar in einem Vor-Vor-Entscheid für die Sendung am Donnerstag qualifizierten, schon nach der ersten von drei Wettbewerbsrunden in den Augen. Nach ihrem Sieg zwei Runden später standen sie gerührt und überwältigt auf der großen Bühne der Kölner Lanxess-Arena. "Natürlich bei meiner Mama" werde sie nach diesem Sieg als erstes anrufen, sagte die Sängerin noch - bevor sie "mit ganz viel Liebe", wie sie versprach, ihr Siegerlied "Is it right" noch einmal sang.

Elaiza sind drei junge Künstlerinnen, die ihre Musik selbst als "Neo-Folklore" bezeichnen. Bei einer Schnapsverkostung sollen sie sich im vergangenen Jahr kennengelernt haben. Am Donnerstag wählten die Fernsehzuschauer das Trio nach einem langwierigen Auswahlverfahren zum Sieger. Die Frontfrau Ela wurde in der Ukraine als Tochter einer Polin und eines Ukrainers geboren.

ESC-Vorentscheid: Die Bilder von der Show

ESC-Vorentscheid: Die Bilder von der Show

In einer ersten Runde hatten alle acht Teilnehmer ein Lied vorgestellt. Danach stimmten die Zuschauer ein erstes Mal ab. Die vier Kandidaten mit den meisten Stimmen präsentierten ein zweites Lied. Übrig blieben nach einer erneuten Abstimmungsrunde nur noch zwei Bands: der Außenseiter Elaiza und der große Favorit Unheilig . Der Graf, Frontmann von Unheilig, hatte vor dem Vorentscheid auf der Webseite der Band und in zahlreichen Interviews ordentlich die Werbetrommel für sich gerührt und immer wieder seine langjährige Liebe zum ESC betont. Nützen sollte es der Band, die europaweit schon drei Millionen Platten verkauft hat, aber nichts.

Die Moderatorin Barbara Schöneberger präsentierte die gut zweistündige Sendung, die live in der ARD übertragen wurde, vor fast 6500 Zuschauern. Zum Vorentscheid waren in diesem Jahr neben Unheilig auch weitere bekannte Künstler angetreten, etwa die Shantyrocker von Santiano, die Rock'n'Roll-Band The Baseballs oder Sängerin Madeline Juno. Für einen Achtungserfolg sorgte die Sängerin MarieMarie. Die Künstlerin mit den feuerroten Wuschelhaaren sang sich bis in die zweite Runde vor.

Für bemerkenswerte Gesangseinlagen sorgte im Laufe der Sendung auch Moderatorin Schöneberger. In Warte- und Umbaupausen trällerte sie schon einmal die Refrains einstiger ESC-Lieder, eines davon sogar mit einer politischen Botschaft: Speziell für den russischen Präsidenten Wladimir Putin singe sie, sagte Schöneberger, und stimmte vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine mit den Zuschauern im Saal Nicoles Siegerlied von 1982, "Ein bisschen Frieden", an.

Die ESC-Gewinner der vergangenen 10 Jahre

Die Eurovision-Song-Contest-Gewinner seit 2002

AFP

auch interessant

Meistgelesen

Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink: Urteil ist gefallen
Prozess gegen Gina-Lisa Lohfink: Urteil ist gefallen
Ja! Anne Will und Miriam Meckel haben geheiratet
Ja! Anne Will und Miriam Meckel haben geheiratet
Samuel Koch: Hochzeit mit Schulbus und Zirkus
Samuel Koch: Hochzeit mit Schulbus und Zirkus
MTV Video Music Awards: Beyoncé triumphiert in Königsdisziplin
MTV Video Music Awards: Beyoncé triumphiert in Königsdisziplin

Kommentare