Auftritt in der BMW-Welt

So war das Coldplay-Konzert in München

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Frontsänger Chris Martin begeisterte das Publikum in der BMW-Welt.

München - Coldplay hat am Samstagabend vor rund 1500 Gästen den Abschluss ihrer „Ghost Stories Tour 2014“ mit einem exklusiven Konzert im ausverkauften Auditorium der BMW Welt gefeiert.

Chris Martin schmettert gerade die letzten Akkorde von Christmas Lights auf seinem Piano, als sich das Malheur ereignet. Ein Verspieler. Einfach mal die falsche Taste erwischt. Und gleich noch mal. Passiert eben auch einem Virtuosen wie dem Coldplay-Frontmann. „Fuck! Stellt das ja nicht auf Youtube“, lamentiert Martin herrlich spontan und charmant vor den 1500 glücklichen Zuschauern im Auditorium der BMW Welt, die ein Ticket ergattert hatten. „Was für ein schlechter Abschluss unserer Show.“ Ganz so schlimm ist es dann aber doch nicht. Die Menge nimmt den doppelten Verspieler gelassen hin und jubelt Martin zu - wohl auch deswegen, weil die rund 75 vorhergehenden Minuten der britischen Stadionrocker ziemlich fehlerfrei waren.

Für den Abschluss ihrer intimen Ghost Stories Tour 2014 hatte sich das Coldplay-Vierergespann einen ganz besonderen Leckerbissen ausgesucht. Kein Londoner In-Schuppen, auch kein antikes Pariser Theater wie 2012 - nein, diesmal ging’s in die Münchner BMW Welt. Intim sollte es sein. Kuscheln mit Coldplay. Am Nikolaustag. Und der puristische Glasbau des bayerischen Automobilherstellers passte auch wie gemalt zu den Klängen des neuen und insgesamt sechsten Studioalbums von Martin & Co, das den Namen Ghost Stories trägt: minimalistisch, kühl, sphärisch, teils auch düster.

Genauso geht es auch los. Der Opener Always in my head ist eine sanfte Ballade, Martin haucht „I think of you“ ins Mikro und wickelt die Menge im Nu um den Finger. Charme hat er ja, das ist nicht neu - mit recht viel mehr kann er aber bei Magic, Ink, True Love und Midnight, den vier übrigen Nummern aus der neuen Platte, nicht punkten. Zu elektronisch, zu verträumt, zu flach. Ob es wohl daran lag, dass der 37-Jährige mit dem Album die „bewusste Entpaarung“ von Hollywood-Elfe Gwyneth Paltrow verarbeitet hat?

Bilder vom Konzert

Exklusives Coldplay-Konzert in München

Zum Glück hatten Martin (Gesang, Piano), Buckland (Gitarre), Champion (Schlagzeug) und Berryman (Bass) aber auch den alten Krempel im Gepäck. Kaum haut Martin die ersten Töne von Clocks ins Klavier, geht die Menge in die Luft. Gleiches Bild bei der Herzzerreißnummer The Scientist, bei der Coldplay-Hymne Viva la vida und bei dem sehr rockig daherkommenden God put a smile upon your face, zu dem Martin mal eben seine Klampfe schrottet. Hier bewegt sich Coldplay auf sicherem Terrain, das alles macht großen Spaß, umrundet von einer Licht- und Lasershow, die ihresgleichen sucht.

Und zu der Martin sich - und seine Körperkontrolle - komplett verliert. „Ihr seid wie Crack für uns, wie Kokain. Wir verbringen derzeit viel Zeit im Studio, müsst ihr wissen“, erklärt Martin seine witzigen Tanzeinlagen. Obendrauf gibt’s noch Fix you, die Mutter aller Herzschmerzsongs, und das explosive A sky full of stars samt Konfettiregen, bevor Martin die Münchner mit Christmas Lights in die besinnliche Zeit entlässt. Und zwar mit einem breiten und glücklichen Grinsen im Gesicht, dafür haben die vorangegangenen 75 Minuten gesorgt. Verspieler hin oder her.

J. Carlos Menzel Lopez/dpa

José Carlos Menzel López

José Carlos Menzel López

E-Mail:carlos.menzel-lopez@tz.de

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