Einstein, Jobs, Hitchcock

Klamotten-Trick: Warum Genies immer das gleiche tragen

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War selten ohne seinen dunklen Rollkragenpulli zu sehen: Steve Jobs.

München - Albert Einstein, Steve Jobs, Alfred Hitchcock - sie alle haben etwas gemeinsam: Sie waren Genies, die immer das gleiche Outfit trugen. Warum auch das genial war:

Sie waren wegweisend in ihrem Metier: Der deutsche theoretische Physiker Albert Einstein, der amerikanische Apple-Chef Steve Jobs und Alfred Hitchcock, der Meister des Thrillers, gelten als Genies, die die Welt jeweils auf ihre Weise revolutioniert haben. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Musiker Henry Rollins sind völlig neue Wege gegangen. Umso mehr erstaunt es manchen, wie langweilig dagegen die Outfits all dieser Berühmtheiten waren oder sind.    

Wer an Steve Jobs denkt, hat dabei fast immer auch dessen schwarze Rollkragenpullis, Jeans und Turnschuhe vor Augen. Alfred Hitchcock und sein dunkelblauer Anzug waren unzertrennlich, in Grau bevorzugte das selbe Kleidungsstück dagegen Einstein - eine Farbe, die auch Mark Zuckerberg zusagt, nur dass der auf T-Shirts steht. Da ist er auf einer Linie mit Henry Rollins, der mag sein komplettes Outfit allerdings schwarz. Ganz schön langweilige Modemuffel, könnte man meinen, doch in Wirklichkeit ist es einfach nur schlau.

Denn dadurch, dass sie sich nicht jeden Morgen vor dem Kleiderschrank das Hirn über die Klamottenfrage zermartern, erleichtern sich kluge Menschen das Leben erheblich. Der Neurowissenschaftler und Psychologe Daniel Levitin von der McGill Universität in Montreal erklärt gegenüber dem Sender CNN: "Wir verarbeiten jeden Tag 74 Gigabyte an Informationen - das sind neun DVDs." Früher dachten wir, wir könnten uns auf bis zu neun Dinge gleichzeitig konzentrieren. Heute wissen wir: Da haben wir uns enorm verschätzt. Alles, was über drei Dinge gleichzeitig hinausgeht, geht auf Kosten der Hirnleistung."

Wenn die tägliche Entscheidung über die Wahl des Outfits entfällt, bleibt Platz für andere, wichtigere Dinge, für die wir das Gehirn in Topform benötigen. Ansonsten droht eine Entscheidungsträgheit einzusetzen. Das merkt man manchmal schon beim Einkaufen, wo wir hunderte Produkte ignorieren müssen, um die zu finden, die wir wollen. Aber um sie ignorieren zu können, müssen wir ihnen erst einmal Aufmerksamkeit schenken.

Wie wichtig uns etwas ist, entscheiden nämlich wir, nicht unsere Hirnzellen. Die verarbeiten brav wie ein Computer alle Aufgaben, die wir ihnen stellen, und verbrauchen dabei quasi genauso viel Energie mit der Frage, welcher Gürtel zu welcher Hose passt, wie mit der, ob wir ein Haus kaufen sollen. Wer es schafft, sich von einem Teil der vielen trivialen Fragen des Alltags nicht ablenken zu müssen, entlastet sich, und das ist gerade in der heutigen stressigen und reizüberfluteten Zeit enorm wichtig.

hn

Haakon Nogge

Haakon Nogge

E-Mail:haakon.nogge@merkur.de

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