Awards in Los Angeles

Grammys: Sam Smith stellt alle in den Schatten

Sam Smith Grammy Awards 2015
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Sam Smith hatte bei den Grammy-Awards 2015 den "besten Abend" seines Lebens.

Los Angeles - Sam Smith räumt vier Grammys ab und schwärmt vom „besten Abend meines Lebens“. Einer der wichtigsten Preise ging allerdings an einen Überraschungssieger.

Große Bühne für einen Newcomer: Der Brite Sam Smith hat bei der Grammy-Verleihung abgeräumt. Der 22-Jährige gewann am Sonntagabend (Ortszeit) bei der Gala in Los Angeles insgesamt vier Trophäen. Sein gefühlvoller Titel „Stay With Me“ wurde Song und Aufnahme des Jahres, seine Platte „In The Lonely Hour“ gewann in der Kategorie Popgesangs-Album. „Das ist der beste Abend meines Lebens“, kommentierte Smith, der zudem zum Newcomer des Jahres gekürt wurde.

In der Kategorie des besten Albums musste sich der Brite allerdings überraschend dem US-Songwriter Beck geschlagen geben, der den Preis für „Morning Phase“ einheimste. Er setzte sich gegen R&B-Sängerin Beyoncé, den Popstar Pharrell Williams sowie die beiden britischen Liedermacher Sam Smith und Ed Sheeran durch. 20 Jahre nach dem Erfolg seines Albums „Mellow Gold“ und dem Song „Loser“ konnte der 44-Jährige damit ein Comeback feiern. „Wir haben dieses Album so gut wie komplett bei mir zu Hause aufgenommen“, sagte der Musiker in seiner Dankesrede. „Ich möchte mich also bei meinen Kindern bedanken, die wir immer wach gehalten haben.“

Insgesamt wurden die goldenen Grammophone, die als die wichtigsten Musikpreise der Welt gelten, in mehr als 80 Kategorien verliehen. Abräumer Smith war gemeinsam mit dem Sänger Pharrell Williams und der Pop-Diva Beyoncé mit jeweils sechs Nominierungen bereits als Favorit in das Rennen um die Trophäen gegangen. Beyoncé, die in bodenlanger schwarzer Robe erschien, und Williams konnten schließlich jeweils drei Grammophone mit nach Hause nehmen. Über die Sieger entscheiden rund 13.000 Musikexperten aus der Branche.

Grammy Awards 2015: Tiefe Ausschnitte und ein nackter Po

Zudem traten bei dem von Rapper LL Cool J moderierten Spektakel in einer Mehrzweckhalle in Los Angeles zahlreiche Stars wie Kanye West, Madonna, Rihanna, Paul McCartney, Lady Gaga, Katy Perry und AC/DC auf. Unter den Gästen im Publikum waren Prominente wie Kim Kardashian, Ziggy Marley, Nicole Kidman, Keith Urban, Miley Cyrus, Paris Hilton, Beyoncé und Taylor Swift.

Grammys für Deutschland in Klassik-Kategorien

Deutschland hat bei den diesjährigen Grammys erneut im Bereich der klassischen Musik Erfolge verzeichnet. Bei der Verleihung der US-Musikpreise am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles wurde das kleine Musiklabel CPO aus dem niedersächsischen Georgsmarienhütte für die beste Opernaufnahme ausgezeichnet ("La descente d'Orphée aux enfers" des französischen Komponisten Marc-Antoine Charpentier). Unter den Gewinnern war auch wieder die Deutsche Grammophon mit einem Album der US-Violinistin Hilary Hahn, das einen Grammy für die beste Kammermusikdarbietung erhielt.

Enttäuscht wurden dagegen die Hoffnungen des Osnabrücker DJs Robin Schulz, der mit dem Dance-Song "Waves" in das Rennen um die beste Remix-Aufnahme gegangen war. Den Grammy gewann der niederländische DJ Tiësto. Zwei deutsche Sound-Spezialisten gingen ebenfalls leer aus: Der Tonstudio-Inhaber Günter Pauler und sein Toningenieur Hans-Jörg Maucksch aus dem niedersächsischen Northeim waren mit ihrer Aufnahme der Platte "Epics of Love" der chinesischen Sängerin Song Zuying in der technischen Kategorie "Bestes Raumklang-Album" nominiert - und unterlagen dem Album "Beyoncé" der gleichnamigen R&B-Sängerin.

Politische Botschaften bei den Grammys

Für ernste Stimmung sorgten bei den Grammys die jüngsten Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Pharrell Williams und der Rapper Common stellten sich bei ihren Auftritten mit erhobenen Händen auf die Bühne - eine Geste, die auf die tödlichen Polizeischüsse auf den Teenager Michael Brown in Ferguson anspielt. Popstar Prince mahnte bei der Präsentation des besten Rockalbums, dass "schwarze Leben zählen".

Politisch wurde es bei der Musikpreisverleihung auch, als US-Präsident Barack Obama in einer Videobotschaft Gewalt gegen Frauen anprangerte. Mehr als jede vierte Frau in den USA werde Opfer von Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung, sagte Obama. "Das muss aufhören."

dpa/afp

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