Sohn: "Dad ist ok"

Harrison Ford überlebt diesen Flugzeugabsturz 

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Feuerwehrleute untersuchen die Unfallstelle.

Los Angeles - Familie, Freunde und Fans von Harrison Ford sind erleichtert. Der 72 Jahre alte Schauspieler hat einen Flugzeugabsturz überlebt.

Selbst mit einem „Indiana Jones“-Darsteller im Cockpit kann etwas schiefgehen: Es war kein Stunt, sondern eine Bruchlandung, die Hollywood-Star Harrison Ford am Donnerstag auf einem Golfplatz in Südkalifornien hinlegte. Sein einmotoriger Oldtimer-Flieger, ein Trainingszweisitzer aus dem Zweiten Weltkrieg, prallte mit der Nase auf den Rasen. Ford wurde verletzt. Augenzeugen sprachen von einer tiefen Schnittwunde am Kopf.

Sein ältester Sohn, Ben Ford, gab beim Besuch im Krankenhaus schnell Entwarnung: „Angeschlagen, aber ok!“, twitterte der 47-Jährige. „Er ist genau der Mann, wie man ihn sich vorstellt“. Sein Vater sei „unglaublich stark“.

Der Schauspieler ist ein begeisterter Hobby-Pilot und saß selbst am Steuer der Unglücksmaschine. Fords Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich, teilte Fords Sprecherin Ina Treciokas der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Freitag mit. Die Ärzte erwarteten eine vollständige Genesung.

Fords Flugzeug stammt aus dem Zweiten Weltkrieg

Hollywood-Star Harrison Ford.

Ford („Indiana Jones“) war alleine an Bord der Oldtimer-Maschine vom Typ Ryan PT-22 Recruit. Nach Angaben der Behörden war er mit dem Zweisitzer aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs von einem Flugplatz in Santa Monica gestartet. Kurz danach habe der Pilot per Notruf einen Motorschaden gemeldet und mitgeteilt, dass er zu dem Flughafen zurückkehren wolle, sagte ein Sprecher der US-Transportsicherheitsbehörde NTSB. „Er hat keine andere Wahl gehabt“, sagte seine Sprecherin Treciokas.

Ford schaffte es aber nicht mehr bis zum Flugplatz. Ein Amateurvideo zeigt die Maschine, wie sie nur noch gleitet und rasch niedergeht. „Ich hoffe, er schafft's“, hört man den Filmer noch sagen, dann verschwindet die Maschine hinter Bäumen.

Viel Lob für Fords "wunderbare Notlandung"

Wenig später kam es auf einem Golfplatz zu der Bruchlandung. Dabei streifte die Maschine einen Baum. „Indiana Jones“ hätte es kaum besser machen können. Ford habe eine „wunderbar ausgeführte erzwungene Landung“ vollzogen, lobte der Chef des Flughafenverbands von Santa Monica, Christian Frey, das Manöver des Hollywood-Stars. Das sei ein „großartiger Job“ eines sehr gut ausgebildeten Piloten gewesen, sagte Frey der US-Zeitschrift „People“.

Die Behörde werde den Unfall untersuchen, sagte NTSB-Sprecher Patrick Jones. Der erfahrene Pilot kann sich mit einer Medaille für „humanitäre“ Verdienste schmücken. 2013 zeichnete ihn der US-Verband für Geschäftsflugverkehr (NBAA) für seine Einsätze in Krisengebieten oder für Hilfsbedürftige aus. Etwa habe er Krebspatienten in Krankenhäuser geflogen und Erdbebenopfern in Haiti geholfen, hieß es zur Begründung.

Nach der Bruchlandung gibt es aber auch schon kritische Stimmen über die Sicherheit des kleinen Flughafens in Santa Monica. Viele Anwohner fordern seit langem die Schließung. Der Unfall habe sich „beängstigend“ nah an Häusern ereignet, zitierte die „Los Angeles Times“ den Stadtverordneten Mike Bonin. Das Flugfeld im Westen von Los Angeles werde unter anderem von Stars wie Ford, Arnold Schwarzenegger und Tom Cruise benutzt, schreibt die Zeitung.

Notruf von Harrison Ford veröffentlicht 

Wie ein Sprecher der Feuerwehr erklärte, war der Pilot nach dem Unfall bei Bewusstsein. Er habe mittelschwere Verletzungen, darunter Schnittwunden, erlitten, hieß es. Aus Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte nannte er keinen Namen.

Das Promi-Portal TMZ.com veröffentlichte einen Tonmitschnitt, bei dem es sich um den Notruf Fords am Steuer des Flugzeugs handeln soll. Ein Augenzeuge auf dem Golfplatz sagte laut TMZ.com, er habe stotternde Motorengeräusche gehört. Dann sei das Flugzeug mit der Nase auf den Rasen gestürzt. Mehrere Helfer hätten den Piloten aus dem offenen Cockpit gezogen. Es sei auch sofort ein Arzt zur Stelle gewesen. Ford habe eine tiefe Schnittwunde am Kopf gehabt, konnte aber laut dem TV-Sender KTLA seine Beine bewegen.

Im vorigen Juni hatte sich der Schauspieler bei einem Unfall am „Star Wars“-Set in London das linke Bein gebrochen.

Ford ist leidenschaftlicher Hobby-Flieger, auch wenn er erst mit Mitte 50 seinen Pilotenschein machte. 1999 legte er mit seinem Hubschrauber in Kalifornien eine Bruchlandung hin. Er kam mit dem Schrecken davon. Ein Jahr später musste er bei starken Winden seine Beechcraft Bonanza im US-Staat Nebraska notlanden. Er liebe das Gefühl von Freiheit, beschreibt Ford seine Flugleidenschaft. Auch Schauspielerin Calista Flockhart, mit der er seit 2010 verheiratet ist, fliege gern, sagte Ford 2003 der US-Zeitschrift „People“. Sie wisse, wie glücklich er in der Luft sei.

dpa

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