Juan Carlos dankt ab

Nun wird es ernst für Felipe und Letizia

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Felipe mit seiner Frau Letizia.

München - An seiner Eignung zweifelt kaum jemand: Felipe VI. wird Spaniens erster König mit Hochschulabschluss. Doch kann der Sohn von Juan Carlos zusammen mit seiner Frau Letizia das ramponierte Image der Monarchie kitten?

Vor Jahren fragte Fidel Castro den spanischen König Juan Carlos, was denn eigentlich die Aufgaben seines Sohnes Felipe seien. „Ist er eine Art Vizekönig?“, wollte der kubanische Revolutionsführer wissen. Schmunzelnd antwortete der Monarch: „Kronprinz zu sein heißt, sich darauf vorzubereiten, König zu werden.“

Dies tut Felipe de Borbón offiziell seit dem neunten Lebensjahr, als er den Thronfolger-Titel Prinz von Asturien erhielt. Nun, mit 46 Jahren, wird es für ihn Ernst: Als König Felipe VI. wird er nach der Abdankung von Juan Carlos (76) den Thron besteigen. Dass er das Zeug dazu hat, bestreitet kaum jemand. „Er wird eines Tages der am besten vorbereitete König Spaniens sein“, sagt sein stolzer Vater.

Felipe Juan Pablo Alfonso de Todos los Santos de Borbón y Grecia - so sein vollständiger Name - wird der erste spanische Monarch mit abgeschlossenem Hochschulstudium sein, sein Vater brach das Studium ab. Der gut aussehende und sympathische Thronfolger mit dem Gardemaß von 1,97 Meter studierte an einer - staatlichen - Universität in Madrid Jura und machte später noch einen Master in Internationalen Beziehungen an der Universität Georgetown in den USA.

In der Armee durchlief er die Offizierslaufbahn bei Luftwaffe, Marine und Heer. Flugzeuge und Hubschrauber kann er selbst steuern, auf internationalem Parkett glänzt er mit fließendem Englisch und Französisch. Zu seinen Hobbys zählt er schnelle Autos und Motorräder sowie Segeln, Skifahren und Tanzen. Während sein Vater dieses Jahr im Champions-League-Finale Real Madrid die Daumen drückte, schlägt Felipes Herz für den bescheideneren Stadtrivalen Atlético.

Mehr als die Hobbys des Thronfolgers hat die Spanier lange Zeit vor allem interessiert, wann das jüngste Kind von Juan Carlos und Königin Sofía (75) denn endlich heiraten würde. Am 22. Mai 2004 war es dann endlich soweit. Europas einst begehrtester blaublütiger Junggeselle und die bürgerliche Fernsehjournalistin Letizia Ortiz gaben sich in der Kathedrale von Madrid das Jawort. Dass es eine Liebesheirat war, daran zweifelt eigentlich niemand.

Juan Carlos - der König, der Spanien die Demokratie brachte

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Inzwischen hat das Paar zwei Töchter, Leonor (8) und Sofía (7). Eingefleischte Royalisten störte, dass Spaniens künftige Königin eine Bürgerliche ist, und dazu noch geschieden. Dass Felipe - neben Königin Sofía - seither zum beliebtesten Mitglied der königlichen Familie aufgestiegen ist, wird aber auch Letizia (41) als Verdienst angerechnet. Nach seiner Heirat legte der Kronprinz seine etwas verkrampft wirkende Art und seine Schüchternheit ab. Er tritt in der Öffentlichkeit freundlicher und gelöster auf. „Letizia sorgte dafür, dass Felipe menschlicher erscheint“, meinte der Königshausexperte Jaime Peñafiel.

Bis vor kurzem hatte Letizia bei vielen Spaniern als heimlicher Star der königlichen Familie gegolten. Sie war nach anfänglicher Unsicherheit in ihre Rolle hineingewachsen und hatte gar Felipes Schwestern Elena und Cristina in den Schatten gestellt. Allerdings ging ihre Popularität zuletzt leicht zurück, nachdem die Prinzessin sich im vorigen Jahr in der Öffentlichkeit zuweilen missgelaunt gezeigt hatte und in der Presse über angebliche Eheprobleme spekuliert worden war.

Beobachtern fiel damals auf, dass Felipe seltener als früher öffentlich zusammen mit Letizia auftrat. Manche Spanier stellen sich die Frage: Sind der Kronprinz und Prinzessin noch glücklich? Im vorigen Sommer war in der Presse gar von einer Ehekrise die Rede. Das Königshaus wies die Gerüchte jedoch zurück und betonte, bei dem Prinzenpaar gebe es wie in jeder Ehe Höhen und Tiefen. Unter der Image-Krise des Palasts litt Felipes Popularität zwar nicht. Aber indirekt trifft sie den künftigen König dennoch: Die Monarchie als solche ist in Spanien heute nicht mehr unumstritten.

dpa

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