Monarchie-Expertin verrät:

Das waren Sissis dunkle Geheimnisse

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Sie schaffte es wie keine andere aus ihrem Leben bis heute ein großes Geheimnis zu machen. (Annemieke van Dam als Elisabeth)

Wien - Ihr Leben war ein Mythos und gibt bis heute Rätsel auf. Monika Levay, anerkannte Monarchie-Expertin verrät die dunklen Geheimnisse der schönen Kaiserin Elisabeth - bekannt als „Sissi“.

Ein Musical räumt mit dem kitschigen Sissi-Mythos auf: Am 22. Oktober 2009 feiert das Musical „Elisabeth“ Premiere im Deutschen Theater München. Seit 1992 läuft das Stück von Sylvester Levay auf der Bühne in Wien und geht jetzt auf Europatournee. Das Stück selber erzählt eine ungewöhnliche Geschichte der Kaiserin. „Elisabeth“ erzählt die Geschichte einer Frau, die sich mit ihrer Rolle nicht abfinden wollte. Gefangen in den Erwartungen ihrer Gesellschaft lehnte sich die Kaiserin permanent auf.

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Exklusiv für tz-online erzählt Monika Levay, Frau des Komponisten und Sissi-Expertin, unbekannte Details aus dem oftmals traurigen Leben der Kaiserin. Schon ihr Entschluss, den Kaiser Franz Josef zu heiraten, hatte rein gar nichts mit Romantik zu tun. Levay: „Als ihre Mutter Ludovika mit ihr über den Antrag des Kaisers Franz Josef  unterhielt und ihre Tochter fragte, ob sie den Antrag annehmen würde, war die Antwort der jungen Elisabeth bezeichnend: „Einem Kaiser kann man keinen Korb geben. Ich nehme an!“

Kaiserin Elisabeth: Bilder des Mythos Sissi

Franz Josef und seine Mätressen

Obwohl Elisabeth sich fühlte, wie in einem goldenen Käfig, war sie bereit und bemüht das Protokoll zu erlernen. Doch schnell erfuhr die junge Kaiserin, dass ihr Mann, der ihr seine Liebe schwor, Mätressen unterhielt - und sie permanent betrog. Mit Anna Nahaowski war er während seiner Ehe liiert. Die Geliebte des Kaisers lebte mit ihren gemeinsamen Kindern in der Nähe und Franz Joseph besuchte sie oft.

Elisabeths Körperkult

„Elisabeth war auch eine Egomanin“, erzählt Levay. „Paradoxerweiser nur im Bezug auf sich selber. Ihre Diät war legendär und würde heutigen Zeiten durchaus standhalten.“ Sissi behielt Zeitlebens einen Taillenumfang von sagenhaften 51 cm. Ihre Turnübungen findet man heute in jedem Fitnessstudio. Doch trotz dieses Körperkults, war es der Kaiserin ein Greul, wenn andere Menschen sie ansahen. Sie hasste außerdem dicke Menschen - was dazu führte, dass ihre Hofdamen ständig wechselten.

Hatte Sissi eine Affäre mit dem Grafen?

„Mit dem ungarischen Graf Andrássy verband Elisabeth sicherlich mehr als nur Freundschaft“, meint Levay. Ob Elisabeth es gewagt hat, den letzten Schritt zu gehen, weiss aber keiner. „Die Gefahr vom Hofstaat enttarnt zu werden war sicherlich zu groß.“ Sollte Elisabeth und Andrássy tatsächlich mehr verbunden haben, haben beide eine Höchstleistung in Sachen Geheimhaltung vollbracht. Bis heute bleibt das Gerücht.

Zwei Selbstmorde in der Familie

Der Tod ihres Cousins Ludwig II. - des bayerischen Märchenkönigs - sowie ihres eigenen Sohnes Rudolph prägten Elisabeth stark.  Wie die bayerische Familie den Selbstmord von Ludwig behandelte, brachte sie in Wut. Sissi-Expertin Levay: „Lange Zeit weigerte sich Elisabeth ihre Verwandten in Starnberg und München zu besuchen, obwohl sie oft zu Besuch in der Landeshauptstadt weilte.“

Der größere Schicksalsschlag war sicherlich der Selbstmord ihres Sohnes Rudolph: Dieser erschoss sich zusammen mit seiner Geliebten Marie von Vetsera im österreichischen Schloss Mayerling. „Elisabeth gab sich in großen Teilen die Schuld daran“, meint die Expertin. Es war Elisabeth, die Rudolphs eigenwillige Meinung prägte:  „Rudolph war ein großer Verfechter der Republik“, erklärt Levay - obwohl er der künftige Kaiser von Österreich werden sollte. Der junge Mann fühlte sich missverstanden und sah keine Zukunft als Herrscher. „Die familiäre Neigung zu Depressionen spielten sicherlich auch eine Rolle bei dem Selbstmord.“

War Sissi psychisch Krank?

Nach dem Selbstmord ihres Sohnes Rudolph zog sich Elisabeth noch stärker zurück. Als Zeichen ihrer tiefen Trauer trug sie nur noch schwarze Kleidung. „Ihr Reise- und Bewegungsdrang prägten sich immer mehr aus“, sagt Monika Levay. Die Kaiserin legte absonderliche Verhaltensweisen an den Tag: „Hofdamen wurden inzwischen auf körperliche Schwächen untersucht. Elisabeth schaffte es sogar die Geheimpolizei abzuhängen, die zu ihrem Schutz bestimmt war.“ Zeitlebends war die Kaiserin ein unruhiger und unsteter Mensch, mit einem stark ausgeprägten Bewegungsdrang. „Nach heutigen, medizinischen Erkenntnissen könnte eine nicht behandelte Hyperaktivität in der Kindheit der Grund sein.“ Ihre familiäre Neigung zu Depressionen spielte sicherlich auch eine Rolle.

„Auffällig ist, dass Elisabeth in jeder neuen Stadt zuerst die dortigen Irrenhäuser besuchte“, sagt die Sissi-Expertin. Ob der Kaiserin bewusst war, wie sehr sie sich dem Wahnsinn näherte, wird man niemals sagen können. Allerdings war Sissi entsetzt über die Zustände der Einrichtungen. Levay: „Sie spendete viel Geld um diese zu sanieren. Viele Gelder stammten direkt aus ihrer Privatschatulle.“

Sissis tragisches Ende: Am 9. September 1898 wurde sie von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni in Genf erstochen. Das kitschige Sissi-Bild entstand in den 1950-er Jahren mit den Filmen, in denen Romy Schneider die Hauptrolle spielte.

Tanja Lugert

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