"Ich kämpfe bis zum Schluss"

Krebs-Drama um Dieter Hildebrandt!

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Dieter Hildebrandt stand bis zum Frühsommer noch mit vollem Elan auf der Bühne - jetzt raubt ihm die Krankheit alle Kraft.

München - Der Münchner Kabarettist Dieter Hildebrandt (86) ist an Prostatakrebs erkrankt. "Mein Mann wird nie wieder auf einer Bühne stehen", sagte seine Gattin Renate der tz.

Trauer um Dieter Hildebrandt:

In der Nacht zum Mittwoch ist Dieter Hildebrandt im Alter von 86 Jahren verstorben

Wer ihn persönlich kennt, liebt ihn. Wer nicht – der mag ihn: Dieter Hildebrandt. Der Münchner Kabarettist ist zweifelsohne einer der ganz großen Köpfe in Deutschland. Intelligent und verschmitzt kämpft er seit Jahrzehnten mit spitzer Zunge gegen Ungerechtigkeiten und den politischen Irrsinn. Doch der 86-Jährige wird nie wieder auf einer Bühne stehen. Krebs! Seit Monaten kämpft der Münchner nun schon gegen die heimtückische Krankheit. Sein Zustand ist derzeit äußerst kritisch.

Die schreckliche Diagnose: Der 86-Jährige bekam sie im Sommer – nachdem er sich in einem Münchner Krankenhaus durchchecken hatte lassen. Es war nur ein Wort: „Prostatakrebs“, teilte ihm der Arzt mit. „Mir zog es erstmal den Boden weg“, erzählte Dieter Hildebrandt der tz vor einigen Wochen in einem vertraulichen Gespräch. Aber dem Kabarettist war auch klar, dass er alles tun werde um den Krebs irgendwie zu besiegen. „Ich werde kämpfen bis zum Schluss“, sagte er mit einem zuversichtlichen Lachen kurz nach dem Befund. „Noch bin ich nicht tot.“

Zudem bat der 86-Jährige unsere Zeitung noch nichts über seinen Zustand bekanntzugeben – solange die Therapie laufe. „Da brauche ich jetzt Ruhe um mich herum.“

Harte Wochen folgten: Mehrfach wurde Hildebrandt operiert, jedesmal musste er sich von den schwierigen Eingriffen wieder erholen. Viel Zeit verbrachte er immer wieder im Krankenhaus. Dazu kamen die schweren Medikamente. An seiner Seite immer seine Frau Renate, die ihn liebvoll unterstützt.

Vor gut drei Wochen gab es dann ein kleines Licht an Ende des Tunnels: Sein Zustand besserte sich etwas, Hildebrandt durfte sogar für längere Zeit wieder nach Hause. „Die Therapie ist noch nicht abgeschlossen, aber ich ruhe mich derzeit aus, lese viel“, verriet der Kabarettist der tz. „Aber man muss sehen, wie es jetzt weitergeht. Ich habe nicht aufgegeben.“ Hildebrandt, der Kämpfer.

Seine Frau Renate ist Hildebrandts große Stütze bei seinem Kampf.

Der Rückschlag kam dann Ende vergangener Woche: Sein Zustand verschlechtere sich plötzlich so sehr, dass er wieder in die Klinik musste. Dann wieder ein Schock: „Mein Mann wird nie wieder auf einer Bühne stehen“, sagte seine Gattin Renate am Dienstag gegenüber der tz. „Ihm geht es einfach zu schlecht.“ Das ewige Verschieben und Absagen von Terminen führe nur zu weiteren falschen Spekulationen. „Jetzt ist es halt raus.“

Die Therapie, sie hatte nicht den erwünschten Erfolg gebracht. Der Krebs, er hat mittlerweile auch die Leber und andere Organe im Körper befallen. Enge Freunde und seine Familie besuchten Hildebrandt gestern, um ihm Kraft zu geben, ihm zu sagen, wie sehr sie ihn brauchen. Manche brachen in Tränen aus. „Er ist ein ganz Großer, ein Kämpfer – er darf nicht gehen“, so ein Familienfreund mit Tränen in den Augen.

Die, die ihn kennen und lieben, möchten einfach nur sagen: „Kämpf weiter, Dieter!“

Armin Geier

Jedes Jahr erkranken über 60 000 Männer

Das Mini-Organ ist gerade einmal so groß wie eine Kastanie, macht aber zigtausenden Männern gewaltige Probleme. Die Prostata, unterhalb der Harnblase gelegen, ist vergleichsweise anfällig für Krebs. Jedes Jahr erkranken mehr als 60 000 Männer an einem bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse. Prostatakrebs ist die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache bei Männern in Deutschland.

Deshalb raten Experten zu regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ab dem 45. Lebensjahr. Falls bereits der Vater oder ein Bruder Prostatakrebs hatten, sollte man bereits ab dem 40. Lebensjahr zum Check gehen.

Wenn sich ein Tumor in der Prostata eingenistet hat, wird in den meisten Fällen die komplette Drüse entfernt (Prostatektomie). Invielen Fällen können die Ärzte ihre Patienten dank moderner OP-Methoden und Hightech-Geräten relativ schonend operieren. Ein Risiko für Nebenwirkungen durch den Eingriff bleibt allerdings bestehen. Es beträgt etwa drei bis fünf Prozent für eine Harninkontinenz und etwa 30 Prozent für Impotenz.

BEZ

 

In der Nacht zum Mittwoch verstarb Hildebrandt in einer Münchner Klinik.

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