Vampir in "American Horror Story"

Lady Gaga im Interview: "Ich war wie eine Löwin"

Lady Gaga
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Sängerin und jetzt auch Schauspielerin Lady Gaga ist seit Februar mit dem Schauspieler Taylor Kinney verlobt. 

Los Angeles - In der Serie "American Horror Story Hotel" feiert Sängerin Lady Gaga ihr Debüt als Schauspielerin. Im Interview erzählt sie von ihren heimlich Wünschen und neuen Erfahrungen. 

Die gewagtesten Kostüme sind bei ihr an der Tagesordnung. Da sollte man meinen, dass Lady Gaga es locker nahm, in der Serie „American Horror Story Hotel“ als Grusel-Gräfin vor die Fernsehkamera zu treten. Von wegen. Die Diva war nervöser als je zuvor im Leben: “Auf dem Weg zum Set habe ich mich im Auto übergeben müssen. Gut dass ich eine Plastiktüte zur Hand hatte.”

Doch dann haben Sie sich gefangen?

Lady Gaga: Ich bin schnell in meine Rolle reingewachsen. Weil sie mir so viel bedeutet. Ich kann meine eigene dunkle Seite ausspielen.

Als adelige Hotelbesitzerin, die in Wirklichkeit ein Vampir ist.

LG: Ich bin ein Monster, aber ein sehr glamouröses. Ich liebe ihre Intelligenz, ihre Weisheit, ihre sexuelle Power. Und dabei wirkt sie nach außen hin jung und naiv.

Sie haben einige Sexszenen in der Show. Waren Sie da auch nervös?

LG: Die erste ist mir leicht gefallen, aber ich hatte inzwischen schon 12. Es wird immer einfacher. Der schwierigste Drehtag für mich war, als John Travolta plötzlich am Set aufgetaucht ist. Ich bin ein riesiger Fan von ihm und war nah daran, mir in die Hose zu machen.

Isoliert und einsam

Sie sind selbst ein Superstar - allerdings in der Musikbranche. Woher kommt der Wunsch, sich jetzt auch als Schauspielerin zu versuchen?

LG: Ich wollte schon immer schauspielern und habe 10 Jahre lang Unterricht genommen. Meine Auftritte als Lady Gaga und als Countess sind allerdings nicht wirklich gespielt. Ich werde zum Teil der Rolle. Deshalb habe ich auch oft Probleme damit, nach Hause zu kommen und plötzlich wieder ich selbst sein zu müssen. Lange, heiße Duschen helfen meist.

Wieso können Sie sich eigentlich mit einer sexsüchtigen Blutsaugerin so gut identifizieren?

LG: Sie ist isoliert und einsam. Das kann ich nachvollziehen. Ich stamme aus einer streng katholischen, italo-stämmigen Familie, in der Depressionen vererbt werden. Medikamente, Therapie oder Ärzte waren verpönt. Ich fühlte mich einsam, aber nicht weil meine Eltern mich im Stich gelassen haben. Es war einfach eine Chemikalie in meinem Gehirn. Als ich älter war, habe ich mich abgeschottet und meine Befreiung in der Musik gefunden. Ich habe gelernt, dass man durch Kreativität und Fantasie alles bekommen kann, was man will.

Was für eine Beziehung haben Sie heutzutage zu Ihren Eltern?

LG: Eine sehr enge. Wir konnten uns immer aufeinander verlassen, dass wir einander haben. Meine Großeltern waren Einwanderer aus Sizilien. Meine Eltern mussten sich alles selbst erarbeiten. Es war oft hart, hat uns aber als Familie zusammen geschweißt.

"Ich war eine Löwin, die die Steppe regiert hat"

Wie werden Sie eigentlich von ihren Kollegen am Set genannt? Gaga?

LG: Die meisten reden mich mit meinem bürgerlichen Namen an. Also Stefanie oder Stef. Natürlich höre ich auch auf Gaga. Mein Vater nennt mich “Loopy”, mein Lover “Babe”.

Lover? Sind Sie nicht seit Februar mit dem Schauspieler Taylor Kinney verlobt?

LG: Er ist beides.

Was macht ihn zum Mann Ihres Lebens?

LG: Wir haben eine spirituelle Verbindung. Ich war vorher ein Löwin, die allein die Steppe regiert hat. Bis dieser starke, sehr mutige Löwe gekommen ist. Ich hätte niemals gedacht, dass es außer meinem Vater jemals einen Mann geben könnte, der stark genug ist, sich um mich zu kümmern. Der es akzeptieren kann, wie es in meinem Leben abgeht. Doch dann hab ich Taylor getroffen.

Gibt er Ihnen Schauspiel-Tips?

LG: Klar. Ich habe vor ein paar Tagen zwei Stunden mit ihm am Telefon verbracht, weil mir eine Szene besonders schwer gefallen ist. Es war sehr emotional. Es ist manchmal schwer, wenn ich ihm sagen muss, dass ich noch nicht nach Hause kommen kann, weil sich die Dreharbeiten verzögern. Aber er ist ein starker Typ, der darauf sagt „Willkommen im Warte-Verein“.

Sie sind 29 und schon Ihr halbes Leben im Showbusiness. Wird man da nicht manchmal müde?

LG: Schon. Besonders die letzten sieben Jahre waren hart. Seitdem ich berühmt bin. Manchmal fühle ich mich fucking alt. Wie 100. Aber man wird ja auch immer ein bisschen weiser.

Lady Gaga braucht Grenzen

Inwiefern sind Sie denn weise?

LG: Ich bin weise genug, um zu erkennen, dass es einfach zu viele Leute gibt, die völlig narzisstisch nur an ihrem eigenen Scheiß interessiert sind. Zu viele von uns sind Mobiltelefon-süchtig und haben es verlernt, mit einander vernünftig zu kommunizieren. Natürlich sollte jeder das machen, was ihn glücklich macht. Doch wir dürfen es auch nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft völlig aus dem Ruder läuft, weil wir nur noch uns selbst am nächsten stehen und niemand anderen mehr erreichen.

Würden Sie gerne noch mehr Fernseh- oder auch Kino-Rollen bekommen?

LG:Das wäre ein Traum. Es würde mir auch helfen. Ich habe eine rebellische Natur und es ist sehr gut für mich, wenn mir Grenzen gesetzt werden. Also wenn mir durch ein Drehbuch und einen Regisseur vorgeschrieben wird, was ich zu tun habe. Das ist wie ein Stellungswechsel beim Sex. Ich will nicht immer nur oben sein, manchmal will ich auch genommen werden (lacht). Es ist sehr befreiend. Zumal ich ja dann am Ende des Tages nach Hause gehe und wieder die Kontrolle habe.

Das Interview führte Dierk Sindermann.

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