Schauspielerin wird 70

Marianne Sägebrecht, die tolerante Bavaria "Out of Rosenheim"

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Ois Guade, Marianne Sägebrecht!

München - Mit Rollen in Kultfilmen wie „Zuckerbaby“ und „Out of Rosenheim“ eroberte Marianne Sägebrecht die Zuschauerherzen. Nun wird sie 70 Jahre alt und sagt: „Jetzt geht's wieder hinaus in die Welt.“

Ihre jüngste Rolle ist ihr auf den Leib geschneidert: In Thomas Hermanns schrillem Musical „Bussi“ am Münchner Gärtnerplatztheater tritt Marianne Sägebrecht als Bavaria auf. Flankiert von einem Löwen, appelliert die legendäre Münchner Schauspielerin an allseitige Toleranz und lässt auf gut Bairisch „Underground und Oberground“ zueinander finden. Die tolerante Bavaria ist eine Rolle, mit der sie sich gut identifizieren kann. „Ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass man die Menschen ehrt und achtet“, sagt Sägebrecht im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. „Alles, was ist, ist gut wie es ist“, sagt sie. Und: „Das Wichtigste ist die Versöhnung.“

An diesem Donnerstag (27. August) wird die Schauspielerin, die es Ende der 1980er Jahre mit den Kultfilmen „Zuckerbaby“ und „Out of Rosenheim“ zu internationaler Bekanntheit brachte und von ihrem Regisseur Percy Adlon als „alpenländische Version von Marlene Dietrich“ bezeichnet wurde, 70 Jahre alt. „Ich habe jetzt die 7 - meine Glückszahl“, sagt sie. „Ich habe überhaupt keine Angst vor dem Alter gehabt. Vielleicht ist das der Grund, warum man noch so jung ausschaut.“

Sägebrecht strotzt vor Energie. Sie steht vor der Kamera („Pettersson und Findus“), auf der Bühne („Bussi“), hält Lesungen - zum Beispiel mit Gedichten von Hilde Domin -, macht sich für die Hospizbewegung stark. Sie kennt sich aus mit Heilkräutern und schreibt gerade an einem Rückblick auf ihr Leben, der im Herbst auf den Markt kommen soll. „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.“

Im kommenden Jahr will sie für eine Dokumentation ins südamerikanische Surinam reisen, „ein Seelenland meiner Kindheit“, wie sie sagt. „Meine Tochter ist schon ganz nervös. 15 Jahre habe ich schön gearbeitet, gelesen und mich zurückgenommen. Jetzt geht's wieder hinaus in die Welt.“

Marianne Sägebrecht lebt seit der Trennung von ihrem Ehemann seit Jahren allein in der Nähe des Starnberger Sees und damit sei sie so zufrieden wie Beda Andersson, die sie in „Pettersson und Findus“ spielt. „Sehr zufrieden ist sie damit - wie ich auch.“ Wenn Kinder am Starnberger Bahnhof ganz aus dem Häuschen sind, weil sie „Beda“ begegnen, dann freut Sägebrecht (Mutter einer Tochter und Oma einer Enkelin) sich sehr.

Auch wenn sie immer in Bewegung ist, viele Jobs und Aufgaben übernimmt, sei Ehrgeiz für sie ein Fremdwort. Als Hollywood-Superstar Michael Douglas, mit dem sie Ende der 80er Jahre im „Rosenkrieg“ vor der Kamera stand, kürzlich für eine Filmpremiere in Berlin war, habe er sie eingeladen, erzählt Sägebrecht. Möglicherweise sei es dabei auch um ein gemeinsames Projekt gegangen. „Während der Dreharbeiten zum „Rosenkrieg“ sind wir wie Geschwister geworden“, sagt sie. „Das ist immer noch spürbar.“

Doch die Einladung sah sie erst am Tag der Premiere - und stressen wollte sie sich nicht. „Andere wären vielleicht halbnackt ins Auto gesprungen und hätten sich in Berlin umgezogen - aber ich nicht.“ Es habe an dem Tag einfach nicht sollen sein. „Ich glaube daran, dass der Lebensplan erstellt ist, wenn wir auf die Welt kommen“, sagt Sägebrecht. „Schauen wir mal, was im Buch des Schicksals noch drinsteht.“

dpa

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