Sie schrieb "Wer die Nachtigall stört"

US-Autorin Harper Lee gestorben

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Harper Lee wurde 2007 von US-Präsident George W. Bush ausgezeichnet.

Monroeville - Ihr Roman "Wer die Nachtigall stört" bekam den Pulitzer-Preis und wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Jetzt starb die US-Schriftstellerin Harper Lee im Alter von 89 Jahren.

Die US-Schriftstellerin Harper Lee ist tot. Die Autorin des Klassikers "Wer die Nachtigall stört" starb im Alter von 89 Jahren, wie die Behörden ihrer Heimatstadt Monroeville im Bundesstaat Alabama am Freitag mitteilten. Die Geschichte über Rassismus in den Südstaaten der USA in den 30er Jahren wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und in mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Lee kam im April 1926 als jüngstes von vier Kindern in Monroeville zur Welt. Ihr Vater war Rechtsanwalt. Lee lernte früh lesen und hatte schon vor ihrer Einschulung etliche Bücher gelesen. Zu ihren Jugendfreunden gehörte der Schriftsteller Truman Capote, den sie bei der Arbeit an seinem Erfolgsroman "Kaltblütig" unterstützte.

Lees Romandebüt "Wer die Nachtigall stört" erschien 1960 und erzählt aus der Sicht des Mädchens Scout vom Rassismus in den Südstaaten der USA. Scouts Vater, der Anwalt Atticus Finch, vertritt einen Schwarzen, der beschuldigt wird, eine weiße Frau vergewaltigt zu haben.

Das Buch gilt als eines der einflussreichsten Werke der US-Literatur und wird von Schulkindern auf der ganzen Welt im Unterricht gelesen. 1961 wurde Lee für das Buch mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Hollywood verfilmte den Roman 1962 mit Gregory Peck in der Hauptrolle.

Lee wurde von ihrem plötzlich Weltruhm völlig überrascht. Der Erfolg sei für sie "fast genauso beängstigend" gewesen wie der "schnelle, barmherzige Tod" durch schlechte Kritiken, den sie eigentlich erwartet habe, verriet sie 1964. Nach "Wer die Nachtigall stört" schrieb Lee kein weiteres Buch mehr und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Zuletzt lebte sie abgeschirmt in einem Pflegeheim in Monroeville.

Erst im Juli 2015 wurde mit "Gehe hin, stelle einen Wächter" ein zweiter Roman der Autorin veröffentlicht, den sie allerdings schon vor "Wer die Nachtigall stört" geschrieben hatte. Das Buch spielt rund 20 Jahre nach der Ausgangshandlung von "Wer die Nachtigall stört". Die inzwischen erwachsene Scout fährt in ihre Heimatstadt zurück, wo sie ihren Vater wiedertrifft. Dieser hat sich vom moralischen Rechtsanwalt zu einem Rassisten gewandelt.

Das bereits Mitte der 50er Jahre fertiggestellte Manuskript wurde nach Angaben des Verlags HarperCollins von einer Freundin Lees in einem Schließfach entdeckt. Befürchtungen wurden laut, dass die zuletzt schwerhörige und blinde Lee manipuliert worden sein könnte, um ihre Zustimmung zur Veröffentlichung des Buches zu erhalten.

Auch "Gehe hin, stelle einen Wächter" wurde ein Bestseller, die Kritiken fielen jedoch gemischt aus. Der US-Radiosender NPR bezeichnete das Buch als "Durcheinander" und beklagte, dass die späte Fortsetzung den Blick der Leser auf das Meisterwerk "Wer die Nachtigall stört" verändern werde.

AFP

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