"Vier gegen die Bank"

Petersen dreht mit deutscher Starriege

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der deutsche Hollywood-Regisseur Wolfgang Petersen hat für seinen neuen Film Jan Josef Liefers (l-r), Michael "Bully" Herbig, Matthias Schweighöfer und Til Schweiger ins Boot geholt.

Berlin - Nach einem Kinoflop war es lange still um ihn. Jetzt nimmt Blockbuster-Regisseur Wolfgang Petersen ein neues Projekt in Angriff - und holt dafür die größten Stars des deutschen Films vor die Kamera.

Fast ein Jahrzehnt ist es her, dass Wolfgang Petersens letzter Film ins Kino kam. „Poseidon“ hieß der Katastrophenthriller - ein Flop. Danach nahm sich der deutsche Hollywoodregisseur - Schöpfer von Erfolgsfilmen wie „Das Boot“, „Troja“ und „Air Force One“ - erstmal eine Auszeit. Für sein Comeback kehrt der seit 27 Jahren in Los Angeles lebende Petersen nun in seine Heimat Deutschland zurück. Und dort will er offenbar auf Nummer sicher gehen.

Für sein neues Projekt hat der 74-jährige Petersen gleich vier der derzeit beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Schauspieler verpflichtet: Til Schweiger (51), Matthias Schweighöfer (34), Michael „Bully“ Herbig (47) und Jan Josef Liefers (51). Ein Remake seiner Gaunerkomödie „Vier gegen die Bank“, die 1976 im Fernsehen lief, dreht Petersen mit ihnen. Und: „Das ist nicht das Ende. Ich habe noch vieles, vieles vor - auch in Amerika“, sagte der Regisseur am Montag über seine Rückkehr ins Filmbusiness.

„Wir werden uns wahrscheinlich gegenseitig anstacheln zu dem Besten, das wir in uns haben“, kommentierte Liefers die Allstar-Besetzung der Komödie. „Ich freue mich darauf, mit den Jungs zu drehen“, meinte Schweighöfer. Damals in den 70er Jahren spielten Harald Leipnitz, Herbert Bötticher, Walter Kohut und Günther Neutze ein in Finanznöten steckendes Quartett, das sich aus dem Golfclub kennt und beschließt, gemeinsam eine Bank zu überfallen. Das Drehbuch schrieb Wolfgang Menge („Ein Herz und eine Seele“).

Heute versammelt Petersen ein Quartett halbwegs gescheiterter Existenzen: Schweiger spielt einen Boxer und Liefers einen abgehalfterten Schauspieler. Schweighöfer ist ein cholerischer Werber und Herbig ein neurotischer Vermögensberater. „Ich hab' sonst, weiß Gott, keine Komödien gemacht“, meinte Petersen. „Jetzt geht's ans Eingemachte.“

Gedreht wird ab Ende November in Berlin. Petersen schwärmt von „Berlin im Winter“ und erzählt von seiner Sehnsucht, endlich mal wieder in der deutschen Sprache kreativ zu sein. „Ich hatte solche Entzugserscheinungen.“ Obwohl: „Das Budget von „Vier gegen die Bank“ ist ein Zwanzigstel des Budgets von „Troja“.“ Aber Petersen meint: „Das wird schon gehen.“

Der gebürtige Ostfriese startete seine Karriere beim Fernsehen, wo er mit der „Tatort“-Folge „Reifezeugnis“ mit Nastassja Kinski seinen Durchbruch hatte. Den Weg nach Hollywood bahnte ihm sein erster Kinohit in Deutschland: Sechs Oscar-Nominierungen gab es für „Das Boot“ (1981) mit Schauspielern wie Jürgen Prochnow und Herbert Grönemeyer. In den USA drehte Petersen „Outbreak“ mit Dustin Hoffman, „Air Force One“ mit Harrison Ford, „Der Sturm“ mit George Clooney und „Troja“ mit Brad Pitt.

Eine von ihm in Hollywood eingeführte Tradition will er unbedingt auch in Deutschland fortsetzen: Die „11-O'Clock-Soup“, die es an jedem Drehtag zwischen Frühstück und Mittagessen gebe, sagt Petersen. Nach der Suppe gehe die Energie der Schauspieler „wumm, wieder nach oben!“ Schweiger, Liefers, Herbig und Schweighöfer lauschten dieser Ankündigung mit Interesse.

dpa

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