Enkel des VW-Erfinders erfüllt sich Traum

Porsche-Erbe eröffnet Riesen-Spielzeugmuseum

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Da machen nicht nur Kinder große Augen: 365 Quadratmeter groß ist die Spielzeug-Anlage.

Anger - Eine der größten Modelleisenbahnen der Welt sowie Auto- und Schiffsmodelle aus aller Welt gehören zum neuen Spielzeugmuseum, das Hans-Peter Porsche im Berchtesgadener Land gebaut hat.

Hans-Peter Porsche eröffnet ein eigenes Spielzeugmuseum.

Es ist die Erfüllung eines Lebenstraumes: Ein Enkel des Volkswagen-Erfinders Ferdinand Porsche sieht auch mit 74 Jahren die Welt noch mit Kinderaugen und hat deshalb ein Spielzeugmuseum gebaut, das seinesgleichen sucht. Eine der größten Modelleisenbahnen der Welt, eine Schmalspurbahn auf 1,6 Kilometer Länge zum Mitfahren sowie jede Menge Auto- und Schiffsmodelle gehören zum „Hans-Peter Porsche TraumWerk“. In einem Monat (20. Juni) eröffnet das an der Autobahn München-Salzburg (A8) in Anger (Landkreis Berchtesgadener Land) gelegene Museum. Am Mittwoch zeigte der Sammler seine Schätze schon einmal und führte sichtlich stolz durch das Museum.

„Ich hoffe, dass ich damit Kindern eine Freude mache“, sagte Hans-Peter Porsche bei dem Rundgang. Wäre er noch ein Kind, „würde ich nicht mehr reden, sondern nur noch den Mund offen lassen“, schilderte der 74-Jährige seine Eindrücke vom Probebetrieb der gigantischen Modelleisenbahn. 365 Quadratmeter groß, 2,7 Kilometer Gleise, 180 Züge, von denen 40 immer gleichzeitig fahren und bis zu fünf Meter Höhenunterschied überwinden - das sind die Ausmaße der Anlage.

In einer Reihe von modellierten Landschaften sind etwa die Bodenseeregion mit dem Hafenbahnhof Friedrichshafen oder der Bahnhof von Freilassing zu bestaunen. Im österreichischen Teil wurden die Semmeringbahn und die Tauernbahn nachgebaut. Im Schweizer Bereich der Anlage schlängeln sich die Züge auf der Gotthardbahn und durch die beiden Biaschina-Kehrtunnel.

Der Name Porsche verpflichtet: In der Modelleisenbahn sind auch das Porsche-Werk in Stuttgart und das Konstruktionsbüro von Porsche in Gmünd detailgetreu nachgebaut. Der gelernte Ingenieur Hans-Peter Porsche gehört nach wie vor dem Porsche-Aufsichtsrat an, wollte aber bei der Präsentation seines Spielzeugmuseums partout nicht über den Streit der Porsche-Familie zur Zukunft des VW-Konzerns reden.

Lieber schwärmte er darüber, dass es in der Modelleisenbahnanlage blitzt und donnert, taghell und stockfinster ist, dass sich ein beleuchtetes Riesenrad dreht und viele Details maßstabgetreu nachgebaut wurden. Als 13-Jähriger habe er seine erste drei mal zwei Meter große Modelleisenbahn gebaut und die Landschaft dazu selbst modelliert, erinnerte er sich. „Und am nächsten Tag habe ich alles wieder rausgerissen und neu gemacht, weil es mir nicht gefiel.“

Auch eine Modelleisenbahn des 2011 gestorbenen österreichischen Schlagersängers Peter Alexander ist im Museum in Betrieb. Hans-Peter Porsche selbst hat sie bei einer Auktion ersteigert. Der Entertainer arbeitete seinerzeit an der kleinen Anlage samt Bahnhof, Brücken, Viadukten und einem Ausflugslokal 200 Stunden, wie Porsche weiß.

Die Spielzeugraritäten aus verschiedenen Epochen wie Auto-, Schiffs- oder Flugzeugmodelle, Tretautos, Puppenstuben und Dampfmaschinen trug Hans-Peter Porsche über Jahrzehnte zusammen. Sie sind auf 3500 Quadratmetern in 150 Vitrinen ausgestellt. Sein Sohn Peter Daniell Porsche sagte zum Konzept: „Wir wollen zeigen, wie sich die Spielzeugwelt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.“

Hans-Peter Porsche bleibt ein leidenschaftlicher Sammler. Er hat zu Hause 230 Stoffbären und 580 Krawatten mit Bärenmotiven, dazu etliche Porsche-Oldtimer, die er bei einer der Wechselausstellungen in seinem neuen Museum gerne zeigen will. Viele dächten über ihn, „der Mann spinnt“, sagte der 74-Jährige über sich und sein Hobby. „Aber das macht nix, die dürfen das ruhig sagen.“

dpa

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