Stars wütend auf iCloud

Promi-Nacktfotos: FBI und Apple ermitteln

Jennifer Lawrence
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Jennifer Lawrence will am heftigsten gegen die Hacker und Nacktfotos im Netz vorgehen.

Cupertino - Nach dem Auftauchen Dutzender Nacktfotos von Stars wie Jennifer Lawrence im Internet haben Apple und die Bundespolizei FBI Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff aufgenommen.

Nach dem Auftauchen dutzender Nacktfotos von Stars wie Jennifer Lawrence und Rihanna im Internet hat sich das FBI eingeschaltet. Gemeinsam mit dem Computergiganten Apple suchte die US-Bundespolizei am Dienstag nach dem Hacker, der offenbar in die online gespeicherten privaten Fotoarchive der Prominenten eingedrungen war. Die gestohlenen Aufnahmen kursieren seit Sonntag im Internet.

"Wir nehmen die Privatsphäre unserer Nutzer sehr ernst", sagte Apple-Sprecherin Natalie Kerris am Montag dem Portal Re/code. Deshalb würden Berichte "aktiv" überprüft, wonach die Fotos durch einen Angriff auf Apples Online-Speicherdienst iCloud erbeutet wurden. FBI-Sprecherin Laura Eimiller sagte der "Los Angeles Times", ihre Behörde habe sich ebenfalls in den Fall eingeschaltet.

Immenser Umfang des Foto-Diebstahls

Der immense Umfang des Foto-Diebstahls wurde am Montag vorübergehend sichtbar, als die umstrittene Internetplattform 4chan mit der Veröffentlichung der Aufnahmen begann. Mehrere US-Medien schalteten zunächst Links zu den Nacktfotos, löschten diese angesichts der drohenden Strafverfolgung und der öffentlichen Empörung aber schnell wieder. 4chan gilt als Heimstatt der weltweit agierenden Hackergruppe Anonymous, der von Kritikern immer wieder Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird. Von dem Nacktfoto-Diebstahl sind offenbar ausschließlich Frauen betroffen.

Unklar war zunächst weiter, wie die Fotos entwendet wurden. Die meistverbreitete These war, dass sie aus privaten Archiven der Stars bei Apples Online-Speicherdienst iCloud gestohlen wurden. Auch eine inzwischen offenbar geschlossene Lücke in Apples "Find my Phone"-App, die verlegte oder gestohlene iPhones aufspüren soll, wurde genannt.

Andere Experten wiesen darauf hin, dass die Aufnahmen aus verschiedenen Quellen stammen und schon über Jahre gesammelt worden sein könnten. So habe ein Internetnutzer bereits Anfang August berichtet, ihm seien Nacktfotos zum Kauf angeboten worden.

Auf iCloud und anderen Online-Speicherdiensten wie DropBox oder GoogleDrive können Nutzer private Fotos speichern, ohne ihre eigene Festplatte benutzen und damit verstopfen zu müssen. Schon der geringste Zweifel an der Sicherheit der Dienste hätte enorme Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Kirsten Dunst mit sarkastischem Tweet: "Danke, iCloud"

Schauspielerin Kirsten Dunst reagierte am Montag bei Twitter mit einem sarkastischen „Danke, iCloud“ auf die Veröffentlichung der Bilder. Es gab zunächst allerdings nach wie vor keine belastbaren Hinweise darauf, aus welchen Quellen und auf welchem Wege die Bilder entwendet wurden. Während die Echtheit einiger Fotos bestätigt wurde, wurden andere für Fälschungen erklärt. Eine Schauspielerin schrieb bei Twitter, sie habe die nun veröffentlichten Bilder bereits vor einigen Jahren gelöscht. IT-Sicherheitsexperten schlossen auch nicht aus, dass ein Hacker die Bilder gesammelt haben könnte und seine Sammlung dann von anderen Angreifern geplündert worden sei.

Jennifer Lawrence belangt jeden, der gestohlene Fotos veröffentlicht

Für Apple kämen Zweifel um die Sicherheit seiner Dienste zur Unzeit: Das Unternehmen will kommende Woche voraussichtlich neue iPhones und einen mobilen Bezahldienst vorstellen. Da ist Vertrauen der Kunden besonders wichtig.

Lawrence' Sprecher hatte nach Auftauchen der Bilder am Sonntag erklärt, die Behörden seien eingeschaltet worden. Jeder, der die gestohlenen Fotos veröffentliche, werde belangt. Auch Vertreter des Models Kate Upton drohten dies an.

Es ist bei weitem nicht der erste Einbruch in Computer von Prominenten. So war vor zwei Jahren ein Mann aus Florida nach mehreren Cyberattacken auf US-Stars zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte ein knappes Jahr lang mehr als 50 Opfer, darunter Scarlett Johansson, Mila Kunis oder Christina Aguilera, ausspioniert. Er hackte ihre Konten, griff auf private Fotos und Informationen zu und verbreitete sie im Internet.

Jennifer Lawrence schockiert

Zu den Opfern des Hackerangriffs zählten neben Lawrence und Rihanna neuen Angaben zufolge auch die Hollywoodstars Scarlett Johansson und Winona Ryder. Auch die kanadisch-französische Sängerin Avril Lavigne, die Klitschko-Verlobte Hayden Panettiere, die US-Fußballspielerin Hope Solo und das Topmodel Kate Upton sollen betroffen sein.

"Es ist so hart, wie Dir Leute Deine Privatsphäre nehmen", schrieb Lawrence unmittelbar nach dem Auftauchen erster Fotos im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Manager des "Tribute von Panem"-Stars kündigte rechtliche Schritte an. Jeder, der die "gestohlenen Bilder" im Internet weiterverbreite, werde wegen Verletzung der Privatsphäre belangt werden.

Andere Stars wie die Sängerin Victoria Justice und die Schauspielerin Ariana Grande bestritten dagegen die Echtheit der Aufnahmen. Diese seien gefälscht, erklärten die Agenten der beiden Frauen.

dpa/AFP

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