Nach 39 Jahren

König Juan Carlos von Spanien dankt ab

Juan Carlos König Spanien
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Tritt zurück: Juan Carlos, König von Spanien.

Madrid - Es ist das Ende einer Ära nach fast vier Jahrzehnten: Spaniens König Juan Carlos dankt ab. Obwohl zuletzt Skandale das Königshaus erschüttert haben, trifft die Entscheidung die Spanier überraschend. Nachfolger wird Kronprinz Felipe.

Der spanische König Juan Carlos dankt nach fast 40 Jahren überraschend ab. Der 76-jährige Monarch teilte seine Entscheidung Ministerpräsident Mariano Rajoy mit. Der König werde das spanische Volk noch am Montag persönlich über die Gründe seiner Entscheidung informieren, gab der konservative Regierungschef in Madrid bekannt. Kronprinz Felipe (46) werde neuer König - wann, ist noch unklar. Juan Carlos hat seit langem gesundheitliche Probleme. Seine Popularität hatte zuletzt wegen mehrerer Skandale gelitten.

Die Entscheidung des Königs traf die Spanier dennoch völlig überraschend. Der Monarch hatte eine Abdankung bislang strikt ausgeschlossen. Sein Sohn, der mit Prinzessin Letizia (41) zwei Töchter hat, wird nun König Felipe VI. Er ist nach den Worten Rajoys bestens vorbereitet, den Thron zu besteigen. „Er ist eine solide Garantie dafür, dass er bei der Ausübung seines Amts als Staatschef die Erwartungen erfüllen wird.“ Felipe, das jüngste Kind von Juan Carlos und Ehefrau Sofía (75), hat in Madrid Jura studiert und in den USA einen Master in Internationalen Beziehungen gemacht. Zudem ist er Offizier des Heeres, der Luftwaffe und der Marine.

Juan Carlos will junger Generation den Weg freimachen

„Eine neue Generation verlangt aus gerechtem Grund die Hauptrolle“, sagte Juan Carlos am Montag in einer Radio- und Fernsehansprache. „Heute hat es eine jüngere und mit neuer Energie ausgestattete Generation verdient, entschlossen an vorderster Linie die Veränderungen und Reformen anzugehen, die die derzeitigen Umstände verlangen.“

Er sei stolz auf das, was er in seiner Amtszeit erreicht habe, so der Monarch. Er habe sich immer dafür eingesetzt, dass sich Spanien in Freiheit entwickeln könne. Er hatte zuvor Ministerpräsident Mariano Rajoy den Entschluss mitgeteilt, zugunsten seines Sohnes Felipe abzudanken.

Der Monarch ging in der Ansprache weder auf seine angeschlagene Gesundheit ein noch auf die Affären um seine umstrittene Elefantenjagd oder um den Finanzskandal, in den seine Tochter Cristina und deren Mann Iñaki Urdangarín verwickelt sind.

Juan Carlos traf Entscheidung schon im Januar

Den Entschluss zu seiner Abdankung hat Spaniens König Juan Carlos Medienberichten zufolge im Januar dieses Jahres gefasst. Im März habe der 76-jährige Monarch dann im Abstand weniger Tage Ministerpräsident Mariano Rajoy und den sozialistischen Oppositionschef Alfredo Pérez Rubalcaba über seinen Schritt informiert, berichtete am Montag die staatliche Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf den Königspalast.

Rajoy würdigte den Beitrag Juan Carlos' für die Demokratie in Spanien. „Er ist das beste Symbol unseres Zusammenlebens in Frieden und Freiheit.“ Der König sei nach dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) der wichtigste demokratische Antreiber gewesen und habe die junge Demokratie auch bei dem gescheiterten Putschversuch rechter Militärs im Februar 1981 verteidigt.

Parlament muss Nachfolge-Regelung verabschieden

Damit eine Abdankung wirksam und der Thronfolger zum neuen König gekrönt werden kann, muss noch eine Nachfolge-Regelung vom Parlament verabschiedet werden. Eine Abdankung des Monarchen ist im spanischen Rechtssystem bislang nicht vorgesehen. In der Verfassung wird dazu auf ein gesondertes Gesetz verwiesen, das aber bisher nicht verabschiedet wurde.

Rajoy kündigte eine Sondersitzung des Kabinetts an, um das gesetzgeberische Verfahren in die Wege zu leiten: „Ich hoffe, dass das Parlament in kurzer Frist den Kronprinzen zum neuen König ernennen kann.“

Juan Carlos - der König, der Spanien die Demokratie brachte

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Juan Carlos wurde im November 1975 gekrönt. Ihm haftete der Ruf an, ein Zögling des Diktators Francisco Franco zu sein, der ihn zu seinem Nachfolger als Staatschef erkoren hatte. Der Monarch führte jedoch die Diktatur nicht fort, sondern verzichtete auf Machtbefugnisse und gab den Anstoß zu demokratischen Reformen.

Das Ansehen des Königs hatte jedoch zuletzt gelitten. Ein Jagdausflug nach Botsuana empörte 2012 die Spanier, die mitten in einer großen Wirtschaftskrise steckten. Zudem erschütterte eine Korruptionsaffäre den Palast: Königstochter Cristina steht im Verdacht, in einen Finanzskandal um ihren Ehemann Iñaki Urdangarín verwickelt zu sein. Juan Carlos hat mit Königin Sofía drei Kinder: Elena (50), Cristina (48) und Felipe.

dpa

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