Wirbel um Stein-Statue

Stuttgart sucht gemopsten Loriot-Mops

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Der illegal installierte Mops ist weg!

Stuttgart - Diese Geschichte ist doppelt kurios: Plötzlich taucht eine goldene Mops-Figur auf einem Stuttgarter Denkmal für den verstorbenen Humoristen Loriot auf - und verschwindet kurz darauf spurlos.

Anfang Dezember stand er plötzlich da, der goldene Mops: 27 Zentimeter groß, rund sechs Kilo schwer. Die Steinfigur thronte auf der Spitze einer Stele, die die Stadt Stuttgart im November zum Gedenken an Vicco von Bülow (1923-2011) auf dem Eugensplatz aufgestellt hatte. Der Erfinder der Knollnasen-Männchen war in Stuttgart zur Schule gegangen und bereits in jungen Jahren als Komparse am Theater aktiv, ehe er seine Fernsehkarriere startete. „Er liebte Stuttgart, wir lieben ihn“, betonte Kultur-Bürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) bei der Enthüllung des Denkmals.

Ursprünglich war die Säule aus Auerkalk mit dem Familienwappen der von Bülows Mops-los, also quasi "oben ohne" gewesen. Doch den Betreibern des Stuttgart-Blogs „Kessel.TV“ fehlte nach eigener Aussage einfach „der Gag, um dieser großen Persönlichkeit gerecht zu werden“. Also ließen sie das Tier in einer nächtlichen Geheim-Aktion auf der Spitze "Platz" machen - und viele Betrachter fanden das Werk erst jetzt komplett. Dass der niedliche Kläffer eigentlich zu klein für die Säule ist, passte da umso besser, wie der Blog kunstundreisen.com feststellt. 

Doch jetzt ist der Steinmops weg, was offenbar sogar Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) schlaflose Nächte bereitet. Via Facebook und Twitter schaltete sich der Politiker in die Suche ein. „Ein Kriminalfall beschäftigt die Stuttgarter Stadtgesellschaft: Wurde der gemopste Mops gesichtet?“, schreibt Kuhn auf Twitter.

Bilder von Loriots Grab

Loriot in Berlin beigesetzt: Bilder von seinem Grab

Bisher gebe es keine Hinweise zum Aufenthaltsort. Zuerst bestand der Verdacht, dass das Ordnungsamt den illegal installierten Hund entsorgt hatte. Doch: „Die Stadt ist unschuldig“, betonte der Sprecher. Auch die Theorie, dasss Orkantief Xaver das Lieblingstier Loriots vom Sockel gepustet hatte, wurde verworfen. Noch nicht geäußert haben sich der Bildhauer der Säule, Ulrich Gsell, oder Gerhard Raff, der die Idee für das Denkmal hatte. Stecken sie etwa hinter der der mysteriösen Angelegenheit? „Kessel.TV“ beteuert jedenfalls, nicht zu wissen, wo der Mops hin ist. „Wir haben ihn definitiv nicht geklaut“, sagt Martin Elbert. 

Die Polizei kennt den Fall, hat aber nur so lange ermittelt, bis feststand, dass die Figur nicht zum Denkmal gehört. „Das wäre ja dann ein besonders schwerer Fall von Diebstahl“, sagte ein Sprecher. Es liege keine Anzeige vor. „Keine Beschädigten, keine Beschuldigten, keine Straftat - so ist das bei der Polizei.“

Nach "Keksgate" jetzt "Mopsgate"

Irgendwie erinnert diese Geschichte an den spektakulären Diebstahl des goldenen Kekses am Stammsitz des Gebäckherstellers Bahlsen in Hannover. Über Wochen war das Firmensymbol verschwunden. Medienrummel inklusive. Am Hals des Pferdedenkmals vor der Uni war er schließlich wieder aufgetaucht, leicht lädiert und verziert mit einer roten Schleife. Die unbekannten Diebe erpressten Keksspenden für ein Kinderkrankenhaus und 1000 Euro für ein Tierheim.

„Kessel.TV“ verkündete, man sei bereit, ebenfalls ein Lösegeld an die Entführer des Steinmopses zu zahlen. Mehr als 38,95 Euro seien allerdings nicht drin.

hn/dpa

Haakon Nogge

Haakon Nogge

E-Mail:haakon.nogge@merkur.de

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