Leo DiCaprios Model-Freundin

Toni Garrn: Mit Köpfchen und Engagement

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Sie selbst hat ihr Abi in der Tasche, nun will Toni Garrn Frauen in Westafrika helfen Grundschullehrerinnen zu werden.

Hamburg - Beim Public-Viewing wurde sie entdeckt, heute ist sie ein gefragtes Topmodel: Hamburgerin Toni Garrn. Nun will sie „etwas zurückgeben“.

Das Märchen der Toni Garrn begann vor fast genau acht Jahren während der Fußball-Weltmeisterschaft. Damals, kurz vor ihrem 14. Geburtstag, wurde die Hamburgerin bei einem Fanfest als Model entdeckt - heute gehört sie zur Topriege ihrer Branche. Die Freundin von Hollywoodstar Leonardo DiCaprio (39) ist eine der Gefragtesten auf den internationalen Laufstegen, lebt längst in New York und wird für große Kampagnen gebucht. Aber auch in ihrer Heimat Hamburg ist sie immer wieder. Wie am Donnerstag, um ein Projekt jenseits aller Shootings und Modenschauen vorzustellen: Die 21-Jährige wird Botschafterin für das Kinderhilfswerk Plan International.

Der gelebte Traum ist dem blonden Topmodel bewusst. „Mir war klar, dass so, wie ich aufgewachsen bin, nicht normal ist“, sagt sie. „Ich wollte immer irgendwann einmal etwas zurückgeben.“ Doch bislang habe ihr die Zeit dazu gefehlt. Denn trotz schnellen Erfolges sei für sie stets klar gewesen, die Schule zu beenden und das Abitur abzulegen. Vier Jahre lang ging sie unter der Woche zum Unterricht und flog an den Wochenenden zu Shootings nach New York, Paris oder Mailand. „In meiner Familie hieß es nicht, entweder Schule oder Modeln, sondern wenn, dann nur beides“, erzählt sie. „Ob ich jemals studiere, weiß ich nicht, aber ich könnte es.“

Projekt in Burkina Faso

Auch als Plan-Botschafterin liegt ihr Bildung am Herzen. Im Rahmen der Kampagne „Because I am a Girl“ setzt sie sich in Burkina Faso für ein Projekt ein, das Frauen eine Ausbildung zur Grundschullehrerin ermöglicht. Dazu war sie eine Woche lang in dem westafrikanischen Land, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört. Dort hätten Eltern oft kein Geld für Schulbesuche ihrer Kinder, Bildung für Mädchen hielten viele für überflüssig, Schülerinnen würden von Lehrern missbraucht. „Nur 50 Prozent der Mädchen besuchen eine Grundschule“, sagt Garrn. „Aber die meisten hören mit zehn oder elf Jahren wieder auf, zum Beispiel weil sie verheiratet oder früh schwanger werden.“

Von der Zeit in Afrika brachte sie nicht nur „sooo viele Fotos“ mit. „Mir hat die ganze Reise wahnsinnig viel gegeben“, sagt sie und redet dabei schnell und engagiert. „Einfach zu sehen, wie die Menschen dort leben, was sie machen - diese Bilder bekommt man nicht mehr aus dem Kopf.“ Das habe sie auch im Alltag bewusster werden lassen: „Ich lasse das Wasser überhaupt nicht mehr laufen und ich schmeiße keine Lebensmittel weg. Ich rufe dann lieber an und sage: Ich fahre morgen weg und mein Kühlschrank ist voll - kannst du bitte kommen und alles nehmen?“ Mit dem Modelabel Closed habe sie Jeans und T-Shirts designt - hohe Erlöse daraus sollen in das Plan-Projekt fließen.

Als 15-Jährige sozial engagiert

Die erste Patenschaft für ein Kind, wie das Hilfswerk sie vermittelt, übernahm Garrn schon als 15-Jährige. Auf diese Idee kommen vielleicht nicht viele Gleichaltrige - „aber nicht jeder verdient in dem Alter so viel Geld, wie ich es bekommen habe“, sagt sie. „Ich habe ja wirklich nichts gemacht. Ich bin ausgepickt worden, ich musste nicht mal zu Castings“, erzählt sie. „Ich hatte so viel Glück.“ Jetzt könne sie etwas zurückzugeben - dafür war die Afrika-Reise wichtig. „Ich wollte nicht Botschafterin von etwas werden, wovon ich keine Ahnung habe, weil ich so behütet aufgewachsen bin.“

Vorurteile gegenüber Engagements Prominenter in Afrika verwundern Garrn. „Ich könnte auch ganz leise Patenschaften übernehmen, aber so kann ich doch viel mehr Menschen zum Helfen bewegen“, sagt das Model, das am Montag (7. Juli) seinen 22. Geburtstag feiert. „Wahrscheinlich in Los Angeles“, sagt sie. In ihrer Hamburger Wohnung habe sie mit ihrem älteren Buder inzwischen alle Kartons ausgepackt, etwa einmal im Monat sei sie hier. Dann gehörten auch jedes Mal Franzbrötchen dazu. „In Paris kann ich nicht in Bäckereien gehen, da ich alles kaufen würde“, sagt sie, „bei Franzbrötchen mache ich eine Ausnahme.“

Dass sie in Interviews nun als Plan-Botschafterin auch über andere Themen sprechen könne, freut das Model besonders. „Wenn ich die Leute zum Spenden animieren kann, ist das doch auch für sie sinnvoller, als dass sie erfahren, wo ich gestern zu Mittag gegessen habe“, sagte Garrn in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Ein Thema aber lässt sie weiterhin aus: die Beziehung zu Leonardo DiCaprio. Nicht jedes Geheimnis ihres Märchens soll gelüftet werden.

dpa

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