"Er sang alles in Schutt und Asche“

Trauerfeier in Cottbus: Abschied von Achim Mentzel

Achim Mentzel
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Blumensträuße und Gestecke liegen in der Kapelle auf dem Cottbusser Südfriedhof nach der Trauerfeier für den verstorbenen Entertainer Achim Mentzel.

Cottbus - Stimmung und Fröhlichkeit - das war Achim Mentzel. Hunderte Fans und Weggefährten kamen zur Trauerfeier des gestorbenen Entertainers nach Cottbus - darunter viele Schlagersänger.

„Hier kommt euer Achim“. Aus den Lautsprechern, die an der Kapelle aufgestellt sind, ertönt die fröhliche Stimme des Entertainers Achim Mentzel. Hunderte Fans, Weggefährten und viele Schlagersänger sind am Freitag nach Cottbus auf den Südfriedhof gekommen, um dem Sänger und Entertainer die letzte Ehre zu erweisen und seiner Familie beizustehen. Bei der Trauerfeier werden seine Lieder gespielt. Der 69-Jährige war am 4. Januar völlig überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts in Cottbus gestorben.

Ein Blumenmeer liegt vor dem Sarg in der Friedhofskapelle, daneben ist ein Porträt von Mentzel aufgestellt. Darauf lacht er fröhlich, so wie man ihn bei Fernsehauftritten erlebt hat. „Stalinorgel unter den Unterhaltungskanonen“ hätten ihn viele genannt, erinnert sich Moderator Wolfgang Lippert nach der Trauerfeier. „Wir haben immer sehr viele Streiche gespielt“, sagt er über gemeinsame Fernsehprojekte.

Frank Schöbel, der zu DDR-Zeiten einer der erfolgreichsten Schlagersänger war, sagt über Mentzel: „Er hat immer einen Spruch auf den Lippen gehabt.“ Sein Tod habe ihn überrascht, es habe noch Pläne für eine gemeinsame Tournee gegeben, sagt der 73-Jährige („Wie ein Stern“).

Auch die Schlagersänger Dagmar Frederic, Gerd Christian, Uwe Jensen und Hans-Jürgen Beyer sind unter den Trauernden. Auch die Sängerin und Schauspielerin Angelika Mann ist da. Sie erzählt, dass sie in Ost-Berlin mit Mentzel zur Schule gegangen sei. Für viele Menschen in Ostdeutschland sei er eine Identifikationsfigur gewesen. „Er hatte immer gute Laune.“ Er habe alles in „Schutt und Asche“ gesungen.

Der gebürtige Ost-Berliner Mentzel spielte zu DDR-Zeiten zunächst in mehreren Musikgruppen, vor allem im Bereich Schlager. Mentzel kam beim Publikum wegen seines Humors und seiner guten Laune an. Nach der Wende setzte der MDR Mentzels TV-Sendung „Achims Hitparade“ fort.

Über Ostdeutschland hinaus bekannt wurde er auch durch den Spott von Satiriker Oliver Kalkofe, der ihn einst „das zottelige Zonenmonster“ nannte. Die beiden schlossen Freundschaft. Zur Trauerfeier kam Kalkofe aber nicht.

In seinem Wohnort Cottbus war Mentzel überall bekannt, auch Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) erweist ihm am Freitag die letzte Ehre. Man sah den Entertainer regelmäßig beim Einkaufen, auf der Post oder auf der Straße, wie viele Fans erzählen. Er sei ein Mensch gewesen, der auf dem Boden blieb, hört man immer wieder.

Mentzel war viermal verheiratet und hinterlässt mehrere Kinder. Die Urnenbeisetzung ist im engsten Familienkreis zu einem späteren Zeitpunkt geplant.

Achim Mentzel ist tot: Trauer um Kult-Entertainer

dpa

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