Hunderte nehmen Abschied

„Es lag ein Zauber auf Dir“ - Trauerfeier für Pierre Brice in München

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Der blumengeschmückte und mit einer französischen Flagge bedeckte Sarg des Schauspielers Pierre Brice in der Münchner St. Michaels Kirche. An einem Kissen sind sein Barett und Auszeichnungen, die Brice erworben hatte, befestigt. Darunter sind das Bundesverdienstkreuz und das Kreuz der Ehrenlegion.

München - Hunderte haben mit einem Trauergottesdienst in München Abschied von dem Schauspieler Pierre Brice genommen. Der letzte Gruß für „Winnetou“ aber kam von ihm selbst.

Im vergangenen Jahr hat Pierre Brice privat für sich ein Musikvideo gedreht. Er singt darin das französische Lied „L'Aigle Noir“ (Der schwarze Adler), schaut einem solchen Adler nach und zeigt in den Himmel. Auf der Erde liegen die Bilder seines Lebens: Brice als Soldat, Brice als Bräutigam, Brice als Schauspieler - und natürlich Brice als „Winnetou“. Beim Dreh wussten sie noch nicht, dass es ein Abschiedsvideo werden würde, sagt Brice' Freund und Sprecher Thomas Claaßen. Am Donnerstag aber bildet es den Abschluss der Trauerfeier für den Schauspieler, der am 6. Juni mit 86 Jahren in den Armen seiner Frau Hella gestorben war.

Ihr letzter Gruß ist ein großes Herz aus weißen Rosen. „Ich liebe Dich, Deine Frau“, steht darauf in französischer Sprache. Das Trauerblättchen, das an die Gäste verteilt wird, ziert ein von Brice gemaltes Bild mit dem Titel „Sonnenaufgang“. Innen steht: „Nein, ich verlasse Euch nicht. Meine Seele wird immer mit Euch sein.“

Hunderte sind in die Münchner St. Michael Kirche gekommen, um Abschied zu nehmen von dem Idol ihrer Kindheit und Jugend. Die Kirchenbänke reichen nicht aus, viele müssen stehen. Einige sind Brice' Wunsch gefolgt und trugen Weiß statt Schwarz. Vor dem Altar steht der mit einer französischen Flagge und weißen Rosen geschmückte Sarg, davor ein Barrett und verschiedene Orden, auf einer Leinwand ziehen die Bilder seines Lebens vorbei. Es ertönen das „Ave Maria“ und Robert Schumanns „Abendlied“.

„Es lag ein Zauber auf Dir, die Aura des Außergewöhnlichen“, sagt Karin Jacobs-Zander, eine langjährige Freundin der Familie Brice, in ihrer Trauerrede. Er sei nicht nur ein Star gewesen. „Du warst ein Stern in den Herzen der Menschen.“ Vielen der Schaulustigen, die zuvor noch hemmungslos Kameras und sogar Ferngläser auf den Sarg gehalten hatten, stehen Tränen in den Augen. Ein junger Mann mit Turnschuhen und Rucksack, nicht älter als 25, schluchzt hemmungslos.

„Du warst immer anders als die anderen“, sagt Jacobs-Zander in ihrer Rede, die sie direkt an Brice richtet. „Du hast Spuren hinterlassen, die uns führen werden. Spuren, die kein einfaches Leben verheißen, aber ein gutes.“

Unter den Trauergästen sind die Schauspielerinnen Uschi Glas und Marie Versini, die mit ihm gemeinsam in den Indianerfilmen spielten, der Sänger Abi Ofarim und der Komponist Martin Böttcher, der einst die berühmte „Winnetou“-Titelmelodie erfand.

Von seiner Musik wird die Trauerfeier eingerahmt. Zu Beginn erklingt die Winnetou-Melodie „Der große Traum“, in der auch Brice' Stimme zu hören ist, zum Abschluss ist es die Old-Shatterhand-Melodie, als der Sarg aus der Kirche zu einem weißen Leichenwagen getragen wird. Einer der katholischen Priester sagt in seiner Predigt: „Pierre Brice war mehr als „Winnetou“.“

Bilder: Trauerfeier für Pierre Brice in München 

dpa

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