Klatschmagazin "Closer" verurteilt

Trierweiler: Buch über Hollandes Skandal-Affäre

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Über die Zeit mit Frankreichs Staatschef François Hollande hat Valérie Trierweiler ein Buch geschrieben.

Paris - Frankreichs Ex-Première-Dame Valérie Trierweiler hat in einem Buch Einblicke in ihr Leben mit Staatschef François Hollande gegeben. Der Sozialist kommt darin nicht immer gut weg.

Das Magazin "Paris Match" veröffentlichte am Mittwoch - rund ein halbes Jahr nach der Trennung des Paares - vorab Auszüge aus dem Buch "Merci pour ce moment" (deutsch: "Danke für diese Zeit").

In dem Buch schildert die heute 49-jährige Journalistin unter anderem, wie sie im Januar aus der Presse von Hollandes heimlicher Liebesaffäre mit der Schauspielerin Julie Gayet erfuhr. "Die Nachricht Julie Gayet ist Aufmacher der Morgensendungen", zitiert "Paris Match" aus dem Buch. "Ich breche zusammen, ich kann das nicht hören, ich renne ins Badezimmer. Ich nehme den kleinen Plastikbeutel mit den Schlaftabletten."

"François ist mir hinterhergelaufen", geht die Schilderung weiter. "Er versucht, mir den Beutel zu entreißen. Ich renne ins Schlafzimmer. Er greift nach dem Beutel, der zerreißt. (...). Ich schlucke was ich kann. Ich will schlafen, ich will die kommenden Stunden nicht erleben. Ich spüre den Sturm, der mich treffen wird, und ich habe keine Kraft zu widerstehen. Ich will fliehen. Ich verliere das Bewusstsein."

Hollandes stürmische Rückeroberungsversuche

In ihrem Buch beschreibt Trierweiler, wie sie und Hollande sich verlieben, während dieser noch mit der sozialistischen Politikerin Ségolène Royal liiert ist, der Mutter seiner vier Kinder. Dann schildert die als selbstbewusst bekannte Journalistin die zunehmende Entfremdung während des Präsidentschaftswahlkampfs des Sozialisten und später im Elysée-Palast. Vor einem Staatsbankett soll Hollande sie gefragt haben: "Brauchst du viel Zeit, um so schön zu sein?" Trierweilers Antwort: "Ja, ein bisschen." Hollande: "Andererseits: Von dir wird ja auch nichts anderes verlangt."

Nach der Trennung habe Hollande versucht, sie wiederzugewinnen und ihr zahlreiche SMS geschickt. "Seine Nachrichten sprechen von Liebe", zitiert "Paris Match". "Er schreibt, dass ich sein ganzes Leben bin, dass er nichts ist ohne mich." Demnach schrieb Hollande ihr an manchen Tagen über zwei Dutzend SMS und tippte seine Kurznachrichten sogar zwischen zwei Treffen mit US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin.

Das Klatschmagazin "Closer" hatte im Januar die Liebesaffäre zwischen Hollande und der heute 42-jährigen Gayet enthüllt. Trierweiler musste daraufhin ins Krankenhaus. Rund zwei Wochen später trennte sich der Präsident offiziell von Trierweiler, mit der er über Jahre zusammen, aber nie verheiratet war.

Elysée-Palast wusste nichts von dem Buch

Trierweiler, die für "Paris Match" arbeitet, schrieb das 320 Seiten lange Buch dem Magazin zufolge unter "größter Geheimhaltung". "Alles was ich schreibe ist wahr", heißt es laut "Paris Match" im Einband des Buches. "Im Elysée-Palast fühlte ich mich manchmal wie in einer Reportage. Und ich habe zu sehr unter Lügen gelitten, als dass ich selber eine sagen würde."

Medienberichten zufolge wurde die Startauflage von 200.000 Exemplaren in Deutschland gedruckt, damit keine Inhalte im Voraus bekannt werden. Das Buch kommt am Donnerstag in den Handel. Aus dem Elysée-Palast hatte es geheißen, die Veröffentlichung des Buches sei dort vorab nicht bekannt gewesen.

"Closer"-Verantwortliche verurteilt

Wegen der Veröffentlichung eines Fotos der Hollande-Geliebten Julie Gayet verhängte ein Gericht gegen zwei "Closer"-Verantwortliche am Dienstag allerdings nur Geldstrafen auf Bewährung. Auch ein Paparazzo wurde verurteilt.

Hollandes aktuelle Geliebte, die Schauspielerin Julie Gayet (42).

"Closer" hatte am 17. Januar ein Foto von Gayet abgedruckt, das diese in einem Auto zeigt. Bildunterschrift: "In diesem weißen Citroën fährt Julie Gayet zu ihren Treffen mit dem Präsidenten." Das Magazin hatte die Liebesaffäre zwischen Hollande und Gayet schon eine Woche vorher publik gemacht - und sich den Zorn des französischen Staatschefs und der Schauspielerin zugezogen.

In der französischen Rechtsprechung wird das Innere eines Autos als privater und nicht als öffentlicher Raum eingestuft. Das Strafgericht von Nanterre bei Paris verhängte daher am Dienstag Geldstrafen von jeweils 3000 Euro auf Bewährung gegen "Closer"-Redaktionschefin Laurence Pieau und die Chefin des Verlags Mondadori Magazines France, Carmine Perna. Mondadori gibt "Closer" heraus.

"Das ist eine wichtige Entscheidung", zeigte sich Gayets Anwalt Jean Ennochi über das Urteil erfreut. "Es ist das erste Mal, dass die Leiterinnen von 'Closer' in der Angelegenheit von einem Strafgericht verurteilt wurden. Das wird in ihrem Vorstrafenregister auftauchen." Pieau und Perna wollten sich nicht zu dem Urteil äußern.

"Verfolgungsjagd" mit Paparazzo

Der Paparazzo Laurent Viers wurde für schuldig befunden, das Gayet-Foto geschossen zu haben. Gegen ihn verhängte das Gericht eine Geldstrafe von 1000 Euro auf Bewährung. Gayet hatte Viers als den Paparazzo identifiziert, der sie Anfang Januar bei einer Autofahrt verfolgt hatte. "Ich bin ihn nicht losgeworden", sagte sie den Ermittlern und beklagte eine wahre "Verfolgungsjagd". Eine Handy-Ortung zeigte zudem, dass sich Viers am fraglichen Tag in der Nähe der Schauspielerin befunden hatte. Viers räumte vor Gericht nur ein, die Schauspielerin verfolgt zu haben, "um Informationen zu bekommen". Das Foto habe er aber nicht geschossen.

15.000 Euro Schadenersatz für Gayet

Es ist bereits der zweite Schuldspruch gegen "Closer" wegen der Enthüllung der Liebesaffäre zwischen Hollande und Gayet: Ende März wurde das Magazin wegen Verletzung von Gayets Privatsphäre in einem Zivilprozess zur Zahlung von 15.000 Euro Schadenersatz verurteilt. Auch das war eine Strafe, die das Magazin leicht verschmerzen konnte: Die Enthüllungsgeschichte hatte dem Magazin einen reißenden Absatz und große Aufmerksamkeit beschert.

Hollande hat den "Closer"-Bericht nie dementiert, sich aber auch nicht öffentlich zu Gayet geäußert. Auf rechtliche Schritte gegen das Klatschmagazin verzichtete Frankreichs Staatschef.

afp

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