Von Avocado bis Bier: Kosmetik aus Kühlschrank und Küche

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Ein Ei für die Haare - das sorgt für Glanz. Denn Eier enthalten Lecithin und B-Vitamine. Foto: Christin Klose

Manchmal reicht schon ein Blick in Kühlschrank und Küchenregale, um die richtige Pflege zu finden: Denn Bier, Ei, Honig und Co. können gegen raue Haut, stumpfe Haare oder Sonnenbrand helfen.

Berlin (dpa/tmn) – Brigitte Neumann schwört auf Kosmetik aus Garten und Küchenschrank. Denn die Diplom-Ökotrophologin weiß: Dort finden sich Zutaten für eine Haarkur, eine Gesichtscreme oder eine erfrischende Maske. Sie verrät ein paar Rezepte:

Körperöl: Naturöle wie Weizenkeim-, Mandel oder Arganöl sind derzeit angesagt. "Sie lassen sich super mit ätherischen Ölen wie Lavendel-, und Rosmarinöl mischen und finden Verwendung gegen Schwangerschaftsstreifen als Körperöl. Gerade schwangere Frauen wollen ganz genau wissen, was sie auf ihre Haut auftragen", sagt Sarah Schretzmair, Beauty-Expertin beim Deutschen Wellness Verband.

Haarkur: Hier gehört Eigelb zu den Klassikern. Doch auch aufgeschlagenes Eiweiß sorgt gut einmassiert und ausgespült für gesund schimmerndes Haar. Bier wiederum gibt feinem Haar mehr Festigkeit. "Eine Maske aus Avocado, einem Spritzer Zitronensaft und Jojobaöl nährt trockenes Haar. Durch die Zitrone schließt sich die Schuppenschicht und das Haar glänzt", sagt Schretzmair. Wer seinem Haar nach einem heißen Sommertag etwas Gutes tun möchte, kann eine Kur aus zwei Eigelben, einer halben Tasse Bier und einem Spritzer Zitronensaft versuchen. Da diese Kur mindestens eine halbe Stunde einziehen sollte, lässt sich das restliche Bier für die innere Anwendung verwenden.

Peeling: Sarah Schretzmair empfiehlt ein Enzympeeling aus Papayakernen, die im Mixer püriert werden.

Gesichtscreme: Ringelblumen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch eine gute Grundzutat für Cremes. "Dazu am besten frisches Schweineschmalz vom Biometzger des Vertrauens nehmen. Schweineschmalz verwöhnt die Haut genauso wie Olivenöl – auch, weil ein hoher Anteil der hautliebenden Ölsäure drin ist", sagt Brigitte Neumann. Ein paar Tropfen Orangenöl sorgen für einen frischen Sommerduft. Gegen unreine Haut hilft es, Zitronen- oder Limettensaft dünn aufzutragen, über Nacht wirken zu lassen und dann gut abzuspülen.

Sonnenbrand und Sommerbeine: "Eine halbe Tasse frische pürierte Erdbeeren und zwei Esslöffel Naturjoghurt sind bei sonnenverbrannter Haut eine Wohltat", verrät Marlies Busch. Die Münchnerin hat in einem Buch Schönheitsrezepte mit natürlichen Inhaltsstoffen zusammengetragen. "Meine absoluten Lieblingszutaten sind Milch und Honig." Diese Zutaten habe sie immer vorrätig. "Sie sind nicht saisonal und lassen sich einfach und schnell verarbeiten." Drei Esslöffel Honig, eine Tasse Rohrzucker und zwei Teelöffel Zitronensaft ergeben leicht eingekocht eine effektive Enthaarungsmischung, die wie ein Waxing für glatte Sommerbeine sorgt.

Mückenschutz: "Nicht bekleidete Hautstellen dünn mit Limettensaft einreiben", rät Neumann. Hat die Mücke trotzdem gestochen, kühlt zum Beispiel Quark die Haut.

Vorteile: Zu den gängigsten Lebensmitteln in puncto Schönheit gehören Eier. Lecithin und B-Vitamine bringen Glanz ins Haar, erklärt Neumann. Karotinoide und Antioxidantien schützen die Haut vor Alterung, machen sie geschmeidig und können sie glätten, fügt Wolfgang Klee vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen hinzu. Bier beinhaltet laut Neumann ebenfalls B-Vitamine, die Haare zum Glänzen bringen und stärken. Ölsäure und Fettsäuren im Olivenöl nähren die Haut. Die Stärke des Olivenöls ist seine antioxidative Wirkung durch sogenannte Polyphenole, die die Hautzellen vor Alterung schützen, erklärt Klee.

Die Milchsäure im Quark wirkt unter anderem antiviral, antimykotisch, kühlt und fördert die Regeneration, zählt Neumann auf. "Honig erlebt gerade ein Comeback. Er findet sich in vielen Kosmetika, macht die Haut geschmeidig und kann raue Stellen glätten", sagt Klee. Gurkensaft sei ein hervorragendes Gesichtswasser und wirke entzündungshemmend.

Nachteile: "Naturstoffe können Allergien hervorrufen", warnt Klee. So kann es etwa bei Kamille, Eiweiß oder Milch allergische Reaktionen geben. Zudem fehlen selbst gemachter Kosmetik gegenüber Produkten aus dem Drogeriemarkt Konservierungsstoffe, die für die Haltbarkeit sorgen. Daher Küchenkosmetik frisch anrühren.

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