Weniger Glitzer, mehr Tradition: Trachtentrends im Herbst

Blumen sind im Herbst sind so angesagt, dass sie sogar den Ausschnitt zieren dürfen, wie hier beim Dirndl von Lola Paltinger (ca. 2800 Euro). Foto: Lola Paltinger/Martin Nink
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Blumen sind im Herbst sind so angesagt, dass sie sogar den Ausschnitt zieren dürfen, wie hier beim Dirndl von Lola Paltinger (ca. 2800 Euro). Foto: Lola Paltinger/Martin Nink
Grün ist diese Saison wieder beliebt - und genauso Blumenmuster, wie bei diesem Modell von Meyermode (ca. 100 Euro). Foto: Meyermode
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Grün ist diese Saison wieder beliebt - und genauso Blumenmuster, wie bei diesem Modell von Meyermode (ca. 100 Euro). Foto: Meyermode
Rottöne sind im Kommen - besonders, wenn sie in Richtung der absoluten Trendfarbe Marsala gehen - wie beim Wiesndirndl von Lodenfrey (399 Euro). Foto: Lodenfrey
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Rottöne sind im Kommen - besonders, wenn sie in Richtung der absoluten Trendfarbe Marsala gehen - wie beim Wiesndirndl von Lodenfrey (399 Euro). Foto: Lodenfrey
Teils kommen die Dirndl nun hochgeschlossen daher, hier ein Beispiel von Berwin & Wolff (Dirndl ca. 300 Euro, Bluse ca. 60 Euro). Foto: Berwin & Wolff
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Teils kommen die Dirndl nun hochgeschlossen daher, hier ein Beispiel von Berwin & Wolff (Dirndl ca. 300 Euro, Bluse ca. 60 Euro). Foto: Berwin & Wolff
Zum Dirndl darf eine Flechtfrisur nicht fehlen. Dazu lassen sich noch Blumen in gleicher Farbe wie das Dirndl in die Haare stecken, wie hier bei Wenz (ca. 200 Euro). Foto: Wenz
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Zum Dirndl darf eine Flechtfrisur nicht fehlen. Dazu lassen sich noch Blumen in gleicher Farbe wie das Dirndl in die Haare stecken, wie hier bei Wenz (ca. 200 Euro). Foto: Wenz
Tagsüber passt auch ein weniger glitzerndes und glänzendes Dirndl, zum Beispiel eins aus kariertem Stoff, wie hier von Mona (Bustier ca. 20 Euro, Rock mit Schürze ca. 30 Euro). Foto: Mona
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Tagsüber passt auch ein weniger glitzerndes und glänzendes Dirndl, zum Beispiel eins aus kariertem Stoff, wie hier von Mona (Bustier ca. 20 Euro, Rock mit Schürze ca. 30 Euro). Foto: Mona
Das Beispiel von Angermaier Trachten zeigt, das lila Dirndl und grüne Herrenweste miteinander harmonieren. (Dirndl ca. 280 Euro, Lederhose ca. 200 Euro, Weste ca. 150 Euro). Foto: Angermaier Trachten
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Das Beispiel von Angermaier Trachten zeigt, das lila Dirndl und grüne Herrenweste miteinander harmonieren. (Dirndl ca. 280 Euro, Lederhose ca. 200 Euro, Weste ca. 150 Euro). Foto: Angermaier Trachten
Auch Hüte mit Federn oder Kropfbänder mit Blumenschmuck können das Dirndl aufpeppen, hier von Sportalm (Dirndl ca. 600 Euro, Bluse ca. 160 Euro, Kropfband ca. 100 Euro). Foto: Sportalm
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Auch Hüte mit Federn oder Kropfbänder mit Blumenschmuck können das Dirndl aufpeppen, hier von Sportalm (Dirndl ca. 600 Euro, Bluse ca. 160 Euro, Kropfband ca. 100 Euro). Foto: Sportalm

Glitzer, Perlen, Kristalle - noch in den vergangenen Jahren waren Trachten gerne etwas opulenter. Jetzt kommt die entgegengesetzte Entwicklung: Schlichter ist in. Und bei den Männern kommt der Slim Fit in die Tracht.

München (dpa/tmn) - Eigentlich ist die Tracht an sich ja schon Tradition. Da wirkt es zunächst einmal etwas merkwürdig, wenn der Trend verheißt, dass Trachten wieder traditioneller werden.

Doch das ist kein Unsinn: Denn noch vor einigen Jahren hat es am Dirndl sehr geglitzert, erzählt Gabriele Hammerschick vom Unternehmen Lodenfrey in München. Dieser Schritt in die Moderne wird nun wieder rückgängig gemacht. "Insgesamt wird es reduzierter", sagt Hammerschick.

Ganz verschwindet das Neumodische beim Dirndl aber nicht, hat Modedesignerin Lola Paltinger beobachtet. Einige Trachten haben nach wie vor glänzende Stoffe oder gewebte wie Jacquard, außerdem Glitzer, Brokate und bestickte Perlenschürzen. Auf der anderen Seite gebe es aber eben die Strömung, mehr in die Tradition zu gehen, so Paltinger.

Das fängt bei den Stoffen an: Leinen zum Beispiel ist wieder sehr stark gefragt, erklärt Nina Munz von Angermaier Trachten, aber auch Baumwolle, Samt und Seide. In Sachen Muster sind in dieser Saison Blumen angesagt.

Bei den Farben spiegeln sich einige aktuelle Modetrends wider: So kommt laut Munz die Trendfarbe Marsala nun auch im Trachtenbereich zum Tragen. Aber: "Der größte Trend sind Pastellfarben und auch Pudertöne", sagt Paltinger.

Die Schnitte verändern sich nur wenig. Eine größere Entwicklung gibt es bei den Blusen: "Die Ärmel werden schmaler", sagt Hammerschick. Die Puff- oder Flügelärmel werden weniger, ebenso Blusen im Carmen-Schnitt. Außerdem sind viele Blusen nun hochgeschlossen, haben einen Stehkragen ohne viel Dekolleté. Bei den Schürzen greifen viele eher zu einer schmaleren Variante. "Die Schürze soll nicht auftragen", erklärt Hammerschick. Gefragt ist außerdem der Tegernseer Stil - ein Dreiteiler, der hinten ein kleines Schößchen hat.

Wann die eher traditionellen und wann die modisch-prunkvollen Trachten zum Einsatz kommen, hängt natürlich auch vom Anlass ab: So darf es abends gerne auch ein bisschen funkeln, findet Paltinger. "Da will ja jeder glänzen." Ansonsten geht es tagsüber auch mit einem einfachen Waschdirndl, also einer eher schlichten Version.

Zum Drüberziehen rät Hammerschick zur Lederjacke: "Das sieht richtig cool und modern aus" - besonders, wenn auch das Mieder aus Leder ist. Generell ist das ein Trend: Oberteil und Jacke aus dem gleichen Stoff zu wählen. Bei den Schuhen sind Frauen relativ frei: Von High-Heel bis Ballerina, erlaubt ist, was gefällt - zumindest, wenn es nicht gerade Sneaker sind. "Ich finde es schöner, wenn man etwas Absatz trägt", sagt Hammerschick.

Und wie sieht es bei den Herren aus? Die Männertrachten sind in den letzten zwei Saisons modischer geworden, findet Paltinger. Die Schnitte sind etwas taillierter. "Der Mann von heute möchte enger tragen", sagt Munz. Auffällig sei, dass selbst eingesessene Trachtler etwa nach engeren Hemden fragen, erklärt Gabi Appel, die sich bei Lodenfrey um die Herrentrachten kümmert.

"Man trägt gerne Westen unterm Blazer", sagt Paltinger. Passend zu den Damen gibt es etwa Brokatwesten, darüber ein Janker. Diese Janker sieht man nun auch wieder häufiger als die Strickjacken, die Männer in den vergangen Jahren gerne überzogen. Farbe kommt vor allem über die Strümpfe hinein. Dort gibt es mit Pink bis Lila besondere Akzente, auch Blau und ein giftiges Grün sind laut Appel vertreten - auch bei den Loferl. Bei den Schuhen können die Herren sogar - anders als die Frauen - zu Sneakern greifen, etwa in Hirschleder.

Bunt kommen auch die Hemden daher. Sie gibt es etwa in grün-weißem Karo, aber auch in lila-weiß oder pink-weiß. Zum Teil durchzieht eine Farbe auch das Outfit: So nehmen die Strümpfe und Loferl etwa die Farbe der Weste auf, erzählt Munz.

Webseite vom Oktoberfest

Die Mehrzahl der Frauen will für das Oktoberfest (19.9. bis 4.10.) ein Dirndl wählen, dessen Rocksaum das Knie umspielt. 65 Prozent gaben das in einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact an. 24 Prozent wollen beim nächsten Zeltbesuch hingegen ein knöchellanges Kleid tragen, 11 Prozent ein Mini-Dirndl. Insgesamt gaben 98 Prozent der Befragten an, auf das traditionelle Trachtenkleid zurückzugreifen, zwei Prozent ziehen Lederhosen für die Frau vor.

Auch bei den Männern kommt auf dem Oktoberfest die Frau im Dirndl mit 79 Prozent am besten an, 21 Prozent mögen den Anblick von Lederhosen. Für die repräsentative Umfrage im Auftrag der Plattform Stylefruits wurden vom 11. August bis zum 18. August 1018 Männer und Frauen in Deutschland im Alter von 14 bis 69 Jahren befragt.

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