„Penetranter Englisch-Schwätzer“

Joop soll "Sprachpanscher des Jahres" werden 

Wolfgang Joop
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Cool und lässig mit Sonnenbrille - So kennen die Zuschauer Wolfgang Joop.

Dortmund - Designer Wolfgang Joop wurde nominiert. Nicht etwa für einen Modepreis - Nein, der Verein für Deutsche Sprache will ihn mit dem Preis für den "Sprachpanscher des Jahres" auszeichnen.

Zu viel Englisch oder „Denglisch“: Die Kandidatenliste für die Anti-Auszeichnung „Sprachpanscher des Jahres“ führt in diesem Jahr Wolfgang Joop an. Der Modemacher sei als Juror bei „Germany's next Topmodel“ als „penetranter Englisch-Schwätzer“ aufgefallen, urteilte der Verein Deutsche Sprache am Freitag in Dortmund. Die Organisation will mit dem Preis mehr Respekt im Umgang mit der deutschen Sprache bewirken. Über die von einer Arbeitsgruppe nominierten insgesamt fünf Kandidaten stimmen die 36 000 Vereinsmitglieder ab. 2013 war der Duden zum „Sprachpanscher 2013“ gewählt worden.

Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kam auf die Liste für den Anti-Preis. Sie habe auf der Münchener Sicherheitskonferenz trotz der Präsenz von Simultandolmetschern auf Englisch referiert, monierte der Verein. Damit habe sie die Einschätzung vieler deutscher Politiker dokumentiert, dass die deutsche Sprache international entbehrlich sei.

Anbiedern an angelsächsischen Kulturkreis

Ein weiterer Kandidat für den „Sprachpanscher 2014“ ist nach Vereinsangaben die ProSiebenSat.1 Media AG. Mit Produktionen wie „The Voice Kids“, „talk talk talk - Die Late Show“ oder „The Voice of Germany“ biedere sich der Fernsehkonzern wie kein anderes deutsches Unternehmen dem angelsächsischen Kulturkreis an.

Den Deutsch-Schützern fiel auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, auf. Unter seiner Verantwortung stehe eine Kampagne, die Jugendliche zur Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen motivieren sollte, mit dem Titel „Your next Top Check-Up“. Ähnliches kritisierte der Verein bei Christoph Feldmann, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. Dort war unter anderem von „Supply Chain Managern“, „Lieferantenperformance“ oder auch „Supply Risiken“ die Rede.

Der Verein wählt seit 1998 den Sprachpanscher, der laut Satzung für das unnötige und fortgesetzte Verdrängen deutscher Wörter durch angelsächsische Importe steht. Frühere Sprachpanscher sind René Obermann (Deutsche Telekom, 2011) oder Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn, 2007), aber auch der Duden.

dpa

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