So wurde aus Alexandra Neldel die Wanderhure

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Alexandra Neldel spielt die Wanderhure Marie.

München - Mit Zahnspange und hässlicher Brille wurde Alexandra Neldel einst dem TV-Publikum bekannt. Als kämpferische Wanderhure feierte sie ihren größten Erfolg. Die Fortsetzung läuft am Dienstagabend in Sat.1.

„Die Wanderhure“ war 2010 nicht nur der größte Filmerfolg in der Geschichte von Sat.1. Hauptdarstellerin Alexandra Neldel, heute 36 Jahre alt, befreite der TV-Film endgültig vom Image als Zahnspange der Nation, das sie in der Sat.1-Serie „Verliebt in Berlin“ bekommen hatte. Nun, an diesem Dienstag (20.15 Uhr), folgt die Fortsetzung, leicht irritierend mit „Die Rache der Wanderhure“ betitelt, obwohl Ex-Hure Marie dort weniger Rache nimmt als handfest um ihr Glück als Frau und Mutter kämpft.

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Die Erfolgsgeschichte der "Wanderhure" geht weiter

Die Romanvorlage des Autorengespanns Iny Lorentz, hinter dem sich das Ehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath verbirgt, heißt denn auch weniger aggressiv „Die Kastellanin“. Doch hatte die Geschichte im TV-Drehbuch von Dirk Salomon und Thomas Wesskamp so andere Form angenommen, dass die davon sehr begeisterten Autoren gleich beschlossen, das noch einmal als Roman hinzuschreiben, nun unter dem „Rache“-Titel.

Für Alexandra Neldel stellte sich jedoch das Problem, die schon einmal gespielte Rolle von einer anderen Ecke her in den Griff zu bekommen: „Sie ist ja nun auch älter, reifer geworden, ist Ehefrau und Mutter“. So wirkt sie denn verhaltener, weniger spontan, wenn sie nun vom (angeblichen) Tod des Mannes hört, an dessen Ableben auf dem Schlachtfeld sie partout nicht glauben will, und wacker hinauszieht, ihn wieder zu finden, obwohl sich ihr Gefahren noch und noch entgegenstellen und böse Menschen auch.

Vor siebenn Jahren musste Alexandra Neldel in ihrer Rolle als Lisa Plenske noch Zahnspange, Perücke, eine hässliche Brille und einen Fatsuit, mit dem sie dicker wirkte, tragen. In "Verliebt in Berlin" zeigte sie ein Jahr lang, wie sich Lisa Plenske vom hässlichen Entlein in eine hübsche, junge Frau verwandelt, die zum Schluss ihren Traummann heiratet. Die Serie wird aktuell immer dienstags um 18 Uhr auf sixx wiederholt.

Um sich auf die Rolle der Wanderhure vorzubereiten, gehörte körperliche Ertüchtigung zum Alltag von Alexandra Neldel. „Vielen Dank der Produktion, dass sie mich solange und gründlich trainieren ließ“, sagt Neldel. Sie lernte mit dem Schwert umzugehen, vor allem lernte sie reiten, und das ist ihr Stolz: „Keine Reitszene wurde gedoubelt. Ich hoffe, man sieht nicht zu deutlich, dass ich zuvor noch nie auf einem Pferd gesessen hatte.“ Die Dreharbeiten hat sie allerdings in schmerzhafter Erinnerung: "Wir haben versucht, an unsere Grenzen zu gehen“, sagte sie der „Berliner Morgenpost“. „Ich bin im Training auch mal vom Pferd gefallen, aber mir wurde gesagt, das gehört dazu.“

Wenn am Dienstagabend um 20.15 Uhr "Die Rache der Wanderhure" auf Sat.1 läuft, wird Alexandra Neldel aber vielleicht gar nicht einschalten: „Das ist komisch, aber ich guck mich selbst nicht gerne an“, gesteht sie.

Das Training geht weiter

Dennoch: Das Training geht weiter -die nächste „Wanderhure“ kommt bestimmt. Schon im Frühjahr ist Drehstart, und Alexandra Neldel kennt noch nicht das Buch, weiß nicht, was man dort mit ihr anstellen wird, sicher eine Turbulenz nach der anderen. Sie selbst würde gern mal eine Marie spielen, die einfach auf ihrer Burg dasitzt, mit Mann und Kind glücklich ist und sich nicht ständig an Leib und Seele bedroht fühlen muss. „Aber das“, seufzt sie, „wäre kein Film. Das würde sicher niemand sehen wollen.“

dpa/dapd/lot

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