Keine Überraschung in Bremen

Mark Forster gewinnt BuViSoCo: Wie geht es ohne Raab weiter?

Bundesvision Song Contest 2015
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Er ist der große Meister: Stefan Raab hat den BuViSoCo erfunden. Doch wie geht es ohne ihn weiter?

Bremen - Wenig Überraschung beim Bundesvision Song Contest: Mark Forster holte sich mit "Bauch und Kopf" den Sieg. Bayern hingegen hatte kein Glück - Wunderkynd landete auf dem letzten Platz. Die Zukunft des Wettbewerbs ist indes ungewiss.

Mark Forster holte sich für Rheinland-Pfalz den Sieg.

Mark Forster (31) aus Rheinland-Pfalz hat die Musikhörer überzeugt: Er bekam die meisten Stimmen beim Bundesvision Song Contest in Bremen. Das ist wenig überraschend - Mark Forster ist bereits ein etablierter Künstler. Deswegen hatten die anderen Sänger, Songwriter und Bands keine Chance gegen seinen Pop-Song "Bauch und Kopf", den viele Mainstream-Radio-Sender in den vergangenen Tagen und Wochen bereits rauf und runter gespielt haben.

16 Bands aus 16 Bundesländern sind am Samstag im Bundesvision Song Contest gegeneinander angetreten. Viel Applaus gab es von den etwa 6500 Hallen-Zuschauern für Klaas Heufer-Umlauf (31), der diesmal ohne Joko, dafür aber mit dem ehemaligen Wir-sind-Helden-Mitglied Mark Tavassol als "Gloria" auf der Bühne stand und für das Gastgeberland Bremen sang. Der Song "Geister" ist kein gängiger Pop-Song, wie ihn Mark Forster präsentiert hat. Bei "Gloria" muss man genauer hinhören, das Lied hat Tiefgang. Vielleicht zu viel - Klaas und Mark landeten nur auf dem neunten Platz.

Auch der Münsteraner Tatort-Kommissar Jan Josef Liefers war beim Bundesvision Song Contest dabei. Mit seiner Band Radio Doria und "Sehnsucht Nr. 7" holte der 51-Jährige für sein Geburtsland Sachsen den fünften Platz.

Bundesvision Song Contest 2015: Auch Flüchtlingsdebatte war Thema

Die aktuelle Flüchtlingsdebatte wurde auch beim Bundesvision Song Contest nicht ausgeblendet. Ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzte die Band Donots aus Nordrhein-Westfalen. In ihrem rockigen Lied "Dann ohne mich" äußerten sie ihr Unverständnis gegenüber rassistischen Stimmungen in Deutschland. "Kein Mensch ist illegal", sangen sie absolut aktuell und weiter: "Wir dürfen nicht schweigen." Die Zuschauer belohnten das mit dem zweiten Platz.

Mit wenig Abstand auf die Donots folgte die Sängerin Yvonne Catterfeld, die für Thüringen beim Bundesvision Song Contest antrat - ihr Song "Lieber so" war einer der ruhigsten des Abends.

Bei seinem elften Bundesvision Song Contest präsentierte Stefan Raab (48) wieder echte Musik aus Deutschland - und da war alles dabei, von Rocksongs, über Hip-Hop bis zu Balladen. Für Stefan Raab war wichtig, dass beim Bundesvision Song Contest vor allem das Motto "Dabei sein ist alles" zählt. "Man kann hier nicht verlieren, man kann hier nur gewinnen", sagte er. Und: Die Hauptsache sei, dass auch deutsche Musik eine Plattform bekomme. 

Wie viele sich diese Plattform auch in Zukunft wünschen, wurde in Bremen deutlich. Mehrfach äußerten Musiker und zugeschaltete Radiomoderatoren die Hoffnung, dass es den Bundesvision Song Contest auch weiter gebe. Ob die Veranstaltung auch ohne den Erfinder und begnadeten Musiker Stefan Raab funktionieren kann, ist unklar. Stefan Raab jedenfalls hat betont, dass er die Show nicht mehr moderieren möchte. Im Dezember will er seine Fernsehkarriere beenden - nach einer Show wie in Bremen wird deutlich, was für einen Verlust das bedeutet.

Bundesvision Song Contest 2015: Das sind die Platzierungen

  1. Rheinland-Pfalz: Mark Forster mit "Bauch und Kopf"
  2. Nordrhein-Westfalen: Donots mit "Dann ohne mich"
  3. Thüringen: Yvonne Catterfeld mit "Lieber so"
  4. Niedersachsen: Madsen mit "Küss mich"
  5. Sachsen: Radio Doria mit "Sehnsucht Nr. 7" 
  6. Baden-Württemberg: Glasperlenspiel mit "Geiles Leben"
  7. Hessen: Namika mit "Hellwach" 
  8. Brandenburg: Ewig mit "Ein Geschenk"
  9. Bremen: Gloria mit "Geister"
  10.  Schleswig-Holstein: Jeden Tag Silvester mit "Dein Glück"
  11.  Berlin: Lary mit "Bedtime Blues"
  12.  Saarland: PerDu mit "Lange nicht getanzt" 
  13.  Hamburg: Ferris MC mit "Monstertruck"
  14.  Sachsen-Anhalt: 3Viertelelf mit "Mona Lisa"
  15.   Mecklenburg-Vorpommern: Buddy Buxbaum mit "Termin im Park"
  16. . Bayern: Wunderkynd mit "Hallo Hallo"

pak/dpa

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