24 Punkte statt zwölf

ESC 2016: Radikale Punkte-Reform beim Voting

Ann Sophie schloss beim Eurovision Song Contest im vergangenen Jahr mit null Punkten ab.
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Mit einem anderen Punktesystem hätte Ann Sophie beim Eurovision Song Contest im vergangenen Jahr nicht mit null Punkten abgeschlossen.

Stockholm - Beim diesjährigen Eurovision Song Contest werden die Punkte anders verteilt als bisher. Mit diesem System hätte Ann Sophie im vergangenen Jahr statt null sogar zwölf Punkte erhalten.

Eurovision Song Contest bekommt radikale Punktereform Beim Eurovision Song Contest (ESC) wird die Punktevergabe erstmals seit 40 Jahren radikal verändert: Beim diesjährigen Finale in Stockholm werden die Wertungen der Jury und des Publikums getrennt bekannt gegeben, wie die Veranstalter des weltweit größten Musikwettbewerbs am Donnerstag in Genf bekannt gaben. 

Mit der Änderung soll die Spannung bei der Punktevergabe erhöht werden - anders als in den vergangenen Jahren soll der Sieger erst am Ende der Punktevergabeprozedur bekannt sein. Laut der Europäischen Rundfunkunion EBU gab es zuletzt 1975 eine ähnlich umfassende Reform der Punktevergabe, damals war das über die Jahre legendär gewordene "douze points/twelf points"-System eingeführt worden, bei dem das Land mit der größten Zustimmung zwölf Punkte erhält. 

ESC 2016: Neues Punkte-Modell kommt aus Schweden

Im neuen System soll nun zunächst die Punktevergabe der Jurys bekannt gegeben werden. Dies machen wie in den vergangenen Jahren üblich Ansager aus den 43 Teilnehmerländern. Danach erst geben die Moderatoren der Show in Stockholm die Punkte bekannt, die sich aus der Abstimmung der Zuschauer ergeben. Angefangen werde dabei mit dem Land, das am wenigsten Punkte bekommen hat, aufgehört mit dem Land, das die größte Publikumsunterstütztung hat. 

Laut EBU könnte dieses neue System dazu führen, dass auch ein in der Juryabstimmung noch auf Platz drei oder vier liegendes Land am Ende doch gewinnen kann. In den vergangenen Jahren stand der Sieger schon lange fest, bevor die Punktevergabe abgeschlossen war. Das bereits seit mehreren Jahren diskutierte neue Modell hat sein Vorbild beim schwedischen ESC-Vorentscheid. Laut EBU wird die Show trotz der getrennten Punktevergabe nicht länger dauern. 

ESC 2016: Wer Deutschland vertritt, ist noch nicht klar

Das diesjährige ESC-Finale findet am 14. Mai statt. Wer Deutschland vertreten wird, entscheidet sich beim Vorentscheid in Köln am Donnerstag, 25. Februar. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Starterin Ann Sophie desaströs abgeschnitten und war mit null Punkten Letzte geworden. Wie die ARD auf ihrer Internetseite www.eurovision.de errechnete, wäre das deutsche Abschneiden mit dem neuen System nicht ganz so schlimm gewesen. Ann Sophie hätte demnach statt der null Punkte 29 Punkte bekommen und wäre statt Letzte Drittletzte geworden. 

Am Sieg des Schweden Mans Zelmerlöw hätte der Systemwechsel demnach aber nichts geändert. Zwar schnitt Italien beim Publikum am besten ab und wäre im neuen System statt Dritter Zweiter geworden, in der Summe aus Jury- und Publikumspunkten wäre Schweden aber vorne geblieben.

Ralph Siegel - Nur noch einmal zum ESC?

afp

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