NDR räumt Fehler ein

Nach ESC-Debakel: Fans können auf Vorentscheid hoffen

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Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor, Intendant des NDR.

Hamburg - Nach der abgesagten ESC-Nominierung von Sänger Xavier Naidoo räumt die ARD Fehler ein - und peilt offensichtlich wieder einen Vorentscheid an.

Update vom 25. Februar 2016: Wer darf für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 in Schweden antreten? Es kann heuer eigentlich nur besser laufen als im vergangenen Jahr (0 Punkte). Das Ticket nach Stockholm wird am heutigen Donnerstag in Köln vergeben. Wir haben alle Teilnehmer und Songs zum ESC-Vorentscheid 2016 zusammengefasst. Und wir berichten natürlich live im Ticker.

Hoffnung für die ESC-Fans: Nach dem Debakel um die ESC-Nominierung Xavier Naidoos durch den NDR erwägen die Verantwortlichen offensichtlich wieder einen Vorentscheid mit mehreren Kandidaten. Die Tendenz gehe in der Tat dahin, zum Wettbewerb zurückzukehren und das Publikum entscheiden zu lassen, wer im nächsten Jahr nach Stockholm fährt, sagte der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor am Mittwoch in Hamburg. „Der NDR hat einen Fehler gemacht“, meinte Marmor. Auch er selbst habe die Wucht der Reaktionen unterschätzt. „Wir haben kein gutes Bild abgegeben.“

Der innerhalb der ARD für den Wettbewerb verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte in der vergangenen Woche Naidoo (44) zunächst ohne die sonst übliche Vorentscheidung als Teilnehmer für den Eurovision Song Contest (ESC) bestimmt, die Nominierung nach heftiger Kritik aber wieder zurückgezogen. Naidoo, der bei der Fußball-WM 2006 für seinen Hit „Dieser Weg“ gefeiert worden war, gilt inzwischen wegen politischen Äußerungen als umstritten.

NDR: Es gab keinen Vertrag mit Naidoo

Zu finanziellen Verpflichtungen, die sich für den Sender aus der Absage an den Sänger ergeben könnten, sagte NDR-Fernsehdirektor Frank Beckmann: „Es gibt aus unserer Sicht keinen Vertrag.“ Es gebe mündliche Absprachen über Eckwerte, „aber Eckwerte sind vertraulich“. Beckmann betonte: „Wir haben keine Leistung abgerufen und es gibt keinen schriftlichen Vertrag.“ Juristische Fragen dazu würden derzeit noch geprüft.

Lesen Sie hier: Grönemeyer verteidigt Naidoo

Beckmann ergänzte, dass sich wegen der hohen Attraktivität des ESC ohnehin Sänger beim Sender bewerben würden. „Schnellschüsse, das haben wir jetzt gelernt, sind aber nicht das richtige Mittel der Wahl, um den ESC voranzubringen.“ Der deutsche Kandidat für das Finale im Mai 2016 müsse bis Mitte März benannt werten. Die mangelnde Information innerhalb der ARD sah Beckmann ebenfalls kritisch: „Wir werden zusehen, dass wir uns breiter abstimmen.“ Auch der ESC-Verantwortliche Thomas Schreiber, NDR-Unterhaltungschef, bedauere den Vorgang sehr.

Die Naidoo-Nominierung hatte nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch innerhalb des Senders starken Protest ausgelöst. NDR-Redakteure kritisierten die Entscheidung in einem Brief. Auch ARD-Programmdirektor Volker Herres hatte dem NDR eine vorschnelle Nominierung des umstrittenen Sängers vorgeworfen. Er hätte es begrüßt, wenn die Diskussionen ARD-intern geführt worden wären. Herres stellte am Mittwoch das hohe Engagement des ESC-Verantwortlichen Schreiber heraus. „Er ist ein Mann der mit großer Leidenschaft für seine Sache kämpft, manchmal geht dabei das Herz über. Kommunikationspannen können passieren“, sagte Herres. „Er (Schreiber) genießt meine volle Wertschätzung und mein volles Vertrauen.“

dpa

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