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Kult-Reporter Gernstl in kulinarischen Ermittlungen

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Franz Xaver Gernstl
Mit dem Schweden Ruben Madsen aß Gernstl vergorenen Hering. © BR/megaherz

München - Filmemacher und Kult-Reporter Franz Xaver Gernstl ermittelt für den BR kulinarische Leckerbissen. Der tz verrät er, was er auf der Suche nach gutem Essen entdeckt hat und was bei ihm daheim in München auf den Tisch kommt.

Nein, der Gernstl lässt sich nicht gern in ein Format pressen. Lieber streunt er durch die Lande, ohne festes Thema, auf der Suche nach spannenden Menschen und ihren Geschichten. Dass sich der bayerische Filmemacher dennoch auf die BR-Reihe Gernstls kulinarische Ermittlungen eingelassen hat, liegt vielleicht daran, dass er immer schon mal auf Mallorca drehen wollte. Und so reist er am Samstag in der ersten von drei unterhaltsamen Folgen mit seinem bewährten Team – Kameramann Hans Peter Fischer und Tonexperte Stefan Ravasz – über die Baleareninsel – auf der Suche nach gutem Essen und echtem spanischen Lebensgefühl.

„Ich war wirklich erstaunt“, sagt Franz Xaver Gernstl im tz-Gespräch. „Ich mochte Mallorca schon immer, war aber auch der Meinung, dass die Küche nichts Besonderes ist. Bei unseren Ermittlungen hab’ ich festgestellt, dass man sich auf dieser Insel kultiviert durchessen kann.“ Begleitet von der hübschen Übersetzerin Deborah Pina Zirone (kein Künstlername), die sich mit Leidenschaft der mallorquinischen Esskultur widmet, macht Gernstl Station auf dem Santa-Catalina-Markt in Palma. Es verkostet handgemachte Rohschokolade in Esporles, ratscht mit Wein- und Mandelbauern, besucht Aussteiger mit Landwirtschaft und genießt Paella an einem magischen Ort in der Nähe von Deià.

Er hat viel von seiner Reise mit nach Hause gebracht: eine große Sobrassada, die traditionelle Schweinswurst, die ihm die Klamotten im Koffer versifft hat, ein paar Tütchen Fleur de Sel aus Es Trenc und die Erkenntnis, dass selbstgebackenes Brot am besten schmeckt. „Der Sauerteigbäcker Tomeo in Pollenca hat mich nachhaltig beeindruckt. Er baut alte Getreidesorten an und backt Brot mit großer Leidenschaft. Mittlerweile backe ich hier in München auch mein eigenes Brot und züchte Sauerteig. Schon lustig, wenn du das eine Weile machst, schmeckt dir das vom Bäcker nicht mehr besonders“, sagt Gernstl, der selbst Hobbykoch ist.

Nach Mallorca geht es am Pfingstsonntag direkt weiter mit den kulinarischen Ermittlungen. In Schweden macht Gernstl Bekanntschaft mit Stinkfisch und Hirschwurst. Für den 63-Jährigen die spannendste Reise, „weil ich das Land vorher nicht kannte“. Die Schweden seien anfangs ein wenig sperrig und spröde, dann aber überaus herzlich gewesen. Im Veneto betritt der Münchner Italien-Fan dann in der letzten Episode (Pfingstmontag, 19 Uhr) wieder vertrauten Boden.

Und siehe da: Der Gernstl musste sich gar nicht so verbiegen lassen. Denn am Ende der Ermittlungen stand die Erkenntnis, dass eigentlich alles so wie immer war: „Wir haben spannende Menschen getroffen, ihre Geschichten erfahren und hervorragend gegessen.“ Astrid Kistner

"Gernstls kulinarische Ermittlungen", BR, Sa., So., Mo., 19 Uhr

Und wo geht Gernstl in München essen?

Wo kaufen Sie in München am liebsten ein?

Franz Xaver Gernstl: Bei mir ist samstags Einkaufstag. Ich neige zu übertriebener Vorratshaltung, weil ich gern koche und Gäste bewirte, und da will ich auch für Überraschungsbesuch gewappnet sein. Also samstags findet man mich meistens auf dem Bauernmarkt im Englischen Garten. Da gibt es zwei hervorragende Metzger aus Niederbayern und Bauern, die ihr Gemüse frisch vom Feld gerupft haben. Und das Ganze zu wirklich fairen Preisen.

Wo gehen Sie in München gern essen?

Gernstl: Ehrlich gesagt, bin ich manchmal enttäuscht, wenn ich essen gehe und denke dann, dass ich zu Hause besser gekocht hätte. Aber wenn ich ausgehe, dann mag ich die Sushibar in der Marschallstraße, die lustigerweise von einem Griechen geführt wird. Da kochen echte Japaner und es gibt erstklassigen Fisch. Grundsätzlich aber gilt, dass man mich mit einem guten Schweinsbraten in einem ordentlichen Wirtshaus glücklicher machen kann als mit einem zehngängigen Sternemenü.

Was kommt beim Gernstl auf den Tisch?

Gernstl: Ich bin ein Freund von schlichten Rezepten und guten Zutaten. Für mich allein mache ich meist Suppen, in die ich dann all die Gemüsereste reinschnipple, die ich noch im Kühlschrank hab. Wenn Besuch kommt, gibt’s oft Roastbeef mit Bratkartoffeln und Gemüse. Das hab ich ganz gut drauf.

aki

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