Abschied von Ex-MDR-Intendant

"Goldene Henne" vom Tod Udo Reiters überschattet

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MDR-Intendantin Wille gedachte bei der Preisvergabe der "Goldenen Henne" ihres Vorgängers Udo Reiter mit emotionalen Worten.

Leipzig - MDR-Intendantin Karola Wille hat bei der Preisverleihung zur Goldenen Henne mit emotionalen Worten Abschied von ihrem Vorgänger Udo Reiter genommen. Stars reagierten bestürzt.

„Es ist jetzt ungefähr drei Jahre her, als ich Herrn Professor Reiter verabschieden durfte. Ich durfte ihn verabschieden als seine Nachfolgerin, ich durfte ihn verabschieden beim Mitteldeutschen Rundfunk, bei der ARD und bei einer ganzen Reihe anderer Veranstaltungen. Und heute verabschiede ich ihn zum letzten Mal“, sagte Wille am Freitagabend in Leipzig. Die Nachricht vom Tode Reitershabe alle „tief erschüttert“.

„Er war für viele Menschen, auch für mich, ein kluger und ein begeisterungsfähiger Weggefährte. Gerade in diesen Tagen, in denen wir uns an die 25 Jahre friedliche Revolution erinnern, macht uns das alle sehr besonders betroffen“, führte Wille weiter aus.

„Es war Udo Reiter, der Anfang der 90er Jahre eine Vision hatte. Er hat mit ganz viel Kraft und ganz viel Energie diesen Mitteldeutschen Rundfunk mitgegründet und er hat ihn mit aufgebaut“, so die Intendantin. „Und damit hat er den neuen Bundesländern in Mitteldeutschland, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, eine starke publizistische Stimme gegeben.“

Der in Lindau am Bodensee geborene Reiter sei im Südosten heimisch geworden, sagte Wille. „Unsere Region, unsere Menschen, unser Publikum waren ihm ans Herz gewachsen. Und ihnen allen galt seine Leidenschaft. Wir alle haben ihm viel zu verdanken. Danke, Udo Reiter.“

Gottschalk dankt seinem Entdecker

Der Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator Thomas Gottschalk zeigte sich betroffen vom Tod des früheren MDR-Intendanten. Reiter hatte Gottschalk einst beim Bayerischen Rundfunk entdeckt. „Die Nachricht, dass Udo Reiter freiwillig aus dem Leben geschieden ist, hat mich schwer erschüttert“, teilte der 64-Jährige der Nachrichtenagentur dpa mit. „Es gibt niemanden, der meine frühe Karriere so entschieden unterstützt hat wie Dr. Reiter in seiner Zeit als Programmdirektor des Bayerischen Rundfunks. Ich verdanke ihm unendlich viel, und unsere spätere Freundschaft entstand auch aus dieser Dankbarkeit. Gerade deswegen konnte ich seinen öffentlichen Einsatz für einen selbstbestimmten Tod nur schwer nachvollziehen, für den er sich jetzt, viel zu früh, entschieden hat.“

Stars geschockt

Zahlreiche Show-Größen reagierten schockiert auf die Nachricht. „Ich bin ziemlich erschüttert und kann mir überhaupt nicht erklären, warum er das gemacht hat“, sagte Puhdys-Sänger Dieter Birr (70) am Freitagabend in Leipzig. Reiter war am Freitag tot auf dem Grundstück seines Hauses in Gottscheina bei Leipzig gefunden worden. Die Polizei geht von Selbsttötung aus.

„In aller Freundschaft“-Star Andrea Kathrin Loewig sagte: „Wie verzweifelt muss er gewesen sein, es an diesem Tag zu tun. Alles, was er geschaffen, soll hier gefeiert werden.“ Sie habe gehofft, ihn bei der Goldenen Henne zu treffen. Sein Tod laste auf der Veranstaltung.

Der MDR-Moderator Peter Escher (60) reagierte ebenfalls bestürzt. „Ich habe ihn erst vor wenigen Tagen bei einer Lesung erlebt und dort hat er auch über sein Thema, das selbstbestimmte Sterben, gesprochen. Dabei wirkte er gar nicht so, als ob es für ihn jetzt akut sei.“

Die Goldene Henne wird vom MDR, rbb und der Zeitschrift „Super-Illu“ verliehen. Deren früherer, langjähriger Chefredakteur Jochen Wolf sagte: „Ich habe großen Respekt vor dem Bayern, der in Ostdeutschland Mediengeschichte geschrieben hat.“

25 Jahre friedliche Revolution: "Goldene Henne" in Leipzig

Zur 20. Henne-Gala waren zahlreichen Promis aus der Film- und Musikbranche gekommen - darunter Wolfgang und Stephanie Stumph, Sophia Thomalla, die Bands Elaiza und Voxxclub. Moderiert wurde die Show mit 3500 Gästen von Kai Pflaume. Wegen des 25. Jahrestages der friedlichen Revolution wechselte die Preisverleihung einmalig von Berlin nach Leipzig.

dpa

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