TV-Neuauflage von "Wetten, dass..?"

"Psycho"-Mutter: Schmidt lästert über Gottschalk

Mainz - Harald Schmidt redet gerne Klartext. Jetzt äußert er sich in pointierter Form zu „Wetten, dass..?“ und zu Gerüchten um eine mögliche Neuauflage bei RTL.

Könnte Deutschlands einst größte Fernsehshow, „Wetten, dass..?“, wieder zu neuem Leben erwachen? Wenn es nach Satire-Altmeister Harald Schmidt (57) geht, dann sollte die TV-Macher lieber ihre Hände davon lassen: „Meiner Meinung nach ist „Wetten, dass..?“ seit zehn Jahren tot“, sagte Schmidt, einst populärer Spättalker im deutschen Fernsehen, am Dienstagabend im „SWR UniTalk“ in Mainz. In der jüngsten Vergangenheit waren Gerüchte um eine Neuauflage des Showklassikers aufgekommen.

"Wie die Mutter bei „Psycho“ im Keller“

„Thommy hat es weitergemacht, so wie die Mutter bei „Psycho“ im Keller.“, sagte Schmidt weiter. „Wer einigermaßen bei Verstand ist, entfernt sich Lichtjahre von „Wetten, dass..?“, denn was Toteres kann es gar nicht geben, von der gesamten Struktur, wie Leute heute leben.“

In Medienberichten war zu lesen, dass der Privatsender RTL eine Revival plant, unter Umständen mit ProSieben-Entertainer Stefan Raab (48) im Duo mit Urgestein Thomas Gottschalk (65), der „Wetten, dass..?“ Jahre lang fürs ZDF moderierte und seit 2013 exklusiv beim Kölner Privatsender unter Vertrag ist. Ein RTL-Sprecher stellte am Mittwoch klar: „Derzeit ist eine Zusammenarbeit mit Stefan Raab für uns kein Thema.“ Raab ist seit Jahren für ProSieben im Einsatz, der Sender kündigte vor einem Jahr eine neue Show mit ihm an, doch die Umsetzung lässt auf sich warten.

Schmidt über Autobiografie-Pläne

Schmidt will sich auch nicht wie sein Kollege Gottschalk (der die Autobiografie „Herbstblond“ schrieb) als Schriftsteller versuchen. „Das ist doch eine ganz klare Regel für mich: Entweder ich überhole Thomas Mann oder ich lasse es bleiben“, sagte Schmidt mit Blick auf den Literaturnobelpreisträger („Buddenbrooks“).

Für ihn sei es generell grauenhaft zu sehen, wer alles ein Buch auf den Markt bringe. „Diese ganzen Fernsehnasen, die glauben, sie könnten Romane schreiben“, sagte Schmidt. „Außerdem ist ja meine ganze Biografie sozusagen elektronisch schon verheizt - in den Shows. Ich habe ja wirklich alles erzählt.“ Gottschalk ist mit seiner Autobiografie bis an die Spitze der „Spiegel“-Bestsellerliste aufgestiegen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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