Das waren die besten Szenen

"Die Udo Honig Story": So war der Sat.1-Film über Uli Hoeneß

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Uli Hoeneß alias Udo Honig (Uwe Ochsenknecht, li.) und Franz Beckenbauer alias Franz Kaiser (Hannes Jaenicke) führen erfolgreich den FC Bayern alias FC Rot-Weiß Oberbayern.

München - Am Dienstagabend lief die Uli-Hoeneß-Satire "Die Udo Honig Story" auf Sat.1. Das passierte im Film. Ein Blick auf die besten Szenen.

Update vom 9. September: Die Twitter-Reaktionen auf "Die Udo Honig Story" fallen verheerend aus. Der Film sei "großer phänomenaler Mist", schimpft ein User. So mancher schaltete offenbar vorzeitig aus.

"Die Udo Honig Story": So war der Sat.1-Film über Uli Hoeneß

Nein, eine Abrechnung mit Uli Hoeneß war "Die Udo Honig Story" nicht. Der früherer Bayern-Präsident und verurteilte Steuersünder wird als sympathische Person dargestellt. Allerdings getrieben von der Sucht nach Zocken, die ihn schließlich in den Knast bringt. Oscarverdächtig ist der Film nicht, dafür aber recht unterhaltsam. Zuweilen wirkt er wie eine Aneinanderreihung von Gags. Die aber zum Großteil zünden. Besonders, weil Uli Hoeneß und die Bayern-Bosse wirklich gut getroffen sind. Uwe Ochsenknecht mimt als Udo Honig den echten Uli Hoeneß sehr überzeugend. Er hat sich für die Rolle etliche Kilos angefuttert und sich einen authentisch klingenden schwäbischen Dialekt antrainiert.  

Obwohl es um nichts anderes geht als das Leben von Uli Hoeneß und dessen Wirken für den FC Bayern vermeidet der Film diese Begriffe tunlichst. Der FC Bayern heißt "Rot-Weiß Oberbayern". Paul Breitner wird zu Paul Greitner (gespielt von Wolfgang Fierek). Franz Beckenbauer wird "Franz Kaiser" genannt und von Hannes Jaenicke dargestellt. Karl-Heinz Rummenigge alias "Kalle" heißt Guido Stürmer (Peter Kremer). Der Knast in Landsberg, in der Hoeneß zunächst seine Haftstrafe absaß heißt im Film "JVA Bergland". Und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der wie auf dem Nockherberg von Wolfgang Krebs gespielt wird, bekommt den Namen Horst Hofersee.   

"Die Udo Honig Story": So beginnt der Uli-Hoeneß-Film

Zu Beginn des Uli-Hoeneß-Films muss Udo Honig seine Haft in der JVA Bergland antreten. Einem Reporter kündigt er an: "Und eins sage ich hier: Das war's noch nicht!" Vor dem Gefängnistor verabschiedet er sich von seiner Frau Marion (Gisela Schneeberger), die  vom Aussehen der echten Susi Hoeneß ziemlich nahe kommt. Sicherheitshalber mahnt sie ihn noch: "Und mach keinen Schmarrn da herinnen." Wie man sich denken kann, nimmt er sich diesen Rat nicht besonders zu Herzen.  

Im Knast händigt Udo Honig alias Uli Hoeneß den Wärtern zunächst seinen Pager aus (mit dem Uli Hoeneß in Echt immer die Börsenkurse beobachtete). Dann zeigt er ein ärztliches Attest vor. Ausgestellt von Dr. Meyer-Wohlrabe. Gemeint ist natürlich der langjährige FC-Bayern-Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der bescheinigte Udo Honig Diabetes und Bluthochdruck, was aber wenig bringt. "Der hat da herinnen nix zum Sagen", betont ein Wärter.

Von den Knast-Insassen wird Uli Hoeneß alias Udo Honig gleich mit Gegröle empfangen: "Geh' doch nach Hause Du alte Scheiße!" In seiner Zelle wird er von Stefan (Max von Thun) empfangen, der ein absoluter Fan des Vereins ist, den Udo Honig gemanagt hat.

Dann muss Udo Honig zum Antrittsbesuch beim Leiter der JVA. Gefängnisdirektor Moser erwähnt, dass er ein eingefleischter Fan des FC Bayern - pardon: von Rot-Weiß Oberbayern ist. Und sogar eine Dauerkarte hat. "Und wo sitzen Sie da?" will Udo Honig wissen. "Gegentribüne". Udo Honig schnappt sich einen Notizzettel, kritzelt etwas darauf. "Dann rufen Sie mal diese Nummer an mit einem schönen Gruß von mir. Dann sitzen Sie ab sofort auf der Haupttribüne im V.I.P.-Bereich." Der Gefängnisdirektor lehnt ab. Er habe eh keine Zeit für's Stadion. schließlich schreibt sein Knast tiefrote Zahlen. Da horcht Udo Honig auf. Mit Finanzen kennt er sich aus. "Früher war bei Rot-Weiß auch nix in der Kasse. Aber jetzt: 300 Millionen. Ich kann gern mal einen Blick in Ihre Bücher werfen..."

Rückblende in die Jugend von Udo Honig: Wilson Gonzales Ochsenknecht spielt den jungen Uli Hoeneß in Ulm, der im Jahr 1968 seine spätere Frau kennenlernt. Wieder zurück in die Gegenwart: Udo Honig wird in der Gefängnismetzgerei eingesetzt. Ein Seitenhieb auf den erfolgreichen Wurstfabrikanten Uli Hoeneß.

Im Film rettet Udo Honig Weihnachten: Wurde der echte Uli Hoeneß so auch zum Manager?

Mit der Knast-Psychologin arbeitet Udo Honig seine Vergangenheit auf. An Weihnachten 1963 blieb Vater Honig in seiner Metzgerei in Ulm auf zwölf Gänsen sitzen. Das Weihnachtsfest muss ausfallen. Im Jahr darauf rührt der kleine Udo im Ort die Werbetrommel für die Metzgerei des Vaters. Und der Verkauf zieht an. Klein-Udo rettet Weihnachten. Zur Belohnung gibt es ein Monopoly-Spiel. So will die Film-Satire zeigen, wie der spätere Finanz-Zocker und Manager Uli Hoeneß heranwuchs.

Anschließend erfährt Udo Honig im Knast, dass sein Hund gestorben ist. Auch das kam so in der Realität vor: Während Uli Hoeneß im Knast in Landsberg saß, starb zu Hause am Tegernsee sein treuer Gefährte, Hund Kuno.

Dann eine Rückblende auf die Wutrede von Uli Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung 2007. "Eure Scheiß-Stimmung macht Ihr doch selber!" Witzig: Karl-Heinz Rummenigge alias Guido Stürmer trägt bei der JHV gleich zwei Uhren - eine an jedem Handgelenk. Der echte Kalle bekam ja Ärger mit dem Zoll, nachdem er zwei Rolex-Uhren nicht verzollte.

Im Film erhält Uli Hoeneß Besuch von Breitner und Beckenbauer (sparen wir uns jetzt mal die Pseudonyme): Die warnen ihn, dass Kalle Rummenigge ihn beim FC Bayern künftig nicht mehr ans Ruder lassen wolle und sich zum Alleinherrscher aufspiele. Um Uli aufzuheitern singt der Franz "Gute Freunde kann niemand trennen!"

Dann eine Rückblende auf die Daum-Drogen-Affäre, die Uli Hoeneß Ende 2000 lostrat. Im Film poltert Udo Honig auf dem Fußballplatz vor Journalisten: "Es kann doch nicht sein, dass ein verschnupfter Kerl wie der Christoph Schaum (!) in Deutschland Bundestrainer werden kann." Irre: Um Kokainkonsum nachzuweisen lässt Udo Honig ein Schamhaar von Christoph Daum besorgen.

Uli-Hoeneß-Satire: Udo Honig managt den Knast wie einen Top-Verein

Schließlich macht Udo Honig im Gefängnis das, was auch Uli Hoeneß sein ganzes Leben lang auszeichnete: Erfolgreich sein. Udo Honig übernimmt die Aktiengeschäfte des Gefängnisdirektors Ludwig Moser (Heiner Lauterbach) und fährt Gewinne ein. Außerdem bringt er die Fußballmannschaft der JVA Bergland vor einem Spiel gegen die JVA Erding auf Vordermann. Auch aus der Gefängnismetzgerei macht er einen florierenden Betrieb.

Irre Szene: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer alias Hofersee, lässt Udo Honig eines Nachts per Limousine aus dem Gefängnis entführen und ins Hofbräuhaus bringen. Bei Weißwurst und Weißbier will er von Honig Tipps zur Pkw-Maut, die bekanntlich ein Kernanliegen der CSU ist. Udo honig hat auch gleich eine Idee parat: Alle, die die Überholspur benutzen wollen, müssen zahlen. Die Idee wird ein Erfolg.

Rückblick auf den bittersten Moment von Uli Hoeneß Fußballkarriere: Der verschossene Elfmeter in Belgrad bei der EM 1976. Ochsenknecht Junior spielt wieder den jungen Udo Honig. Der Film-Beckenbauer witzelt: "In Belgrad suchen' s den Ball bis heute."

Anschließend bekommt Hoeneß im Knast Besuch von Beckenbauer und Breitner. Sie überreichen ihm einen Vertrag als Assistenztrainer bei den Junioren des FC Bayern. Und wollen ihn als Präsidenten zurückholen.

"Die Udo Honig Story": Am Ende wird Uli Hoeneß wieder Präsident des FC Bayern

An Weihnachten kommt Udo Honig tatsächlich aus dem Knast. Er wird Freigänger. Bei einer Willkommensparty feiern die Bayern-Bosse die Rückkehr des Ex-Präsidenten. Am Ende malt der Film aus, wie eine Rückkehr von Uli Hoeneß zum FC Bayern aussehen könnte. Bei der Meisterfeier auf dem Rathausbalkon des Münchner Marienplatzes richtet sich Udo Honig per Mikrofon an die Fans. "Ich habe euch damals versprochen, dass es das noch nicht war. Und jetzt stehe ich heute hier und frage euch, euch alle: Wollt ihr mich noch?" Wie nicht anders zu erwarten bricht tosender Jubel aus. Uli Hoeneß alias Udo Honig wird wieder Präsident des FC Bayern.

Ob es in Echt auch so kommt?

fro

Franz Rohleder

Franz Rohleder

E-Mail:franz.rohleder@merkur.de

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