Neuer Fall für Batic und Leitmayr

Isarmord als „Tatort“: Münchner Polizei twittert live

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Der Tatort an der Isar, an dem Domenico L. ermordet wurde. 

München - Der sogenannte Isarmord ist am kommenden Sonntag die Vorlage für den „Tatort“ in der ARD. Während die Münchner TV-Kommissare Batic und Leitmayr einen Fall zu lösen haben, der stark an den seit drei Jahren ungelösten Mordfall erinnert, twittert die Münchner Polizei live zur Sendung. 

Oft fragt man sich als Fernsehzuschauer, wie realistisch wohl der Krimi ist, der da gerade über den Bildschirm flimmert. Am kommenden Sonntag kann man all das echte Ermittler fragen - und zwar live, via Twitter. 

Der Fall in der Tatort-Folge „Die Wahrheit“ am kommenden Sonntag (hier geht‘s zur Tatort-Vorab-Kritik), 23. Oktober, wird an einen echten Kriminalfall erinnern - den sogenannten Isarmord in München aus dem Jahr 2013. Nachdem die ZDF-Krimireihe „München Mord“ denbis heute nicht aufgeklärten Mord aufgriff, dient er nun als Vorlage für diesen nächsten Fall der beliebten Münchner Tatort-Ermittler Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl). Die Polizei München kündigte an, die Sendung zeitgleich live auf Twitter zu begleiten auf ihrem Twitter-Kanal @PolizeiMuenchen, unter dem bewährten Hashtag #Tatort.  

Der Isarmord

Der echte Fall: Im Mai 2013 sind Domenico L. und seine Verlobte mit dem Fahrrad an der Erhardtstraße entlang der Isar unterwegs. Ein Fußgänger spuckt die Verlobte des 31-jährigen an. Domenico L. stellte den Unbekannten zur Rede. Daraufhin sticht der Unbekannte mehrmals auf Domenico L. ein und flüchtete in Richtung Corneliusbrücke. Der junge Mann starb, der Täter ist bis heute auf freiem Fuß. Der Mordfall um den Ingenieur Domenico L. aus der süditalienischen Stadt Potenza ist als Isarmord bundesweit bekannt geworden. 

Warum ist der Isarmord immer noch ungeklärt?

Domenico L. ist am 28. Mai 2013 an der Isar gegenüber des Europäischen Patentamts erstochen worden. Daraufhin wurden 15.000 Personen überprüft, mehr als 6500 Männer gaben Speichelproben ab - doch der Mörder von Domenico L. wurde nicht ermittelt.

Bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ rief die Polizei im August bereits zum zweiten Mal mögliche Zeugen auf, sich zu melden. Bei der Sendung sind weitere 70 Hinweise eingegangen. Sie führten aber ebenfalls nicht zum Täter.

Der Mordfall um Domenico L. stellt die Ermittlungsgruppe „Cornelius“ vor enorme Herausforderungen, wie der Chef der Mordkommission Markus Kraus im August erklärte: „Wir gehen davon aus, dass Täter und Opfer keinerlei Vorbeziehung hatten. München ist eine Millionenstadt – jeder könnte es gewesen sein.“ 

Hinzu komme, dass der Täter möglicherweise keinen Bezug zu München hatte. Außerdem hat die Verlobte von Domenico L. den Mord nur aus der Entfernung gesehen. Außer ihr gibt es keine Tatzeugen.

Über 800 Hinweise führten nicht zum Isarmörder

Drei Jahre nach dem Isarmord hat die Münchner Polizei fast 800 Hinweise und eine Vielzahl von Spuren bearbeitet. Auch mehrere Fahndungsaufrufe in Deutschland und Italien führten nicht zum Isarmörder.

Doch die Münchner Mordkommision gibt nicht auf: Denn der Isarmörder hat sich bei dem Mord selbst geschnitten und am Tatort Blut verloren. Die Polizei hat daher eine Blutspur des Täters, doch DNA-Abgleiche blieben bisher erfolglos. 

Aber auch Jahre und Jahrzehnte nach einem Fall könnte diese Spur zum Mörder führen, so die Hoffnung der Münchner Mordkommission.

Ermittler hoffen weiterhin auf Zeugen des Isarmordes: Denn die Verletzungen des Täters könnten auch seinem Umfeld aufgefallen sein. Möglich sei auch, dass die Tat den Mörder belastet und er daher seit Mai 2013 eine Wesenänderung durchlaufen hat.

Was wissen die Ermittler über den Isarmörder?

Direkt nach der Tat befasste sich eine 30-köpfige Sonderkommission „Cornelius“ mit dem Mysterium Isarmord. Im Dezember wurde die Ermittlungsgruppe auf sechs Beamte zusammengeschrumpft. 

Das Wissen zum Isarmörder blieb seit der Tat vor dreieinhalb Jahren unverändert: Die Verlobte beschreibt den Täter als etwa 30 Jahre alt, 1,75 Meter groß und mit kurzen Haaren. Er war dunkel gekleidet, trug eine oberschenkellange Jacke und eine dunkle Umhängetasche.

Wer antwortet im Twitter-Live-Chat zum Isarmord?

Der Tatort am kommenden Sonntag greift die erfolglose Suche nach dem Isarmörder auf. Dabei werden der echte Kommissar der Münchner Mordkommission Herbert Linder, der Fallanalytiker und Psychologe Markus Hoga sowie der Außendienstleiter der Münchner Polizei, Harald Bayer die Fragen der Tatort-Zuschauer zum Isarmord beantworten, wie die SZ berichtet. Auch das Social Media Team der Polizei sitzt am Sonntag vor den Tasten.

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