ZDF-Chiemsee-Cop und wieder "Tatort"-Carlo

Michael Fitz - der doppelte Kommissar

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Michael Fitz (53) spielt den Chiemsee-Cop Hattinger und kehrt bald als Carlo zum „Tatort“ zurück.

München - Von Prien nach München, von Hattinger zu Menzinger: Michael Fitz ist wieder voll im Krimigeschäft - für das ZDF und die ARD. Die tz bat den vielbeschäftigten Schauspieler zum Interview.

Michael Fitz kehrt bald als Carlo zum „Tatort“ zurück (kl. Bild, mit Udo Wachtveitl, Mitte, und Miroslav Nemec, rechts)

Für den Mainzer Sender dreht Fitz gerade Hattinger - der Chiemseekrimi. Gleich danach geht es am 25. September mit einer Folge Tatort weiter: Nach fünf Jahren kehrt Fitz (53) als Carlo Menzinger ins Münchner Kommissariat zurück. Von 1990 bis 2007 hatte er den Oberkommissar gespielt, der oft genug als Fußabstreifer für die Kollegen Batic und Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) herhalten musste. Beim tz-Interview am Chiemsee sprach der gebürtige Münchner über den Spagat zwischen den Rollen Hattinger und Menzinger.

Herr Fitz, was ist der Hattinger für ein Typ?
Michael Fitz: Im Grunde ist er ein Eigenbrötler. Hattinger macht viel mit sich selbst aus, ist lieber für sich. Aber im entscheidenden Moment entwickelt er einen unglaublichen Biss und Ehrgeiz.
Passt diese Rolle gut zu Ihnen?
Fitz: Der Hattinger ist ja ein typischer Skorpion - wie ich auch. Ich denke, ich habe seine wichtigsten Eigenschaften schon mitgebracht. Der Ermittler soll mit der Gegend verbunden sein, Bairisch sprechen - und er ist eben dieser Eigenbrötler und macht sein eigenes Ding.

Jetzt drehen Sie erstmal fürs ZDF, Ende September stehen Sie wieder als Carlo Menzinger für den „Tatort“ vor der Kamera - ist es schwierig, von einem Kommissar zum anderen zu wechseln?

Fitz: Nein, das glaube ich nicht. Das sind schließlich zwei ganz unterschiedliche Typen. Außer demselben Gesicht haben sie nichts gemein. Carlo ist kein „Leading-Man“, nicht der einsame Kriminalhauptkommissar, der Entscheidungen trifft, viel brütet, den Fall, den er bearbeitet, verinnerlicht und frisst und drauf rumkaut, wie es der Hattinger macht. Wobei sich Carlo natürlich seit seinem Ausstieg geändert hat.

Wie denn?

Fitz: Er hatte ja fünf Jahre mit dem Polizeidienst nichts mehr zu tun, ist ausgeruht, kommt aus einer ganz anderen Welt - Carlo hat in Asien etwas ganz anderes gemacht: Er hat in Thailand ein Urlaubsressort aufgebaut, das sehr erfolgreich läuft.

Warum kehrt er dann nach München zurück?

Fitz: Er will eine Thailänderin heiraten und braucht dazu noch Papiere aus der Heimat.

...und stolpert dabei in einen Mordfall.

Fitz: Ja, Carlo besucht einen alten Freund und stellt dabei fest, dass sich dieser erheblich verändert hat, in eine ganz eigenartige Richtung. Aber mehr darf ich noch nicht erzählen. Der Carlo wird sich auf jeden Fall zunächst unerlaubterweise ein bisschen in die Mordermittlungen einmischen. Und dann wird er am Schluss wieder im Flugzeug sitzen und nach Asien fliegen.

Also bleibt es bei einer Folge „Tatort“?

Fitz: Dass der Menzinger länger bleibt, hat nie zur Diskussion gestanden. Weder von meiner Seite noch von Seiten des Bayerischen Rundfunks. Ich mag diese halbg’scharigen Abgänge nicht - entweder man hört mit der Figur auf oder nicht. Aber nach ein paar Jahren wieder fest zurückkehren, das geht nicht. Das finde ich ganz schrecklich, so inkonsequent.

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Gibt es dann wenigstens die Chance, Sie öfter als Hattinger im ZDF zu sehen?

Fitz: Es ist angedacht, dass das ZDF aus dem Stoff eine Reihe machen könnte. Was ich so gehört habe, ist ein Fall pro Jahr realistisch. Das würde mir sehr viel Spaß machen.

Ihr Film beruht auf dem Roman „Chiemsee Blues“, der Bayerische Rundfunk hat 2011 den Garmisch-Krimi „Föhnlage“ von Jörg Maurer verfilmt - warum sind die Regionalkrimis gerade so angesagt?

Fitz: Das ist halt so im Fernsehen, es gibt eine Zeitlang immer so „Objekte der Begierde“. Und das sind im Augenblick die Heimatkrimis, auch, weil die Bücher so beliebt sind. Ich kann nicht sagen, wie lange der Trend anhält, aber wir werden es herausfinden.

Haben Sie erst das Drehbuch oder den „Chiemsee Blues“ gelesen?

Fitz: Erst den Roman, das mache ich immer so. Föhnlage hatte ich damals auch gelesen, da bin ich auch zum Casting gegangen. Ich wollte gerne den Kommissar Jennerwein spielen.

Die Rolle hatte allerdings Martin Feifel bekommen.

Fitz: Ja, und das hat der Kollege Feifel super hinbekommen, viel besser, als ich es gemacht hätte. Da hat man auch aus einem satirischen, wirklich witzigen, teilweise sogar absurden krimiähnlichen Konstrukt einen absolut ernsten Krimi gemacht. Ähnlich ist es auch beim Chiemseekrimi, der Film ist schon fast ein Psychothriller, anders als das Buch. Auf jeden Fall eine spannende Angelegenheit!

Interview: Eva Hutter

Kommentare

haserl, resches
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Endlich taucht er wieder auf, der Carlo Menzinger, und überhaupt gut, wenn er wieder aufm Bildschirm zu sehen ist, weil er kann was, er hat´s halt schlicht drauf und erfunden sowieso, des feeling : a cooler Hund bin i scho, und gscheid eh ;-)

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