Premiere bei Filmfest

Fitz: So gut ist sein neuer TV-Krimi

+
Michael Fitz (li.) ist „Hattinger“

München - Michael Fitz und ­Edgar Selge sind gemeinsam im Chiemseekrimi "Hattinger und die kalte Hand" zu sehen. Am Dienstag ernteten sie dafür donnernden Applaus. Mit Recht.

Es gibt Schauspieler, sehr wenige, denen gelingt es immer wieder, einen Film zu etwas Besonderem zu machen. ­Edgar Selge gehört ohne Zweifel zu ihnen. Einen erneuten Beweis dafür lieferte der 65-Jährige am Dienstagabend ab, als im Rahmen des Münchner Filmfestes der „Chiemseekrimi“ Hattinger und die kalte Hand Premiere feierte. Minutenlanger (!) Applaus war Selge nach 90 Minuten sicher. Dabei spielt er „nur“ die Episodenhauptrolle in diesem Film. Den Bösen, wenn man so will. Einen Mann, der den Tod seiner Tochter vor vielen Jahren auf seine Art sühnen will …

Im Mittelpunkt steht die Titelfigur Hattinger, Kommissar bei der Polizei in Prien am Chiemsee. Gespielt wird er sehr überzeugend von Michael Fitz (der endlich mal nicht nur der Assistent sein darf, wie lange Jahre beim BR-Tatort!). Eigentlich verbiete es sich ja, im deutschen Fernsehen noch einen neuen Ermittler zu erfinden, erklärte Regisseur Hans Steinbichler nach der Vorführung seines Films. Es gebe ja eh schon so viele, womit er natürlich Recht hat. Aber dieser Hattinger, der hat etwas sehr eigenes und damit eine echte Existenzberechtigung. Hinzu kommt, dass der Krimi wunderbare Bilder vom Chiemsee und seiner Umgebung einfängt, kurzweilig und spannend inszeniert ist und darüber hinaus bis in die Nebenrollen originell mit zum Teil neuen Gesichtern (Hanna Plaß als Tochter des Kommissars zum Beispiel) besetzt ist. Davon darf es gerne mehr geben!

Das ZDF denkt zumindest darüber nach, aus dem Film eine Reihe zu machen – vorausgesetzt, auch die Premiere im Fernsehen (einen Sendetermin für die Ausstrahlung gibt es noch nicht) ist ähnlich erfolgreich wie die Vorführung hier im Rio-Filmpalast.

Edgar Selge selbst dürfte dieser Film übrigens auch in ewiger Erinnerung bleiben – nicht nur wegen seiner eigenen herausragenden Darbietung. Schließlich geschah bei den Dreharbeiten zu Hattinger ein echtes Drama. Selge hatte in einer Szene Max Schmidt angeschossen. Der Schauspieler und Moderator (Freizeit) ist – übrigens auch sehr überzeugend – in Hattinger in einer nicht unerheblichen Nebenrolle zu sehen. Weil die Gaspistole an jenem Drehtag im vergangenen August versehentlich geladen war, wurde der 44-Jährige an der Wade so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste (tz berichtete). Glück im Unglück hat er gehabt, der Schmidt Max. Die Wunde ist inzwischen verheilt, die Ermittlungen sind eingestellt, und so konnten sich nun alle gemeinsam in München über einen richtig guten Fernsehkrimi freuen.

Stefanie Thyssen

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

Sind Sie ein Kino-Kenner? Die besten Filmzitate

  • 0 Kommentare
  • 0 Google+
    schließen

Kommentare