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tz-Interview: Anni Friesinger über Rassismus-Vorwürfe

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Anni will’s wissen: Ehrgeizig trainiert sie ihre kenianische Mannschaft © Vox

München - In der Reality-Doku Real Cool Runnings, die am Dienstag auf vox startet, will Anni Friesinger vier kenianische Langstreckenläufer fit für die Kufen machen. In der tz erzählt sie, wie das am besten funktioniert.

Wenn Anni Friesinger übers Eisschnelllaufen spricht, leuchten ihre ­Augen. „Das Eis ist meine große Liebe“, sagt die dreifache Olympiasiegerin und 16-fache Weltmeisterin. Den Leistungssport hat die 36-Jährige mittlerweile an den Nagel gehängt, die große Herausforderung liebt Friesinger aber ­immer noch. In der Reality-Doku Real Cool Runnings, die am Dienstag auf vox startet, will sie vier kenianische Langstreckenläufer fit für die Kufen machen. Das Ziel: Der Eisschnelllauf-Marathon über 100 Kilometer auf dem österreichischen Weissensee. Die tz sprach mit Friesinger über ihr TV-Projekt.

Frau Friesinger, warum haben Sie bei „Real Cool Runnings“ mitgemacht?

Anni Friesinger: Ich habe einfach riesig Spaß daran, die Leidenschaft für meinen Sport zu vermitteln. Außerdem bin ich mit Leib und Seele Bayerin. Es war für mich schön zu sehen, wie toll mein afrikanisches Team bei unseren herzlichen Gastfamilien in Inzell integriert wurde.

Warum haben Sie Ihre Jungs in Afrika gesucht?

Friesinger: Uns war klar, dass wir für dieses Vorhaben Topathleten brauchen. Und die allerbesten Läufer kommen einfach aus Kenia.

Braucht man fürs ­Eisschnelllaufen nicht mehr als nur gute Kondition …?

Friesinger: Absolut. Das ist ein sehr komplexer Sport, bei dem Schnellkraft, Athletik und Feinmotorik gefragt sind. Die Schwierigkeit war, in nur zwei Tagen unter 30 erstklassigen Läufern vier echte Eisschnelllauftalente zu entdecken.

Was Ihnen gelungen ist. Was schätzen Sie an Ihrem kenianischen Team?

Friesinger: Isaac, Amos, Leonard und Samy sind echte Teamplayer. Sie kannten sich zuvor nur vom Sehen, jetzt bezeichnen sie sich als Brüder, und auch für mich sind meine Schützlinge wie eine Familie geworden. Sportlich gesehen haben sie eine unglaubliche Entwicklung hingelegt: Mit Disziplin und Durchsetzungsvermögen sind sie bei der Sache. Das imponiert mir.

Rassismus-Vorwürfe: "Ungerechtfertigter Angriff "

In Inzell standen die Jungs das erste Mal auf dem Eis. Im Vorfeld wurde dem Format vorgeworfen, dass es sich über ihre Unbeholfenheit lustig macht. Sogar von Rassismus war die Rede …

Friesinger: Ein Vorwurf der mich sehr enttäuscht und den ich als ungerechtfertigten Angriff gegen mich und mein Team empfinde. Wir haben es hier mit Spitzensportlern zu tun, die sich das erste Mal auf neues Terrain wagen. Was meinen Sie, wie oft ich in meiner Karriere gestürzt bin. Dabei bin ich nur nicht so oft gefilmt worden. Wissen Sie, ich war in meiner aktiven Zeit 280 Tage im Jahr unterwegs, da war ich auch Ausländerin. Meine Mutter ist Polin, mein Mann Holländer, mein Bruder hat eine norwegische Freundin und meine Schwester ist mit einem Finnen liiert. Mir Rassismus vorzuwerfen, ist einfach lächerlich.

A. Kistner

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