Eindringlicher Appell auf Facebook

Hans Sarpei redet Til Schweiger ins Gewissen

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Hans Sarpei (r.) redet Til Schweiger nach dessen Tatort-Kritik ins Gewissen.

Berlin - Til Schweiger (52) hat auf Facebook Kritiker seines aktuellen Tatorts als Trottel bezeichnet. Kult-Kicker Hans Sarpei, sonst für seine witzigen Sprüche bekannt, wurde deshalb ungewohnt ernst. 

Der Filmemacher und Kommissar-Darsteller im Hamburger „Tatort“ veröffentlichte in der Nacht zum Montag bei Facebook eine Art Verehrerbrief an den Regisseur des TV-Krimis, Christian Alvart. Darin attestiert Schweiger ihm, mit der am Sonntag ausgestrahlten Folge „ein Stück deutsche Fernsehgeschichte“ geschaffen zu haben: „Kompromisslos, atemlos, viril, phantastisch für das schmale Geld."
Auch einen Seitenhieb auf andere Tatort-Formate konnte sich Schweiger nicht verkneifen: "Andere verschwenden das Budget für zwei moppelige Kommissare, die ne Currywurst verspeisen, oder ein Bier vor einem bayrischen Imbiss zocken.“

Extrem selbstbewusst und unter exzessiver Verwendung von Ausrufezeichen, dafür mit teils recht eigensinniger Auffassung von Rechtschreibung, fuhr er fort: "Ich, Til Schweiger, feier dich jetzt mal richtig derbe ab!!! Weil.... ich als Filmemacher/Schauspieler/Produzent/Writer/Cutter/Composer.... viel mehr Ahnung.... ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)....KUNST.... als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!"

Nicht nur die Feuilletons konnten wenig Lobenswertes an der Doppelfolge finden. Auch auf Twitter hagelte es vor allem böse Häme. Einige Beispiele:

Über die Kritiker schrieb Schweiger: „Wenn sie ehrlich wären, würden sie zugeben, dass du was aussergewöhnliches geschaffen hast!! Das kriegen sie aber nicht hin, weil sie schwach und klein sind!“

Das "Abfeiern" sah dann so aus: "Deswegen sage ich, als einer der es besser weiß, weil ich vom Fach bin: Mit allen Schwaechen, die dieser Tatort hatte , ist er der bahnbrechendste seiner Art!!! Ich bin unendlich stolz auf dich und was wir gemeinsam erreicht haben!!Du bist der Größte!!!! Deine Arbeit ist unglaublich stark!!!!Ich bin meeega stolz auf dich!!!!"

Christian Alvart- was hast du gemacht?! Ich sage , du hast ein Stueck deutsche Fernsehgeschichte geschaffen!...

Posted by Til Schweiger on Sonntag, 3. Januar 2016

Sarpei: "Hast du das nötig?"

Bei Facebook erhielt der Post neben mehreren Hundert Likes auch zahlreiche kritische Kommentare. So schrieb etwa Matthias F.: "Das ist ja wohl die peinlichste, bodenloseste, dreisteste, haltloseste und schlimmste in Textform gebrachte Selbstbeweihräucherung, welche jemals von einer "Person" des sog. "öffentlichen Lebens" vom unverdienten Stapel gelassen wurde. Selten hat Eigenlob dermaßen bestialisch zum Himmel gestunken!"

Auch Ex-Fußballer und "Let's Dance"-Gewinner Hans Sarpei, mit über 620.000 Facebook-Fans schon längst Kult auf dem größten sozialen Netzwerk der Welt, nahm sich den 52-Jährigen zur Brust. Allerdings nicht, wie man annehmen könnte, mit einem seiner flapsigen Sprüche. Er redete in einem sehr nachdenklichen Post dem Schauspieler ins Gewissen. "Lieber Til Schweiger", schrieb er, "so sehr ich dich als Filmemacher, Schauspieler, Tausendsassa & Co. schätze, so sehr frage ich mich, warum du andere Schauspieler- und Regie-Kollegen vom Tatort schlecht redest. Glaubst du wirklich, dass du deine Position stärkst, indem du Kollegen öffentlich angehst? Ich denke nicht. Und ich denke, dass du dies eigentlich nicht nötig hast. Der 4. Januar ist noch ein guter Zeitpunkt für Vorsätze, es in diesem Jahr anders zu machen."

Lieber Til Schweiger, so sehr ich dich als Filmemacher, Schauspieler, Tausendsassa & Co. schätze, so sehr frage ich...

Posted by Hans Sarpei on Montag, 4. Januar 2016

Helene Fischer im "Tatort": Das sagt Til Schweiger!

Weite Teile des Fernsehpublikums konnten sich am Sonntag nicht für den zweiten Teil des Til-Schweiger-„Tatort“-Krimis im Ersten erwärmen. Nur 7,69 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 19,9 Prozent) interessierten sich ab 20.15 Uhr für den Film „Fegefeuer“ mit Schweiger als Hamburger Ermittler Nick Tschiller. Der erste Teil, „Der große Schmerz“ mit Helene Fischer als russische Killerin, hatte zwei Tage zuvor mit 8,24 Millionen Zuschauern für „Tatort“-Verhältnisse auch schon unterdurchschnittlich abgeschnitten.

Zeitgleich kam der Auftaktfilm zur neuen Staffel des ZDF-Klassikers „Der Bergdoktor“ auf beachtliche 7,04 Millionen Zuschauer (18,2 Prozent)- und das fast ohne Werbeaufwand.

Darauf bezog sich auch dieser Tweet:

dpa

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