"Krude Songs, herzloses Konzept"

So heftig ätzt Stefan Mross gegen die "Stadlshow"

Stefan Mross
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Stefan Mross lässt kein gutes Haar an der Stadlshow.

München - Reinfall statt Verjüngungskur: Kritiker und Zuschauer haben die "Stadlshow" einhellig verrissen. Auch Stefan Mross lässt kein gutes Haar an der Neuauflage des "Musikantenstadl".  

Update vom 12. Januar 2016: Aus und vorbei! Die "Stadlshow“ wird abgesetzt - zumindest in ihrer regulären Ausgabe. Das gaben die verantwortlichen Sender nun bekannt. Es gibt nur noch zwei Silvester-Sendungen.

Update vom 4. November: Angeblich steht die Stadlshow schon vor dem Aus. Bei einem Treffen sollen sich die Sender-Chefs von ARD, ORF und SRG schon darauf geeinigt haben, die Show sterben zu lassen.

Update vom 15. September: Kritik an der Stadlshow? da reagiert der verantwortliche Bayerische Rundfunk fast trotzig. Obwohl die Premiere in Deutschland ein Quoten-Flop war, findet der ORF den Start der Show in Österreich gar nicht mal so schlecht. So soll es jetzt mit der Stadlshow weitergehen.

So heftig ätzt Stefan Mross gegen die "Stadlshow"

Selten waren sich Zuschauer wie Feuilleton so einig: Die "Stadlshow", die als verjüngte Neuauflage des "Musikantenstadl" die Volksmusik-Kultsendung aus dem Quotentief holen sollte, ging völlig in die Hose. Während der geschasste Andy Borg immerhin am Schluss noch vier Millionen Menschen an die heimische Flimmerkiste locken konnte, interessierten sich gerade einmal 2,4 Millionen Schunkel-Fans für die Stadl-Premiere von Francine Jordi und Alexander Mazza. Von "Zumutung" und "Katastrophe" war die Rede, "Das pure Grauen" titelte etwa der Branchendienst dwdl.de.

In die gleiche Kerbe schlägt Stefan Mross. Als Volksmusiker und Moderator der ARD-Schlagersendung "Immer wieder sonntags" weiß er, wovon er spricht. Der 39-Jährige zeigt sich in der "Bild" "traurig und enttäuscht, dass man mit Gewalt eine der letzten Kult-Unterhaltungssendungen an die Wand spielt." Er stöhnt über "dieses Abfeiern von 25 mehr oder minder unbekannten Sängern mit kruden Songs und einem herzlosen Konzept" und fragt sich: "Was war denn das für ein Bühnenbild?" Auch den "furchtbaren Ton" und die "schlechte Stimmung im Saal" moniert Mross.

"So hat der 'Stadl' keine Zukunft", resümiert er, und schießt noch eine Breitseite gegen die Macher, die Moderator Andy Borg (54) nach neun Jahren in den Vorruhestand schickten: "Er und ich hätten das Ding aus dem Dreck gezogen", so Mross selbstbewusst.

Naturgemäß sieht das Francine Jordi ganz anders: Die 38-Jährige hat zusammen mit Alexander Mazza das schwere Erbe Borgs angetreten und ist zufrieden mit ihrer Premiere. Die 20 Prozent Marktanteil, die die Eurovisionssendung in Österreich eingefahren habe, sei "sensationell", so die Schweizer Sängerin - und lässt dabei geflissentlich die Tatsache unter den Tisch fallen, dass in Deutschland nicht einmal zehn Prozent der Zuschauer einschalteten. Auch die jungen Musikfans konnten sich für das neue Konzept, das bewährte Stadl-Dauerbrenner (u.a. Peter Kraus und Jürgen Drews) mit Newcomern aus der Volksmusik- und Schlager-Szene (Die Powerkryner, Die Dorfrocker usw.) zusammenbrachte, nicht begeistern.

Die nächste "Stadlshow" kommt zu Silvester aus Linz. Ob dann nach dem Premieren-Desaster mehr Zuschauer einschalten, bleibt abzuwarten.

hn 

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