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Streit um RTL-Show im Kloster Eberbach

Innenaufnahme der Klosterkirche des Klosters Eberbach. Foto: Daniel Karmann/Archiv
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Innenaufnahme der Klosterkirche des Klosters Eberbach.

Eltville - Ein geplanter TV-Sängerwettstreit vor einer Klosterkulisse erhitzt im Rheingau die Gemüter. Die RTL-Show passe nicht in die Basilika des Klosters Eberbach, sagen Kritiker. Die Kloster-Stiftung kontert.

Die geplante Finalshow der RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ im Kloster Eberbach erhitzt im Rheingau die Gemüter. Kritiker bemängeln, dass das Spektakel nicht mit der Tradition und Würde der ehemaligen Zisterzienserabtei vereinbar sei. Der Geschäftsführer der Stiftung Kloster Eberbach, Martin Blach, verteidigte seine Entscheidung am Dienstag in Eltville: Die Kooperation mit dem Privatsender sei für das Kloster und die Region eine einmalige Chance, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Zusage sei ein „schwieriger Abwägungsprozess“ vorangegangen.

„Vor allem die junge Generation zeigt regelrecht Begeisterung und ein so noch nie dagewesenes Interesse an unserem Haus“, erklärte Blach. Natürlich werde der Klosterbesuch nicht das vorrangige Ziel der jungen Leute sein. Dennoch werde Neugier geweckt. Hinzu kommt nach den Worten von Blach der wirtschaftliche Aspekt, etwa durch die Mieteinnahmen und zusätzliche Gäste für Hotels und Gastronomie rund um die Produktion im April.

Der Freundeskreis Kloster Eberbach sehe das Spektakel überaus kritisch, vor allem wegen „moralisch-ethischen Fragen“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Riedel. Die Geschäftsführung gehe ein hohes Risiko ein, bei vergleichsweise geringen Mieterlösen. „Diese Summe ist ein Judaslohn“, sagte Riedel. Er bezweifelte, dass das Kloster ein jüngeres Publikum über die Show in der Basilika hinaus gewinnt. „Aber die anderen, die mit Herz und Seele am Kloster hängen, die wird es verlieren.“

Landesamt für Denkmalschutz sieht pädagogisches Potenzial

Die Zisterzienserabtei wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Sie diente unter anderem als Kulisse für den Film „Der Name der Rose“ mit Sean Connery. Eine RTL-Sprecherin erklärte, den besonderen Gegebenheiten des Klosters werde an allen Stellen Rechnung getragen. „Genau wegen der Besonderheiten, die das Kloster einzigartig machen, werden wir „Deutschland sucht den Superstar“ dort produzieren und uns natürlich entsprechend einfügen.“

Das hessische Landesamt für Denkmalschutz sieht in der Show auch ein pädagogisches Potenzial. Es kämen dadurch viele junge Leute auf die Anlage, die womöglich für den besonderen Wert des Klosters sensibilisiert werden könnten, erklärte Präsident Markus Harzenetter. „Die Säkularisierung des Klosters liegt über 200 Jahre zurück“, gab er zu Bedenken. Die Räume ließen eine Nutzung für kirchenmusikalische und klassische Konzerte ebenso zu wie für moderne Unterhaltungsmusik.

dpa

Stellungnahme Geschäftsführer Blach

Freundeskreis Kloster Eberbach

RTL zu Finalshows

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