Nach dem „Quizduell“

"Was weiß ich?!": Auch Sat.1 testet App-Rateshow

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Stefan Gödde will es bei der neuen App-Quizshow "Was weiß ich!?" in Sat.1 wissen.

Köln - Nach der ARD, ProSieben und RTL will es jetzt auch Sat.1 wissen. Mit der interaktiven Quizshow „Was weiß ich?!“ will der Privatsender die Zuschauer zum Mitraten animieren - per App. Geht das gut?

Interaktive TV-Shows und Smartphone-Apps - diese Verbindung hat deutschen Fernsehmachern bislang wenig Glück gebracht. Beim ARD-„Quizduell“ versagte lange Zeit die Technik, die Talentshows „Keep Your Light Shining“ (ProSieben) und „Rising Star“ (RTL) fanden beim Publikum bislang keinen großen Anklang. Sat.1 versucht sich trotzdem an einer neuen Rateshow mit Mitmach-App. „Was weiß ich?!“ startet an diesem Mittwoch um 20.15 Uhr.

Das Konzept ist im Prinzip nicht neu: Drei prominente Gäste im Studio messen ihr Wissen mit 300 Studenten im Publikum und den Zuschauern zu Hause. Die können sich diesmal nicht - wie sonst bei solchen Shows üblich - per Telefon oder SMS beteiligen, sondern nur mit einer kostenlosen App. Diese laden sich Interessierte vorher runter.

Sie müssen dabei einige wenige personenbezogene Daten preisgeben, mit denen Sat.1 dann Wissenstabellen erstellt. „So kann jeder in Deutschland erfahren, ob er zum Beispiel in dem schlausten Bundesland lebt und wie er mit seinem Wissen dasteht im Vergleich zu seiner Altersgruppe und seinem Geschlecht“, erklärt Moderator Stefan Gödde (38).

Auch die Zeit spielt bei „Was weiß ich?!“ eine große Rolle. Denn die Kandidaten haben für ihre Antworten nur vier bis zwanzig Sekunden zum Überlegen, je nach Schwierigkeitsgrad der Fragen. Die kommen aus allen Wissensgebieten - Sport, Politik, Geschichte oder Popmusik.

Als prominente Gäste sind unter anderem Sonja Zietlow, Uwe Ochsenknecht, Peter Lohmeyer, Hardy Krüger junior, Hannes Jaenicke, Thomas Helmer und die Freundin von Fußballnationalspieler Mats Hummels, Cathy Fischer, dabei.

Der aus dem Sauerland stammende Gödde, der bei ProSieben die Wissenssendung „Galileo“ moderiert, muss bei einigen Fragen selbst passen. „Biologie und Musik sind als Themengebiete okay. Bei allem, was mit Mathematik zusammenhängt, verabschiedet sich mein Gehirn“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Seine Spezialgebiete seien Rom, Etymologie, Mittelhochdeutsch und Altenglisch. „Das eignet sich natürlich nicht besonders gut als lustiges Partywissen - kann aber bei Spezialfragen sehr nützlich sein.“

Die Zuschauer zu Hause können zwar mitraten, nehmen aber keinen direkten Einfluss auf die Show. Das ist laut Sat.1 auch der Grund, warum die Sendung nicht live ausgestrahlt wird, sondern in Köln aufgezeichnet wurde. Nur die Ergebnisse der App-Nutzer werden live eingeblendet.

Bleibt die Frage, ob die Zuschauer an den Bildschirmen ihre Antworten tatsächlich massenhaft in ihre Smartphones tippen, anstatt einfach so mitzuraten. Schließlich machen sie das auch bei Rateshows ohne App-Funktion, wie „Wer wird Millionär?“.

„Quizduell“-Moderator Jörg Pilawa (48) zweifelt jedenfalls daran, dass Zuschauer permanent den Drang haben, sich aktiv zu beteiligen: „Vielleicht haben die Menschen manchmal den Wunsch, einfach nur dazusitzen, sich unterhalten zu lassen und zu entspannen.“ Sat.1 will den Beweis antreten, dass dem nicht so ist.

dpa

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