Happy End (nur nicht für Lanz)

"Wetten, dass..?": Heiratsantrag vor Millionenpublikum

"Wetten, dass..?", Graz, Milan Zivujinovic
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Milan Zivujinovic gewann erst seine Wette und machte dann seiner Lebensgefährtin vor einem Millionenpublikum einen Heiratsantrag.

Graz - Bald hat Markus Lanz es hinter sich. Am Samstag präsentierte er zum vorletzten Mal "Wetten, dass..?". Es ging um Bazillen, Sexunterricht und einen Heiratsantrag gab es auch.

Der Anfang hatte bereits ein bisschen symbolische Kraft: Nicht Markus Lanz (45) schritt wie gewohnt die Showtreppe hinunter, sondern Lokalmatador Andreas Gabalier (32) empfing das „Wetten, dass..?“-Publikum im österreichischen Graz mit einer Gesangseinlage („I sing a Liad für di“). Lanz assistierte Gabalier am Flügel. Der österreichische Entertainer gilt in der ARD als große Samstagabend-Showhoffnung. Dagegen ist das Kapitel Lanz und große Show bald abgeschlossen. In Graz moderierte er zum vorletzten Mal die ZDF-Traditionssendung „Wetten, dass..?“, die im Dezember nach fast 34 Jahren wegen stark rückläufiger Quoten eingestellt wird.

Lanz trug wegen der verlorenen Stadtwette bei der Oktober-Ausgabe in Erfurt steirische Tracht mit Lederhose. Sein österreichischer Kollege Gabalier dagegen hatte sich in einen für ihn ungewohnten Anzug gezwungen, dabei besitzt er acht Lederhosen, die im allgemeinen nicht gewaschen würden, berichtete der Österreicher. Über den Duft kalauerte Lanz mit dem Begriff „Gabalier Nummer fünf“. Auch seine alle pünktlich erschienenen Gäste veranlassten Lanz zu einem Standard-Gag: „In Deutschland wäre das zur Zeit nicht möglich - bei uns streikt die Bahn“, stellte der Lederhosenträger gleich zur Begrüßung fest.

Viele angeschlagene Stars bei "Wetten, dass..?" in Graz

Nicht viel hätte gefehlt, da hätte es ein paar Absagen gehagelt. „Panem“-Darstellerin Jennifer Lawrence war angeschlagen, begleitet wurde sie vom Film-Kollegen Liam Hemsworth, Josh Hutchinson (auch aus „Panem“) hatte abgesagt. Und später hörte sich die Stimme von Schauspielerin Iris Berben recht brüchig an. Und die Boygroup One Direction machte ihren Auftritt sehr spannend, weil es einem Bandmitglied nicht gut ging, wie es zuerst hieß, doch dann waren es wohl nur die Haare, die nicht richtig saßen - viel Gekreische von einer Handvoll Teenies war die Belohnung für die fünf jungen Männer aus Irland und Großbritannien, die kräftig für ihre neue Single warben.

Und sonst: Der Australier Hemsworth redete darüber, worüber er schon in vielen Talkshows geredet hat: Dass ihm seine Mutter in der Schule Sexunterricht erteilte. Den Simultan-Dometscher schien es so zu überraschen, dass er nicht alles rüberbrachte. Sein Kollege Hugh Grant (54), recht spät, dann aber in raschem Tempo mehrfach Vater geworden, ließ sich von Lanz nicht aushebeln („Plötzlich so viele Kinder?“) und auch nicht von Gabalier, der noch schnell nachschob: „Und alle von der gleichen Frau?“ Grant ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als er sich wegen seiner verlorenen Wette eine Ladung Meerrettich reinschieben musste. Gabalier traten dagegen die Tränen in die Augen.

"Wetten, dass..?" mit Heiratsantrag und Happy End (nur nicht für Lanz)

Wettkönig wurde Gedächtnisakrobat Christian Schäfer (22) aus Würzburg, der unter Wasser in zwei Minuten 20 Bilder in der zuvor auswendig gelernten Reihenfolge richtig sortierte. Spektakulär waren der Baggerfahrer Bernhard Schebesta, der mit seinem Gerät Tische abdeckte, und auch Kandidat Milan Zivujinovic, der mit geworfenen Spielkarten Gurken durchschnitt. Dann machte er seiner überraschten Lebensgefährtin, die im Publikum saß, einen Heiratsantrag, der letztlich mit einem „Ja“ beschieden wurde. Das sehr schlanke Hamburger Model Toni Garrn, die sich für Hilfsorganisationen in Afrika engagiert, musste sich noch den Spott von Komiker Oliver Pocher gefallen lassen: „Ich finde, viel mehr Models sollten in der Welthungerhilfe tätig sein“, twitterte er.

Für Lanz endete die Sendung so wie üblich. Er verlor die Stadtwette und darf sich bis zum letzten „Wetten, dass..?“-Auftritt in Nürnberg einen Schnauzbart wachsen lassen. Entgegen seiner Annahme hatten es die Grazer Bürger geschafft, den dauersingenden Gabalier per „stage-diving“ auf dem Hauptplatz der Stadt von Bühne zu Bühne auf Hunderten von Händen zu transportieren.

"Wetten, dass..?" aus Graz: Die besten Bilder

"Wetten, dass..?" aus Graz: Die besten Bilder

Auch die Quoten waren - wie gewohnt - schlecht. Lediglich 5,49 Millionen TV-Zuschauer schalteten am Samstagabend zur vorletzten "Wetten, dass..?"-Show ein. Das entsprach einem Marktanteil von 18,8 Prozent. Den vorläufigen historischen Tiefpunkt hatte die Ausgabe vom 4. Oktober dieses Jahres erreicht, als 5,48 Millionen zusahen. Der Marktanteil lag damals jedoch mit 19,8 Prozent etwas höher. Wegen der ständig sinkenden Resonanz wird die Sendung nach fast 34 Jahren mit der Dezember-Ausgabe beendet.

dpa

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