Das erwartet die Zuschauer

Mit ZDF-Dreiteiler "Tannbach" ins neue Jahr

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Heiner Lauterbach als Gutsbesitzer Georg von Striesow.

Hamburg - Traditionell startet das ZDF mit einem Mehrteiler ins neue Jahr. Diesmal steht ein Stück deutsch-deutsche Geschichte auf dem Programm.

Mit der mehrteiligen Familiensaga „Tannbach - Schicksal eines Dorfes“ will das ZDF eine deutsch-deutsche Geschichte aus der Provinz erzählen. Besonders gereizt habe sie an dem Stoff, „dass diese Geschichte mal nicht in Berlin spielt“, sagte Redaktionsleiterin Caroline von Senden am Mittwochabend bei der Vorstellung des Dreiteilers. „Man könnte ja glauben, nur Berlin sei geteilt gewesen.“ Deutschland sei nicht Großstadt, Deutschland sei auch Provinz.

Das ZDF startet mit dem Mehrteiler ins neue Jahr und zeigt die drei Filme am 4., 5. und 7. Januar 2015 jeweils um 20.15 Uhr. In den Hauptrollen sind die jungen Schauspieler Henriette Confurius (23) und Jonas Nay (24) zu sehen. Daneben gehören prominente Namen wie Nadja Uhl, Heiner Lauterbach und Martina Gedeck zur Besetzung. Regie führte Alexander Dierbach („Tatort“, „Polizeiruf 110“).

„Tannbach“ ist ein fiktiver Ort - ein Dorf, das nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zur amerikanischen, später zur sowjetischen Besatzungszone gehört, bis sich die Grenzen erneut verschieben und der Ort schließlich geteilt wird. Anhand der Lebenswege der Bewohner des kleinen Fleckens an der bayerisch-thüringischen Grenze werden Schicksale im Nachkriegsdeutschland auf dem Weg zur deutsch-deutschen Teilung erzählt. Das Fantasie-Dorf ist inspiriert von Orten wie dem Dorf Mödlareuth, durch das die innerdeutsche Grenze verlief.

Als Produzentin Gabriela Sperl ihr den Stoff vorgestellt habe, sei ihr gleich klar gewesen: „Das hat Kraft, das hat Wucht und das ist deutsche Geschichte - intelligent und differenziert erzählt“, sagte ZDF-Verantwortliche von Senden.

„Wir erzählen die letzen Tage des Krieges, wir erzählen ein Dorf unter wechselenden Besatzungsmächten. Wir erzählen Enteignung, Entnazifizierung“, erklärt Produzentin Sperl im Presseheft. „Wir erzählen die Grenzziehung mitten durch das Dorf. Nicht 1961, nein, bereits 1952 wurde entlang der 1378 Kilometer langen Grenze ein Stacheldrahtzaun mitten durch unser Land gezogen.“

Unmittelbar im Anschluss an den ersten Teil zeigt das ZDF am 4. Januar (21.45 Uhr) „Tannbach - die Dokumentation“. Der Film lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, die ihre persönlichen Erlebnisse aus den Jahrzehnten des Kalten Krieges schildern - an der Nahtstelle zwischen Ost und West. Mödlareuth, mit seinen Bewohnern auf der bayerischen und auf der thüringischen Seite, „spiegelt geradezu symbolisch die Willkür der innerdeutschen Teilung wieder“, betonen die Doku-Macher.

„Ich glaube, dass das Verstehen unserer Vergangenheit ganz viel damit zu tun hat, wie wir mit unserer Zukunft umgehen“, sagte Schauspielerin Uhl. Ihre Kollegin Maria Dragus hat eine besondere Beziehung zum Vorbild für Tannbach: „Meine Großeltern leben ganz nah bei Mödlareuth“, erzählte sie. Als Kinder seien sie noch über den Drahtzaun gesprungen. Durch Mödlareuth fließt der Tannbach, der das Dorf einst in Ost und West teilte und Inspiration für den Namen des ZDF-Filmdorfes war.

„Tannbach spannt einen zeitlichen Bogen von 1945 bis 1952. Im Frühjahr 2013 hatte das ZDF mit dem Weltkriegsepos „Unsere Mütter, unsere Väter“ einen großen Erfolg gelandet. Zu den Jahresauftaktmehrteilern der vergangenen Jahre gehörte etwa „Das Adlon“ (2013) und „Die Pilgerin“ (2014).

dpa

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