Gericht spricht Seniorin frei

Sie stalkt einen Priester seit 15 Jahren - trotzdem Freispruch

Roter Lippenstift, großer schwarzer Hut: Die angeklagte Seniorin im Gerichtssaal.
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Roter Lippenstift, großer schwarzer Hut: Die angeklagte Seniorin im Gerichtssaal.

Arnsberg - Weil sie unter einem krankhaften Liebes-Wahn leide, sprach ein Gericht eine Rentnerin (72) frei. Die rüstige Dame nervte einen Priester durch jahrelanges Stalken.

Sie stellte einem Priester aus dem sauerländischen Meschede jahrelang nach - trotzdem ist eine 72-jährige Rentnerin am Mittwoch vom Landgericht in Arnsberg in einem Berufungsprozess freigesprochen worden. Aus Sicht des Gerichts ist die Frau schuldunfähig, eine erstinstanzliche Verurteilung zu 14 Monaten Haft wurde aufgehoben. Weil sich mehrere Gutachter zum Teil widersprochen hatten, habe man zugunsten der Angeklagten entscheiden müssen, begründete der Vorsitzende Richter das Urteil.

"Sie ist lästig, aber nicht gefährlich“

Nach Einschätzung mehrerer Experten leidet die Frau unter einem krankhaften Liebes-Wahn. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung könne das Gericht nicht anordnen: Körperliche Übergriffe hat es nie gegeben und sind den Gutachtern zufolge auch nicht zu erwarten. „Sie ist lästig, aber nicht gefährlich“, sagte der Richter. Die Seniorin stalkt den Pastor seit fast 15 Jahren. Sie schickt beispielsweise  Blumen, schriebt Liebesbriefe und SMS. Zudem soll sie in Dessous durch den Pfarrgarten gelaufen sein.

In die Psychiatrie kommt die 72-Jährige auch nicht. Die Frau sei nicht gemeingefährlich, so das Urteil des Gerichts. Die Gesellschaft müsse sie daher aushalten.

dpa

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