Heavy-Metal-Festival geht zu Ende

Wacken huldigt Motörheads wackerem Lemmy

Motörhead
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Lemmy Kilmister von Motörhead hielt diesmal durch.

Wacken - Das Epizentrum der Heavy-Metal-Welt liegt jedes Jahr für ein paar Tage in Wacken in Schleswig-Holstein. Ein Höhepunkt ist auch diesmal der Auftritt von Motörhead.

Dieses Mal hat er lange durchgehalten. Und das auch noch mit Frau. Nach dem vorzeitigen Abbruch seines Wacken-Gigs 2013 zeigte sich Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister am Freitagabend auf dem Wacken Open Air 2014 gut erholt. 72 Minuten stand der Bassist und Sänger der britischen Band auf dem wohl größten Heavy-Metal-Festival der Welt im schleswig-holsteinischen Dorf Wacken auf der Bühne. Für einen Song bekam das Metal-Urgestein Kilmister überraschende Unterstützung von der deutschen Metal-Queen Doro Pesch. Beide gaben gemeinsam den Motörhead-Song „Make my day“ zum Besten.

Zehntausende „Metalheads“ dankten Motörheads Rückkehr auf Wackens Wiesen mit großem Einsatz ihrerseits. Vielen war der Konzertabbruch nach nur 30 Minuten wegen gesundheitlicher Probleme Kilmisters aus dem vergangenen Jahr noch in guter Erinnerung. Ein Transparent in der Menschenmenge löste schon vor den ersten Akkorden der Band Riesenjubel aus. „Don't die, Lemmy“ (Stirb nicht, Lemmy) war darauf zu lesen. Eine Kamera fing das Transparent ein und übertrug es kurz vor Konzertbeginn auf die großen Videoleinwände.

Als Kilmister dann tatsächlich die Bühne erklommen, gab es für viele kein Halten mehr. Mit den ersten Takten begannen Motörhead-Fans mit dem Crowdsurfing und ließen sich von den Massen tragen. Das famose Konzert gehörte zu den musikalischen Höhepunkten des 25. Festivals Wacken Open Air. Neben Motörhead standen unter anderem auch die Metal-Veteranen von Slayer, Accept, Kreator, Saxon und Hammerfall auf den Bühnen des 220 Hektar großen Festivalgeländes. Ein Line-Up, dass sich in der Breite sehen lassen konnte. Aber der echte Headliner wie beispielsweise Rammstein im vergangenen Jahr fehlte - trotz Jubiläum.

75.000 Tickets in 44 Stunden weg

„Wir hatten ein Hammer Line-Up mit Hammer Shows. Ganz großes Metal-Tennis“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen. Sein Eindruck von der Stimmung auf dem Platz und auf den Social-Media-Kanälen sei, dass die „Metalheads“ das genauso sehen. „Ich konnte nicht feststellen, dass Besucher enttäuscht waren.“

Ein Teil der Fans hatte im Vorfeld des Jubiläums-Festivals aber mit mehr gerechnet. „Ich hätte mir Metallica, Manowar oder Iron Maiden erhofft“, sagt beispielsweise Festivalbesucher Jörg aus Göttingen. „Ich habe die Karte nur gekauft, weil zum Jubiläum bestimmt der Oberkracher kommt.“ Die Bands seien im vergangenen Jahr deutlich stärker gewesen. Tatsächlich waren die 75 000 Tickets für die Jubiläums-Show bereits vor einem Jahr vergriffen, ohne dass das Gros der Bands feststand. Und das binnen 44 Stunden - so schnell wie nie zuvor.

Wacken: Metal-Fans außer Rand und Band

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Festivalgründer Jensen ist mit dem Verlauf des Open Air in diesem Jahr denn auch zufrieden. „Bislang können wir ein positives Fazit ziehen. Die Aufbauphase, aber auch die letzten beiden Festival-Tage liefen sehr gut“, sagte er. Wie nach jeder Veranstaltung müsse das Team aus allen Bereichen Rückmeldungen sammeln und „schauen, was verbessert werden muss und was so bleiben kann“. Die Meinung der Besucher sei wichtig. „Das ist ihre Party und sie sollen sich so wohl fühlen wie möglich.“

Deutlich weniger Straftaten

Das 25. Wacken Open Air ist auch aus Sicht der Polizei an den ersten Tagen sehr friedlich verlaufen. „Wir haben deutlich weniger Straftaten als in den Vorjahren registriert“, sagte Polizeisprecherin Merle Neufeld am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Bis Freitagabend nahmen die Beamten auf dem Gelände 215 Straftaten auf, darunter 155 Diebstähle aus Zelten. Die Zahl der Taschendiebstähle lag bei sieben.

In den kommenden Tagen wird Wacken nun wieder auf das beschauliche Maß von knapp 1800 Einwohnern zurückschrumpfen. Wenn die Festivalbesucher die als Campingplatz genutzten Kuhweiden am Sonntag wieder räumen, kehren später wieder die Kühe zurück. Für ein knappes Jahr. Dann explodiert der kleine Ort nahe Itzehoe erneut. Denn: „Einmal Wacken, immer Wacken“, wie Metalfan Diana aus dem Sauerland sagt.

dpa

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