Air-France-Absturz: Piloten waren schuld

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Ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF447 wird von einem Rettungsteam der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen (Archivfoto vom 08.06.2009).

Paris - Die Instrumente des Airbus zeigten falsche Daten an, die hilflosen Piloten waren schlecht ausgebildet - das meint zumindest die Behörde, die den Todesflug AF 447 untersucht. Air France ist anderer Meinung.

Ungenügendes Training der Piloten und fehlerhafte Anzeigen im Cockpit haben nach ersten Erkenntnissen staatlicher Experten den Absturz eines Air-France-Airbusses vor zwei Jahren über dem Atlantik begünstigt. Die französische Fluguntersuchungsbehörde BEA verwies in ihrem neuen Zwischenbericht am Freitag auf Sicherheitsempfehlungen, die sie nach Auswertung der Flugschreiber erlassen hatte. Die Fluggesellschaft Air France betonte hingegen in einer Erklärung, dass zum gegenwärtigen Stand der Ermittlungen nichts die technischen Fähigkeiten der Besatzung infrage stelle.

Die Piloten des abgestürzten Airbus A300-200 haben laut BEA-Bericht in den letzten Minuten des Fluges nicht angemessen auf den Verlust der Geschwindigkeitsanzeige und den Abriss der zum Fliegen notwendigen Strömung an den Tragflächen reagiert. Sie seien für eine solche Situation auch nicht geschult gewesen. Zudem habe es keine Anzeige für den Anstellwinkel der Tragflächen gegeben; eine solche Anzeige gibt Aufschluss über die Lage des Flugzeugs im Raum. Trotz der Alarmsignale der sogenannten Überzieh-Warnung sei keiner der Piloten bemerkt, dass ihr Flugzeug längst nicht mehr flog, sondern nur noch durchsackte.

Todesflug AF 447: Bilder vom Meeresgrund

Todesflug AF 447: Bilder vom Meeresgrund

Keiner der Piloten habe förmlich die Situation erfasst. Die Passagiere seien zudem nicht über eine Notlage informiert worden, notiert die BEA. In weniger als einer Minute nach dem Abschalten des Autopiloten hätten die manuellen Manöver des fliegenden Co-Piloten das Flugzeug aus seiner stabilen Fluglage gebracht. Vorangegangen war eine ungenaue Geschwindigkeitsanzeige. Das Flugzeug habe auf alle Befehle des Piloten ohne technische Probleme reagiert.

Konkret empfiehlt die BEA die Einführung spezieller Übungen ins Trainingsprogramm der Linienpiloten. Sie sollen in großen Höhen den schnellen Wechsel vom automatischen auf den manuellen Flug üben - speziell auch bei ungenauen Geschwindigkeitsanzeigen. Zudem sollen neue Richtlinien ein besseres Teamwork im Cockpit gewährleisten.

Die weiteren Sicherheitsempfehlungen beziehen sich auf technische Einrichtungen. So sollten die zuständigen Behörden etwa die Installation einer bestimmten Anzeige prüfen. Sie soll beim abrupten Abschalten des Autopiloten und dem damit einhergehenden Wechsel zum manuellen Fliegen die Lage des Flugzeugs im Raum verdeutlichen. Zudem sollten Bildrekorder die Anzeigen im Cockpit im Bild festhalten. Für ihre Auswertung müsse es aber genaue Regeln geben.

dpa

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