Sie trank zu viel Wasser

Gefährliches Uni-Ritual: Studentin fällt ins Koma

Lüttich - Eine Studentin der Lütticher Universität ist bei einem Aufnahmeritual nur knapp dem Tod entronnen: Die Französin trank in kürzester Zeit literweise Wasser - bis sie kollabierte.

Sie tat alles, um Mitglied der tierärztlichen Fakultät zu werden - doch der Preis dafür war hoch: Bei einem Aufnahmeritual hat eine französische Studentin der Universität Lüttich in Belgien in kurzer Zeit soviel Wasser getrunken, dass sie für zwei Tage ins Koma fiel. Im Krankenhaus wurde ein Gehirnödem festgestellt. Nach Angaben des Rektors der Universität, Bernard Rentier, entging sie nur knapp dem Tod.

Die junge Frau hatte gerade das zweite Jahr ihres Tiermedizin-Studiums begonnen, als sie an der Mutprobe teilnahm. Die Aufnahmerituale der tiermedizinischen Fakultät gelten als die strengsten und forderndsten der Universität. Normalerweise müssen die Studenten literweise Bier trinken, doch die Französin hätte auf Wasser bestanden, berichtet das belgische Nachrichtenportal La Libre. Als die Studentin ihren Kommilitonen erklärte, nicht weiter trinken zu können, wurde ihr eine schriftliche Erklärung zur Unterschrift vorgelegt, mit der sie auf die sogenannte Studenten-Taufe verzichtet hätte. Daraufhin trank die junge Frau weiter - solange, bis sie zusammenbrach.

Studenten-Taufen an Lütticher Universität vorläufig verboten

Laut der deutsch-belgischen Zeitung Grenz-Echo ist die Studentin mittlerweile wieder bei Bewusstsein, konnte aber noch nicht vernommen werden. Ihre Vater hat Strafanzeige gegen die Veranwortlichen des Aufnahmerituals erstattet. Und auch die Universität Lüttich hat auf den Vorfall reagiert: Die Studenten-Taufen wurden dort vorläufig verboten. Der konkrete Anlass seien mehrere neue, aber weniger ernste Vorfälle, teilte der Rektor der belgischen Hochschule am Montag mit. Die Uni verhängte demnach ein "Moratorium", bis eine Verständigung über das weitere Vorgehen getroffen sei.

In den vergangenen zwei Wochen gab es demnach drei weitere Vorfälle bei Aufnahmeritualen an der Universität Lüttich. Ein Student habe eine Unterkühlung erlitten, die anderen beiden Fälle seien harmloser, teilte Rentier mit.

Die Aufnahmerituale an belgischen Hochschulen sind berühmt-berüchtigt. Die Teilnehmer müssen zum Beispiel harte körperliche Prüfungen auf sich nehmen, oft wird auch viel Alkohol getrunken. Wenn die Tradition generell aufrechterhalten werden solle, müssten künftig alle erniedrigenden, gefährlichen und schmerzhaften Praktiken wegfallen, verlangte der Rektor der Universität Lüttich.

AFP/ssch

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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