Bergung kostete 1,5 Milliarden Euro

"Costa Concordia" schwimmt wieder

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Die Bergung der „Costa Concordia“ geht in die entscheidende Phase.

Giglio - Die Bergung der "Costa Concordia" geht in die entscheidende Phase. Erstmals seit dem tragischen Unglück des Kreuzfahrtschiffs vor zweieinhalb Jahren schwimmt das Riesenwrack wieder.

Die „Costa Concordia“ schwimmt wieder. Zweieinhalb Jahre nach der Schiffskatastrophe mit 32 Toten haben die letzten Vorbereitungen zum Abtransport des Wracks vom Unglücksort begonnen. Die internationalen Experten kamen am Montag vor der italienischen Insel Giglio gut voran mit der letzten Phase des Bergungsprojekts, das weltweit ohne Beispiel ist.

Sie hoben das havarierte Schiff um zwei Meter an und schleppten es etwa 30 Meter aufs Meer hinaus. Dort sollte die „Costa Concordia“ gesichert und auf den Abtransport vorbereitet werden. Der ist für Montag kommender Woche geplant.

„Das Schiff schwimmt aus eigener Kraft, das war alles andere als absehbar. Wir sind extrem zufrieden“, erklärte Franco Porcellacchia, Projektleiter für die Reederei „Costa Crociere“. Die „Costa Concordia“ hatte im Januar 2012 vor der Toskana-Insel einen Felsen gerammt und war havariert. Dabei starben 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche.

Bei der Operation wurde das Schiff von den Plattformen gelöst, die es monatelang gestützt hatten. In den kommenden Tagen sollen die 30 Schwimmkästen aus Stahl an den Seiten des Schiffs in Position gebracht werden, bevor diese mit Druckluft gefüllt werden und dem Kreuzfahrtriesen so den nötigen Auftrieb für den Abtransport geben.

Warnung vor schädlichen Flüssigkeiten

Im Laufe der Woche wird das Schiff also weiter angehoben. Statt der bisher 30 Meter soll das Schiff dann schließlich einen Tiefgang von etwa 17 Metern haben. „Ich habe großes Vertrauen, dass unsere Bergungsspezialisten das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss bringen werden“, sagte Michael Thamm, Vorstandschef der Reederei „Costa Crociere“ der Nachrichtenagentur dpa. Die Bergung hat das Unternehmen rund 1,5 Milliarden Euro gekostet.

Zumindest am ersten Tag der letzten Bergungsphase bestätigten sich nicht die Befürchtungen der Umweltschützer, das Wrack könne auseinanderbrechen oder schädliche Flüssigkeiten verlieren. „Wir haben gut begonnen, aber die Aktion endet erst mit dem Transport nach Genua“, sagte Italiens Umweltminister Gian Luca Galletti. Der Umweltschutzverband Legambiente hatte zuvor gewarnt: „In den Tanks des Schiffs befinden sich noch immer große Mengen Öl und andere schädliche Substanzen, die das maritime Ökosystem bedrohen könnten.“

Die Bergung wird daher immer wieder unterbrochen, um den Zustand des Schiffs und eine mögliche Belastung des Meers zu überprüfen. „Die heikelste Phase ist, wenn das Wrack angehoben wird und Flüssigkeiten austreten, aber im Moment besteht keine Gefahr“, erklärte Biologe Domenico Ardizzone, der die Aktion im Mittelmeer begleitet. Gesteuert wird das aufwendige Verfahren von dem südafrikanischen Projektleiter Nick Sloane und seinem Team. Sie arbeiten in einem Kontrollraum auf dem Wrack, der auf dem Wrack angebracht wurde.

Nach dem erfolgreichen Aufschwimmen soll die „Costa Concordia“ etwa 350 Kilometer weit durch das Mittelmeer bis nach Genua geschleppt werden. Bei einer Geschwindigkeit von knapp vier Stundenkilometern braucht der Koloss dafür mehrere Tage. Zwei Jahre soll dann das Verschrotten des Schiffs noch dauern. Bis zu 80 Prozent der Materialien sollen nach Angaben der Verantwortlichen recycelt werden.

dpa

Bergung der "Costa Concordia"

Bergung der "Costa Concordia"

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