Turbulenzen in 150 Metern Höhe

Landeskriminalamt ermittelt: Berliner Aussichtsballon hebt vorerst nicht ab

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"Berlin Hi-Flyer" über dem Eingang zum "Welt-Ballon"-Gelände unweit vom Checkpoint Charlie.

Berlin - Sie wollten eigentlich nur die Aussicht genießen. Ein Aufstieg mit dem Ballon im Herzen Berlins endete für 19 Passagiere und den Ballonführer jedoch mit großem Schrecken. Wie gefährlich war die Situation?

Nach dem turbulenten Flug des Berliner Aussichtsballons nahe dem Checkpoint Charlie ermittelt das Landeskriminalamt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die 19 Passagiere an Bord hätten einen Schock erlitten, deshalb wurde das Verfahren eingeleitet, wie ein Polizeisprecher am Mittwoch sagte. Ob auch Betroffene Strafanzeige gestellt hätten, könne er noch nicht sagen. Ermittelt werde nun, ob menschliches Versagen vorliege und inwieweit dem Piloten die Wetterlage bekannt war.

Die Polizei will den Ballonführer, Zeugen und Betroffene befragen. Sie hatte bereits nach dem Vorfall am Dienstagabend den Betrieb des Ballons bis auf Weiteres untersagt. Die Behörden müssten zunächst untersuchen, wie es zu dem Notfall gekommen ist, hieß es.

Der im Stadtbild bekannte Aussichtsballon mit dem „Welt“-Logo war am Dienstagnachmittag in heftige Turbulenzen geraten. Er trudelte bei heftigem Wind in der Luft umher und driftete immer wieder in Richtung eines benachbarten Hauses ab. Erst nach einigen Minuten gelang es, den Ballon zurück zum Boden zu bringen. Verletzt wurde niemand.

Für einige Tage wird es keine Aussichtsfahrten geben

„Wir hoffen, dass wir in zehn Tagen wieder mit unseren Gästen über Berlin fahren können“, sagte Betreiber Frank Hellberg von Air Service Berlin am Mittwoch. Wegen der starken Windbelastung während des Flugs müssten Messungen gemacht sowie Teile geprüft und ausgetauscht werden.

Die Situation sei „sehr spektakulär“ gewesen, so Hellberg. Gefahr für Leib und Leben habe seiner Ansicht nach nicht bestanden. „Menschen können so eine Situation nicht als lässig ansehen, das ist ganz normal“, sagte Hellberg zu Aussagen von Passagieren, wonach sie Todesängste ausgestanden hätten.

Der Ballon hob laut Hellberg bei einer Windgeschwindigkeit von drei Meter pro Sekunde ab. Das gilt als leichter Wind. Als der Ballon in einen Fallwind geraten sei, habe der Ballonführer richtig gehandelt. Er musste laut Hellberg abwarten, bis der Wind nachgelassen hatte und er wieder sicher landen konnte. Passagiere sollten sich solange hinsetzen, so Hellberg.

Nach Feuerwehrangaben von Dienstagabend geriet der Ballon in eine Unwetterfront. Zur genauen Wetterlage wird laut Polizei nun ermittelt.

Ein kanadischer Tourist berichtete der Deutschen Presse-Agentur nach dem Vorfall, die Passagiere hätten die Situation erst nach einiger Zeit erfasst. Zunächst habe der Ballonführer auf Nachfragen nicht reagiert und dann zum Abwarten angehalten. Schließlich habe aber auch der Pilot zugegeben, eine solche Situation noch nie erlebt zu haben. Der Tourist sprach von einem Gefühl der Machtlosigkeit, er habe nur warten und beten können, dass der Ballon gut nach unten kommen möge.

"Welt"-Ballon Hi-Flyer: 20 Menschen schwebten in Lebensgefahr

dpa

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