BKA: Organisierte Kriminalität nimmt ab

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Jörg Ziercke warnt die Bevölkerung.

Wiesbaden - Trickbetrüger-Banden und sonstige organisierte Kriminelle verursachten 2011 weniger Schäden als noch im Jahr zuvor. Das teilte das Bundeskriminalamt mit und warnte zugleich.

Die aufgedeckten Schäden aus der organisierten Kriminalität haben sich nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) im vergangenen Jahr fast halbiert. Wie das BKA am Freitag in Wiesbaden in seinem „Bundeslagebild Organisierte Kriminalität“ bekanntgab, lag der ermittelte Schaden 2011 bei 884 Millionen Euro. 2010 hatte er demnach noch 1,65 Milliarden Euro betragen. Damals sei allerdings ein besonders schwerer Fall mit rund 500 Millionen Euro dabei gewesen, sagte eine BKA-Sprecherin.

Die Gefahr der organisierten Kriminalität in Deutschland ist laut BKA weiter hoch. Es gebe keine Entwarnung. „Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau“, betonte BKA-Präsident Jörg Ziercke. Die Zahl der Ermittlungsverfahren sank leicht von 606 auf 589. Insgesamt wurden 8413 Tatverdächtige ermittelt, knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

In fast jedem zehnten Verfahren - insgesamt 57 - wurde ein Bezug zur Rocker-Szene nachgewiesen, die zuletzt besonders bekämpft wurde. Bei nur rund 4000 Menschen, die der Szene zugerechnet würden, sei dies eine bemerkenswerte Zahl, sagte die Sprecherin. Ziercke betonte: „Die intensive Bekämpfung der Rockerkriminalität leistet daher auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Deutschland.“

Weiter Nummer eins bei den Delikten ist die Drogenkriminalität mit 2011 mehr als einem Drittel aller Fälle. Obwohl nur etwa jedes siebte Verfahren der organisierten Wirtschaftskriminalität zugeordnet wurde, entfielen fast zwei Drittel der Schäden und fast die Hälfte aller ermittelten Erträge darauf. Ziercke forderte verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen, um Vermögen effektiver abschöpfen zu können. „Unser Ziel bei der OK-Bekämpfung muss es daher sein, die organisierte Kriminalität unrentabel zu machen und den Tätern ihren finanziellen Gewinn - die Früchte der Tat - zu entziehen.“

In fast allen Verfahren gab es auch Finanzermittlungen. Insgesamt konnten die Ermittler Vermögen in Höhe von 85 Millionen Euro vorläufig sichern. Höchster Einzelbetrag: 17 Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Insolvenzdelikt.

Erstmals berechneten die Ermittler auch die Erträge, die aus den kriminellen Machenschaften „erwirtschaftet“ wurden: insgesamt 347 Millionen Euro. Die Hälfte davon kam aus der Wirtschaftskriminalität. Allein 28 Millionen Euro davon waren es bei einem Anlagedelikt.

Die Internetkriminalität ist bei geringen Fallzahlen weiter auf dem Vormarsch. Neun Ermittlungsverfahren wurden 2011 geführt nach vier im Jahr 2010. Hier erkannten die Ermittler einen hohen Spezialisierungsgrad der Täter. Die Zahl der Verfahren wegen Zahlungskartenkriminalität verdoppelte sich fast von sieben auf 13.

dpa

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