"Blauer" Mozzarella aus Deutschland beschlagnahmt

Rom - Die italienische Polizei hat in Turin 70.000 Packungen eines Mozzarella-Käses aus Deutschland beschlagnahmt, weil sich die Kugeln laut Verbraucher-Beschwerden nach dem Öffnen blau verfärbten.

Verbraucher hatten sich zuvor beschwert, dass der Mozzarella sich blau verfärbe, nachdem die Verpackung geöffnet worden sei. Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan sprach von einem beunruhigenden Vorfall und ordnete eine Untersuchung an. Das staatliche Fernsehen berichtete, eine Kundin in Turin habe die Polizei angerufen, nachdem sie die Blaufärbung beobachtet habe, die offenbar durch den Kontakt des Käses mit der Luft entstand. Bei mehreren Lebensmittelgeschäften in Turin seien ähnliche Beschwerden eingegangen.

Proben wurden an mehrere Untersuchungslabore geschickt, ein Ergebnis wurde in einigen Tagen erwartet. Erkrankungen wegen des Verzehrs des Mozzarellas wurden zunächst nicht bekannt. Gesundheitsminister Ferrucio Fazio alarmierte deutsche Behörden und die EU wegen des verdächtigen Mozzarellas, der in Deutschland für eine italienische Firma hergestellt worden sei. Weder der Name der deutschen Firma noch ihres italienischen Auftraggebers wurden von den italienischen Behörden zunächst veröffentlicht.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass der Mozzarella in Italien in die Schlagzeilen gerät. Zu Beginn des Jahres war ausgerechnet Kritik am besten Mozzarella, der nur aus Büffelmilch hergestellt wird, laut geworden. In Proben wurden Spuren von normaler Kuhmilch gefunden. Vor zwei Jahren wurden bei Tests von Hunderten Büffel-Mozzarella-Produzenten sogar Spuren von Dioxin entdeckt, was in einigen europäischen Länder zu vorübergehenden Importverboten führte.

Nach Bekanntwerden des Falls mit dem blau verfärbten Mozzarella klagte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti, die Italiener wüssten gar nicht, dass die Hälfte des angebotenen Mozzarellas aus fremder Milch hergestellt werde. Denn eine Kennzeichnungspflicht gibt es in dieser Hinsicht nicht. Nur bei Frischmilch muss auf der Verpackung stehen, woher sie kommt. Bei Milchprodukten wie Joghurt und Käse kann auch Importmilch verwendet werden.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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